Landeshauptstadt Bozen - Weitere Schritte zur Entfremdung
Donnerstag, 18. Juni 2009
Roland_Lang_500_2_003.jpgSchritt für Schritt werden in Bozen schützenswerte Bauten von Seiten der öffentlichen Hand eliminiert. Der letzte Akt dieser gegen die Geschichte der Stadt gerichteten Anschlages wird an der Aufschnaiter-Schule vollzogen. Es ist augenscheinlich, dass mit System, so Bezirksausschussmitglied  Walter Mayr von der SÜD-TIROLER FREIHEIT,  und mit der Duldung durch die SVP, das historisch gewachsene Antlitz der alten Handelsstadt langsam, aber sicher ,zerstört, ja mehr noch, italianisiert werden soll.

Wie anders dagegen werden Bauten aus der Faschistenzeit behandelt: So wird die Rombrücke kostenaufwendig restauriert, mehr als 2 Millionen Euro wird ihre Renovierung kosten! Sie wird renoviert (!), nicht durch eine neue, funktionelle Brücke ersetzt, so Leitungsmitglied Roland Lang von der SÜD-TIROLER FREIHEIT.

Sogar eine Tankstelle, wie jene am Verdiplatz, wird „denkmalgeschützt“, stammt doch auch sie aus der Zeit des „Impero“.

Pech für das Christanellhaus, stammt es doch aus der alten österreichischen Epoche: Es wurde für den Abbruch freigegeben.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT protestiert energisch gegen diese Baumachenschaften, die nur durch die Mithilfe von breiten Kreisen der SVP im Bozner Rathaus sowie in der Landesregierung möglich sind.

Es ist allseits bekannt, dass die SVP die Stadt Bozen den Italienern überlassen hat, um im Gegenzug in den Land- und Talgemeinden freie Hand zu haben. Aber für die SÜD-TIROLER FREIHEIT ist auch Bozen ein Teil unserer Heimat!

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

Walter Mayr
Bezirksausschussmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kommentare (12)
1. 24-06-2009 11:31
 
Bozen: Eine Erinnerung
"Es ist allseits bekannt, dass die SVP die Stadt Bozen den Italienern überlassen hat, um im Gegenzug in den Land- und Talgemeinden freie Hand zu haben." 
 
In der Tat. Es tut mir in der Seele weh, ansehen zu müssen, wie das DEUTSCHE Bozen, in dem ich aufgewachsen bin, von seinen Wurzeln abgeschnitten wurde und sich immer mehr in eine kalte, unfreundliche und besatzer-selbstherrliche italienische Kolonie verwandelt hat, die mir FREMD geworden ist. Bozen war nie eine Heimatstadt, die wir Südtiroler ganz besitzen durften: Wenn ich vor vielen Jahren, auf der Talferbrücke stehend, auf der einen Seite zum Rosengarten und zu den Häusern der Altstadt sah, dann spürte ich, dass ich ein Teil dieses Landes Südtirol und seiner eingesessenen Menschen war. Sobald man aber den Blick zur Gegenseite wandte, war da eine Leere, mit der man nichts anzufangen wusste: Das "Siegesdenkmal", die italienischen Straßen und Häuser und die Menschen mit einer fremden Sprache. Jetzt aber hat sich diese Leere auf die ganze Stadt ausgebreitet. Es ist, als wäre einem Kind die Mutter weggenommen und durch eine kaltherzige Gouvernante ersetzt worden: Mit der Geborgenheit des Heimatgefühls starb auch ein Stück der Seele unseres Volkes. Bald wird dieses Sterben auch in die Land- und Talgemeinden einziehen, wenn wir es gewähren lassen ...
 
PA
2. 22-06-2009 00:08
 
Quellenverweis
Die bekannte Petition der 99% der Bürgermeister aus Südtirol, in der es in erster Linie um die Festschreibung der Schutzmachtfunktion Österreichs für Südtirol in der neuen Bundesverfassung des Vaterlandes gegangen ist, trug den Namen: "1946-2006, 60 Jahre verwehrter Selbstbestimmung für Südtirol." Wer diese Selbstbestimmung seit der vorletzten großen Petition aus Südtirol im Mai 1946 den Menschen in diesem Land verwehrt, ist doch wohl klar, und auch die Tatsache, dass diese ohne Zeitlimit bis heute dem Land und dem Südtiroler Volk weiterhin verwehrt wird. Sonst würde diese Petition einen anderen Namen tragen. Am 21. September 2006 haben alle im Österreichischen Nationalrat in Wien vertretenen Parteien, außer der Grünen auf Anraten ihrer grünen Zuflüsterer aus Bozen, dieser neuen Bestimmung in der Präambel der Verfassung, also an erster und prominentester Stelle zugestimmt. Was noch nicht gekommen ist, das ist die endgültige Version der neuen Bundesverfassung selbst, aber auch die wird kommen, da fährt die Brennereisenbahn drüber! 
 
In einer Umfrage der SVP aus dem Monat September 2006 mit dem Namen "Ihre Vision für Südtirol" sprachen sich 61% der Beteiligten (wohl die Anhänger der SVP) für die Rückkehr des Landes Südtirol zu Österreich, 20% für den Ausbau der Autonomie, 19% für eine Freistaatlösung. Wenn man bedenkt, dass heute nach Meinungsumfragen auch die Hälfte der in der AP Bozen lebenden Italiener auch für die Selbstbestimmung des Landes ist, kann man sich das ungefähr theoretisch ausrechnen, wieviele Menschen in einem Referendum für eine andere Lösung der Selbstbestimmungfrage stimmen würden, als die des Ausbaus der Autonomie oder die eines Freistaates.  
 
 
Die Führung der SVP macht das, war ihr als Regierungspartei der AP Bozen momentan in dieser Frage als opportun erscheint. Sie geht den Weg des geringsten Widerstandes, der so typisch für für die Politik in Italien ist. Dennoch sagte am 08.Juni 2006 der Landeshauptmann Durnwalder gegenüber Tageszeitung Dolomiten wörtlich, Zitat: "Wenn es wirklich zu einer Abstimmung käme und wir sechs Monate Zeit hätten, die Bürger aufzuklären, würde sich auch heute eine knappe Mehrheit für eine Rückkehr zu Österreich finden." Wo die Prioritäten für den heute amtierenden LH in dieser Frage liegen, ist auch ziemlich klar. Nicht umsonst wurde er vom Altpräsidenten Cossiga als ein Tiroler und Österreichischer Nationalist damals geschimpft. 
 
Zum Schluss ein Zitat aus dem Parteiprogramm der SVP, das einem jeden Parteimitglied bekannt sein müsste, bevor man einer Partei oder einer Bewegung als Mitglied beitritt. Das ist eine Grundvoraussetzung, würde man meinen. 
 
Punkt 4. Südtirol und Österreich 
 
Südtirol war durch Jahrhunderte Teil Österreichs. Als Folge des Ersten Weltkrieges wurde Südtirol vom Mutterland abgetrennt. Dieses historische Unrecht wird von der SVP und vom Südtiroler Volk nach wie vor empfunden. Der Anspruch auf die geistige und kulturelle Zugehörigkeit Südtirols zum Vaterland Österreich, zum Deutschen Sprachraum und zum mitteleuropäischen Kulturraum ist und bleibt ein wesentliches Gestaltungselement unserer eigenständigen Politik. 
 
 
Noch ein Zitat des Altpräsidenten Cossigga aus seinem Offenen Brief aus dem Monat Mai 2006 an die Zeitung Dolomiten: "Wenn es um Grundrechte wie die Selbstbestimmung, Gleichberechtigung der Völker und Abbau der Grenzen geht, müssen wir zeigen, dass wir (in Italien) damit Ernst machen." 
 
 
Nah dann, nur zu, wir warten schon darauf vergebens seit über drei Jahren, Herr "nonemegeht1" und fratelli d´Italia. L´Italia s´è desta, dell´elmo di Scipio, s´è cinta la testa. Dove´è Vittoria? Le porga la chioma, che schiava di Roma, iddio la creò.
 
Markus Anton
3. 21-06-2009 14:25
 
ABKÜHLEN!
Sehr geehrte SFler, 
Ihr habt schon recht, "austrophil" ist nicht die passende Bezeichnung für Euch,... den Rest behalte ich lieber für mich!;-) 
Ich meinte eigentlich mit austrophil nur, dass Ihr die Wiedereingliederung Südtirols in Österreich wollt; rückkehrwillig wäre wohl der passende Terminus gewesen.  
Damit bin ich als privater Person und auch als Mitglied der SVP nicht einverstanden!  
Wir sind alle südtiroler, insofern kann sich der Markus Anton seine überlangen, nichtssagenden, immer gleichen Litaneien gerne sparen. 
Tatsache ist:  
Die SVP steht in erster Linie zu dieser Autonomie, es kann nicht so schwer zu begreifen sein! 
Die offizielle Linie der SVP ist: Ausbau der Selbstverwaltung! Von einer Rückkehr nach Österreich ist nur im Extremfall die Rede. Trotz rauer Wind aus Rom, heute sind die Bedingungen hierfür eindeutig nicht gegeben! (Aber bellende Hunde beißen bekanntlich nicht!) 
Ach ja, nur weil man ständig Wunschdenken laut ausspricht, wird es garantiert nicht wahrer: die 2006er Petition, war keine Selbstbestimmungspetition, sondern eine Petition zur Verankerung der Schutzmachtfunktion Österreichs in der Verfassung. Diese lässt noch auf sich warten. Nicht wahr, Markus Anton? 
Übrigens, ich habe nirgends geschrieben, dass ich gegen Österreich als Schutzmacht etwas hätte,(sie ist mir sogar willkommen, so lange wir bleiben wo und wie wir sind, Verbesserungen NICHT ausgeschlossen!) sehr wohl aber etwas gegen eine Wiedereingliederung! 
Man kann so etwas einfach als Pragmatismus bezeichnen, für Euch ist es sicherlich eher Opportunismus, Identitätsverlust, Feigheit, usw. (Mir aber doch Wurst!) 
So lange Ihr nicht dazu fähig seid, einem die Rückkehr Südtirols nach Österreich schmackhaft zu machen und die Mehrheit der Südtiroler (=SVP-Wähler!)für Euch nur wohlstandsvernebelt ist, werdet Ihr sicher weiterhin viele Erfolge feiern...  
 
In diesem Sinne, alles Liebe und bis bald! 
 
nonamegeht1 
P.S. Gerade erst die geistige Ergüsse meines Lieblingskommentators ff gelesen: 
1. Die Attentäter, lieber ff, kämpften mit den falschen Mitteln für die Rückkehr nach Österreich, was sie erreicht haben wissen wir ja und sie haben es leider auch noch bitter bezahlt!  
2. Die Flagge hängt draußen, heute abend grillen wir und machen ein nettes Feuerchen,was ist daran antiitalienisch?  
Alles weitere lasse ich einfach unkommentiert, da habe ich mit dem leidensgeschichtlich versierter ff darüber zu Genüge diskutiert. 
Dir auch alles Liebe, ff!
 
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4. 21-06-2009 11:06
 
@noname
„Mir ist derartiges nicht aufgefallen!„ 
Das Mussolini-Denkmal, Militärparade mit Durnwalder usw. sind dir noch nicht aufgefallen? Hoppla! Man sieht nur das was man sehen will? 
 
„Die SVP ebnete ehemals den Weg zu dieser Autonomie“ 
Die SVP hat nur am Schreibtisch gesessen. Die Freiheitskämpfer saßen für die Autonomie im Gefängnis. 
 
„wird von der Mehrheit der Südtiroler (!) honoriert“ 
60 Jahre SVP Einparteisystem ist nicht unbedingt als „honoriert“ zu bezeichnen.  
 
 
„Nur weil Sie die SF-Litanei ständig wiederholen, wird sie nicht einfach so wahr!“ 
Das Kriegsverbrechen Italiens von 1919 ist wahr und die ital. Provinz noch immer Wirklichkeit.  
 
„werde ich am So. wohl die tiroler Flagge nicht raushängen und kein Feuerchen anzünden dürfen!“ 
Alles so verdrehen wie man es gerade braucht. Wäre das nicht „anti-italienisch“ ???
 
ff
5. 20-06-2009 18:05
 
@@noname
Noch einmal: Nicht böse sein, noname, aber es ist ebenso abzulehnen, wenn im Lande immer wieder Stimmung gegen Tirol und Österreich Stimmung gemacht wird. Warum sollen denn österreichische Spuren in Bozen verwischt werden? Lieber sollte man ernsthaft was gegen die Duce-Denkmäler unternehmen! Die Faschisten treiben das Ganze auf die Spitze, dem müssten unsere Offiziellen endlich viel ernsthafter entgegentreten, anstatt so etwas zu relativieren und das Tirol Verbindende schlecht zu machen. Die Aussagen Frattinis muss man ja fast als antiösterreichisch einstufen. Es ist auch befremdend, wie leicht es manchem Süd-Tiroler fällt, auf Österreich hinzuhauen. Ob latent oder offen vorhanden, eine solche Einstellung kommt gar nicht gut an. Eine generell antiitalienische Haltung ist natürlich abzulehnen, mindestens genauso aber eben auch eine gegen Tirol oder Österreich gerichtete! Und: Wer für die Selbstbestimmung ist, ist nicht gegen das Italienische per se. Das wird nur behauptet, um Stimmung gegen Tirol und Österreich zu machen.
 
HE
6. 20-06-2009 14:34
 
Böse SVP?
@ nonamegeht1 
Wir sind nicht austrophil, sondern wir sind (auch laut SVP und LH Durnwalder) Österreicher, die gegen ihren Willen nach einem imperialistischen Aggressionskrieg der Italiener zu deren Staat geschlagen wurden. Wir sind auch nicht antiitalienisch, sondern wir sind gegen jede nationalistische, imperialistische und totalitäre Politik. Zur Zeit ist es eben die italienische nationalistische Politik, gegen die wir uns zu wehren haben, wobei wir aber sehr wohl wissen, dass es Italiener gibt, die sich wegen der nationalistisch-faschistischen Elemente in ihrer derzeit herrschenden politischen Klasse schämen. Wenn es Südtiroler gibt, die es lieber mit den Faschisten halten als mit den demokratischen Italienern, dann kann man das nur bedauern. Die Mehrheit der Südtiroler wählt die SVP, die das Selbstbestimmungsrecht in ihrem Statut hat. Die Süd-Tiroler Freiheit hat diese Wähler nie als unintelligent hingestellt. Immer mehr Südtiroler wählen aber die Süd-Tiroler Freiheit, die das Selbstbestimmungsrecht nicht nur im Statut hat, sondern es konkret fordert. Was ist daran schlimm?
 
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7. 20-06-2009 14:07
 
@noname-Fehleinschätzungen
Ihnen sind ein paar ganz grundsätzliche Fehleinschätzungen unterlaufen, auf die ich hier eingehen möchte: 1. Austrophil bedeutet keinesfalls automatisch antiitalienisch! Das Problem sind in Süd-Tirol nur die imperialistisch oder faschistisch eingestellten Italiener, die die Mehrheit im Land einschüchtern, ihr ihren Willen aufzwingen wollen und damit bei Durnwalder etwa offenbar auch Erfolg haben. Dabei sind ihre rechtsgerichteten Aktivitäten und Ansichten mit den in einer rechtstaatlichen Demokratie nicht immer vereinbar und würden anderswo auch nicht toleriert. Die meisten Italiener im Lande jedoch sind Gott sei Dank vernünftige Leute, mit denen eine selbstbestimmte Zukunft auch sehr gut vorstellbar ist. Viele von ihnen sind sogar ziemlich enttäuscht vom italienischen Staat. 2. Niemand bestreitet, dass sich die Autonomie bewährt hat. Es geht aber um die Zukunft. Man muss nur Rom anhören, um zu begreifen, dass die Autonomie keine Dauerlösung ist. Was aber dann? Wir wollen halt nicht irgendwann in der Assimilierung enden. Eine faire Zukunftslösung ist nur über das Selbstbestimmungsrecht möglich. Warum hat man denn nicht den Mut dazu? Dabei könnte sich jeder einbringen. Nicht umsonst steht die SVP auch zum Österreichbezug und zum Recht des Volkes, sich frei zu entscheiden. Es braucht nur den Mut, das alles fertig zu denken. 3. Warum gibt sich die SVP jetzt so empfindlich? Muss sie nicht mit Kritik rechnen, wenn sie antdemokratische Aktivitäten und Ansichten duldet und schönredet. Wenn Sie noch dazu legitime Kritik zum Anlass nimmt, die Kritiker zu diffamieren oder diffamieren zu lassen. Wenn sie berechtigte Anliegen wie das völkerrechtlich anerkannte Selbstbestimmungsrecht in den Dreck zieht oder ziehen lässt. Wenn sie zusieht, wie die Diskussionen über das Selbstbestimmungsrecht mit Hilfe der Medien unterbunden werden, oder man sich an der Verhinderungs- und Unterdrückungsstrategie sogar beteiligt. Dass sich das die angegriffenen Schützen oder das SF, die sich übrigens vorbildhaft demokratisch benehmen, nicht gefallen lassen, liegt wohl auf der Hand. Nix Hitzkopf also! Es wäre doch traurig, wenn sie sich mit zweifelhaften Methoden mundtot machen ließen, wo sie doch mit ihren Anliegen viel mehr Erfolg haben sollen! Die SVP ist herzlich eingeladen, sich an einer zukunftsorientierten Politik zu beteiligen. Damit würde sie sich auf Dauer mit Sicherheit weniger beschädigen als mit ihrer derzeitigen einseitig ausgerichteten Linie. Wer nun also wie Sie z. B. vorweg einmal austrophil mit antiitalienisch gleichsetzt, hat doch was Wesentliches nicht richtig verstanden, will eher umgekehrt Ressentiments schüren! Besser wäre es hier, sich umfassend zu informieren, bevor man einfach auf Bürger, denen Tirol wirklich noch was bedeutet, losgeht.
 
HE
8. 20-06-2009 12:41
 
Nomen ist Omen
Wer sich schon so nennt, nämlich "no namegeht", dann kann man es sich leicht denken, von welcher Seite so eine Meinung kommt. "No name" gibt sich als ein SVP-ler aus. Vergisst aber noch so gerne dabei, wenn er hier in seinem Kommentar der STF Austrophilismus vorwerfen will, dass auch die Südtiroler Volkspartei schon immer in ihren unzähligen Stellungnahmen der eigenen Spitzenpolitiker, Landeshauptmann inbegriffen, oder im eigenen Parteiprogramm, die Südtiroler als Österreichische Minderheit in Italien bezeichnet.  
 
Dass diese Minderheit in Italien die Nähe zum Bundesland Tirol und zum Vaterland der Tiroler dem Land Österreich sucht, darf den "no name" nicht wirklich verwundern, dass ist überall in Europa oder und er weiten Welt so! Man wird auch nicht den Italienern in Bozen oder in Innsbruck vorwerfen können, wenn sie italophil denken wollen. 
 
Die deutschsprachigen und ladinischen Tiroler sind im eigenen Land der AP Bozen auch keine Minderheit, sondern eine 75% starke ethnische und sprachliche Mehrheit, dazu leben fast alle Italiener in diesem Land nur im Dreieck Bozen-Meran-Salurn. Auf der Ebene des Staates aber stellen die Süd-Tiroler nicht mehr als 0,6% der Gesamtbevölkerung dieses Staates dar und die Provinz Bozen ist bekanntlich eine von über 130 anderen in diesem Staat. Dass man mit dieser mickrigen Stärke stets bestrebt sein sollte, die eigene unverwechselbare nicht italienische Identität zu verteidigen und im eigenen wohlverstandenen Interesse zu bewahren, um nicht in diesem de facto Minderheiten feindlichen Staat mit der Zeit unterzugehen, das müsste einem jedem Angehörigen einer ethnischen Minderheit ziemlich klar sein. So gesehen müsste man nur sehr froh darüber sein, dass die Süd-Tiroler als ethnische Minderheit in Italien überhaupt ein Vaterland außerhalb des Stiefelstaates und eine im Völkerrecht anerkannte Schutzmacht der eigenen Interessen gestern, heute und morgen haben. Andere Beispiele aus Friaul, Aostatal, Triest und Gorizia zeigen ganz deutlich, wie schnell es bergab mit einer Minderheit in ihrer angestammten Heimat in diesem Land Italien gehen kann. Man sollte nur als Süd-Tiroler darüber glücklich sein, dass man im Gegensatz zu anderen Minderheiten in Italien so lange den eigenen unverwechselbaren und unverfälschten Charakter behalten hat. Es sei denn, man trägt den Namen "no namegeht1", und man sieht in der heute geistigen Anwesenheit des Vaterlandes Österreich sowie in Tirolertum der AP Bozen in Süd-Tirol eine Gefahr für den Fortbestand der von diesem Staat aufgezwungenen tolomeischen Konstrukte der Italianità des Alto Adige und die Gefahr für Absicherung der Position der Verteidiger dieser Fremdbestimmung, die womöglich in Zukunft in einem Europa der freien und der selbstbestimmten Völker einmal arbeitslos sein könnten.  
 
Das entspricht aber in keinster Weise der offiziellen Parteilinie der SVP und auch nicht den Meinungen ihrer Parteimitglieder in der vorhandenen repräsentativen politischen Breite. Im Jahre 2006 unterschrieben 99% aller Bürgermeister in Südtirol eine Selbstbestimmungpetition an den Österreichischen Nationalrat in Wien. Alle, die diese Petition unterschrieben haben, waren SVP-Parteimitglieder und vom Wähler in ihre Ämter als Kandidaten der SVP entsandt worden.  
 
Es wirkt ein wenig tragikomisch, wenn es Menschen in diesem Land geben sollte, die vorgeben SVP Mitglieder zu sein, aber in der Praxis entgegengesetzte politische und ideologische sowie Tirol feindliche Positionen vertreten oder Kommentare verfassen, die nur so verstanden werden können. Sie dürfen nur in ihrem eigenen Namen sprechen, nicht in Namen der Partei. Die hat nämlich eine eigene glasklare Meinung, was den Themenkreis der Beziehung zwischen AP Bozen Südtirol und dem eigenen Vaterland Österreich betrifft. Es steht einem jedem Menschen jede Zeit frei, sich bei Bedarf darüber aus diversen Quellen ausreichend zu informieren, vor allem dann, wenn man als Italiener oder als Süd-Tiroler der deutschen Sprache mächtig ist.
 
Markus Anton
9. 20-06-2009 02:44
 
Böse SVP!
Sehr geehrter Herr oder Frau HE, 
Sie schreiben von abstrakten Begriffen wie Identitätsverlust, gesellschaftlichen Abspaltung, von der bösen, feigen SVP im Dienste der walschen Imperialisten, usw. 
Leben wir im gleichen Land? Mir ist derartiges nicht aufgefallen! 
Dass die SF-Hitzköpfe nichts anderes als eine (lautstarke) Minderheit in Südtirol sind, die die Mehrheit unserer Landsleute (die ja SVP wählen!) als wohlstandsvernebelt und unintelligent kritisieren, ist durchaus bekannt. 
Tatsache ist: Die SVP ebnete ehemals den Weg zu dieser Autonomie und ihren Vorzügen und verwaltet bis heute dieses Land ziemlich gut, und, und, und. Dies wird von der Mehrheit der Südtiroler (!) honoriert und nicht die abstrakten, unbedachten Versprechungen einer austrophilen (=antiitalienischen) Minderheit. Insofern betrachte ich Ihre Kritik als unwahr und nicht angebracht.  
Nur weil Sie die SF-Litanei ständig wiederholen, wird sie nicht einfach so wahr!  
P.S. Vor lauter Identitätsverlust und Feigheit (ich bin SVPler!)werde ich am So. wohl die tiroler Flagge nicht raushängen und kein Feuerchen anzünden dürfen!
 
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10. 19-06-2009 15:34
 
Der Weg der Feigheit!
Und die Durnwalder-SVP fördert oder duldet das alles!? Mit ihrer einseitigen Politik macht sie sich ja direkt mitschuldig am Identitätsverlust und an einer gesellschaftlichen Spaltung in Süd-Tirol! Gefragt wäre eine SVP, der das Wohl des Landes am Herzen liegt, nicht aber das Wohl von imperialistischen Italienisierern. Es ist ja geradezu unglaublich, wie sehr ein Frattini mit seinen unqualifizierten Äußerungen den Durnwalder einschüchtern konnte.
 
HE
11. 19-06-2009 13:27
 
Der Weg der Feigheit!
Als ehemaliger Student des humanistischen Lyzeum Fachrichtung Kunst von Bozen möchte ich bitte auf den kleinen aber feinen Unterschied zwischen der Tankstelle und dem Christanellhaus verweisen. Die Tankstelle, oder besser gesagt das Gebäude der Tankstelle, ist von der kunsthistorischen und architektonischen Sicht einzigartig und interessant. In wenigen Worten, das Dach das jene Tankstelle besitzt ist einzigartig (es hängt nur an einer seite) und wurde desshalb unter denkmalschutz gestellt.. auch wenns für die meisten eine hässliche Tankstelle ist. 
 
Das Christanellhaus ist leider "nur" eines von vielen Häusern in Bozen einer gewissen Epoche. Natürlich für mich auch erhaltenswert!! Aber man kann nicht beide Bauten auf ein Level stellen und miteinander vergleichen.
 
Kurt
12. 18-06-2009 18:40
 
WINI
Neulich war ich in Bozen (Buchvorstellung) 
 
Dumpfe, heiße Sommerschwüle 
Lagern auf der Boznerstadt 
Mutlos geh`ich durchs Gewühle 
Traumverloren, traurig matt. 
 
Seit ich Bozen hab`verlassen 
Oh es ist ein kurzer Mond,- 
Aber Plätze, Straßen Gassen 
Zeigten mir sich ungewohnt. 
 
Um mich hasten wie Maschinen 
Männer, Frauer, Jung und Alt 
Ach sie mussen hart verdienen 
Sich den Lebensunterhalt. 
 
Um den Wohlstand nicht zu verlieren 
Fügen sie sich der Gewalt 
Die alte Stadt soll sich genieren 
Alles verwelscht - wie wird mir kalt. 
 
Alles muß dem Mamon dienen 
Geld treibt alles hin und her; - 
Werden Menschen wie Maschinen 
Gibt es keine Rettung mehr. 
 
Alles ist verändert worden; 
Langsam schreitet Südtirol (Bozen)  
Aus der deutschen Väter Norden 
Hin zum welschen Kapitol.
 
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