Aufruf zum Herz Jesu Sonntag: Erneuerung des Gelöbnisses für die Freiheit Süd-Tirols
Donnerstag, 18. Juni 2009
Herz_Jesu_Feuer_200.jpgDie Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Freies Bündnis für Tirol, ruft alle Tiroler Landsleute dazu auf, sich am kommenden Sonntag an den Feierlichkeiten des Herz-Jesu-Festes zu beteiligen und durch das Hissen der Tiroler Fahne ein Zeichen der Verbundenheit zur Tiroler Heimat zu setzen.

In Zeiten drohender Fremdbestimmung haben unsere Vorfahren im Jahre 1796 das Land dem Herzen Jesu geweiht und um die Bewahrung der Freiheit gebeten. Dieses Gelöbnis gewinnt gerade im heurigen Tiroler Gedenkjahr an zusätzlicher Bedeutung, da Tirol noch immer geteilt ist und Süd-Tirol von einem Staat fremdbestimmt wird, der kein Anrecht auf dieses Land hat und sich dieses Gebiet gegen den Willen der Bevölkerung einverleibt hat.

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang auch die Feuernacht am Herz-Jesu Sonntag 1961, bei der sich aufrechte Landsleute gegen die verbrecherische Unterdrückung des italienischen Staates zur Wehr gesetzt haben und zum Wohle des Volkes und der Heimat ihr Leben und ihre Freiheit aufs Spiel setzten.

Unerträglich ist es daher, dass einige der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer noch immer in Verbannung leben müssen und nicht in ihre Heimat zurückkehren dürfen.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT ruft daher die Bevölkerung in ganz Tirol dazu auf, das Herz-Jesu-Fest in diesem Gedenkjahr besonders andächtig zu begehen und die Erneuerung des Herz-Jesu-Gelöbnisses ganz bewusst der Freiheit Süd-Tirols zu widmen.

Sven Knoll
Landtagsabgeordneter
und Landesjugendsprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kommentare (2)
1. 21-06-2009 12:04
 
Sommersonnenwende
Am Nationalfeiertag, am Tage der Sommersonnenwende 2009 hat die größte Insel der Arktis die Dänische Autonomie Grönland in einem völkerrechtlichen Staatsakt die Dominanz dieser alten Staatsmacht Dänemark soeben abgeschüttet. Der amtierende Regierungschef Grönlands Kuupik Kleist und die Dänische Königin Margarethe II. unterzeichneten gestern ein Abkommen, in dem die völkerrechtlichen Modalitäten der Erweiterung des heutigen Status von der Selbstverwaltung zur völligen Selbstbestimmung festgelegt wurden. Im November des vergangenen Jahres 2008 sprach sich eine über 80% starke Bevölkerungsmehrheit in Grönland in einem Referendum für die Ausübung der Selbstbestimmung aus. Der heutige Staat respektiert diese Entscheidung voll und will nun diese Insel auf ihre Unabhängigkeit Zug um Zug vorbereiten. 
 
Eine ähnliche Diskussion zu Selbstbestimmung begleitet seit vielen Jahrzehnten auch die Gesellschaft der Dänischen Autonomie der Färöer Inseln im Nordatlantik. Wegen der voraussichtlich auszubleibenden Dauersubventionen aus Kopenhagen für diese Autonomie im Falle der Ausübung der Selbstbestimmung hat dort die Bevölkerung immer wieder ein Nein zu Selbstbestimmung in einem Referendum gesagt. Dennoch geht diese Debatte dort munter weiter. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine echte moderne westeuropäische Autonomie, die mit dem Staat nur wenig Berührungspunkte hat. Färöer Inseln sind so etwas wie ein wenig bekanntes Wikingerland, das wegen seiner Abgeschiedenheit und weltpolitisch unbedeutender Größe am Rande von Europa ein Eigenleben führt. Die offizielle Seite im Internet der Regierung der Färöer hat auch eine Version in Wikingersprache und eine in englischer Ausgabe. Man kann sich dort gut über die Verfassung dieses Landes informieren. Die Adresse lautet: http://www.tinganes.fo/ 
 
Wenn man die Rechte einer Autonomie der EU z.B. der Färöer mit denen der AP Bozen vergleichen will, dann sieht man sofort, wie mickrig die Autonomie in Süd-Tirol ist, bzw. wie stark das deutschsprachige Land Tirol südlich des Brenners von diesem heutigen Staat in jedem nur erdenklichen Bereich mit seinen Organen der Staatsicherheit bis zum heutigen Tag kontrolliert und bevormundet wird. Das autonome Recht die eigene Sprache zu sprechen, eigene Symbole zu verehren, eigene Schulen zu betreiben, dieses Recht gab es auch vor 200 Jahren überall in Europa in ähnlichen Fällen und wurde nicht erst von Italien für Süd-Tirol großzügig zwischen 1972-92 erfunden. Auch die italienischsprachigen Welsch-Tiroler wurden im Habsburgerreich schon damals in ferner Geschichte unvergleichlich besser vom damaligen angeblich vordemokratischen Staat behandelt, als die Süd-Tiroler in diesem heutigen Staat. Die gestern wie heute real existierenden Rechte einer jeden Autonomie in Europa gehen heute sehr viel weiter, als die AP Bozen in diesem Staat bei günstiger politischer Konjunktur jemals politisch ankommen wird. Eher im Gegenteil. Dieser Staat denkt heute wieder an Modelle einer Scheinautonomie nach, auch für Südtirol wie in der Zeit vor dem Beginn ihrer Einführung im Jahre 1972. Die Welt draußen geht aber ihren politischen Weg auch in Fragen des modernen Autonomieverständnisses wie vor Jahr und Tag weiter. Zwischen 1989-2008 hat es unzählige gelungene Selbstbestimmungen von Autonomien in Europa zwischen Ost-Berlin, Tallin, Laibach, Zagreb, Podgorica in Montenegro und Pristina im Kosovo gegeben. Es tut sich gestern wie heute auch sehr viel in allen Autonomien der alten EU in dieser Frage, von Schottland bis Katalonien. Nur in der "allerbesten Autonomie der Welt" in diesem absurden Freilichmuseum des Duce-Faschismus gehen in allen diesen Fragen die Uhren nach einer anderen Zeitrechnung. Wenn aber die offizielle Landespolitik auf der Ebene der Landesregierung in Bozen keine Alternativen zum Status quo von heute sehen will, dann darf sie sich nicht einmal wundern, wenn diese sehr bescheidene Autonomie mit der Zeit einmal der de facto Scheinautonomie wie in Friaul in Italien im Sinne der Altoatesinisierung des Landes Süd-Tirol angeglichen wird.
 
Markus Anton
2. 20-06-2009 18:33
 
Aus dem Kerker ....
1962: Auch aus dem Gefängnis wehte die Tiroler Fahne 
 
Am Herz Jesu Sonntag 1962 sorgte Sepp Kerschbaumer für Entrüstung in der italienischen Presse, weil er eine aus Taschentüchern zusammengenähte rot- weiße Fahne an die Gitter seiner Zelle im Bozner Gefängnis hängte. Er hatte seine Frau gebeten, sechs rote und sechs weiße Taschentücher ins Gefängnis zu bringen. 
Sepp Kerschbaumer befand sich zu dieser Zeit wegen der Anschläge in der Herz- Jesu- Nacht 1961 in U-Haft im Bozner Gefängnis. 
Die Tiroler Fahne wehte zur Tageszeitung „Alto Adige“ hinüber, die damals gegenüber ihren Sitz hatte. Dort fasste man diese Schneuztuchfahne natürlich als Provokation auf. 
Ein Mithäftling von Sepp Kershbaumer, Josef Fontana erzählt dazu: „Wir merkten, dass die beim „Alto Adige“ drüben verrückt werden. Da hat es einen regelrechten Auflauf gegeben. Am nächsten Tag hat der „Alto Adige“ dann seinen Lokalteil mit der Geschichte aufgemacht. Unsere Wachen sind herumgesaust wie die Wespen …“ 
Es war natürlich eine Niederlage für den Staat. Den ganzen Herz- Jesu- Sonntag über waren die Hubschrauber im Einsatz, um das Land nach Fahnen und Feuern abzusuchen und ausgerechnet im Gefängnis von Bozen wird die Tiroler Fahne gehisst. 
 
Roland Lang
 
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