Volkslieder: Was ist korrekt?
Dienstag, 9. Juni 2009
h._staffler.jpgDass der Südtiroler Schützenbund nur aufgrund einer Medienkampagne auf seiner Internet-Seite einen Link auf die weltweit größte Volksliedsammlung gelöscht hat, finde ich bedauerlich. Es ist aber weiter kein Weltuntergang, da man die Seite ja direkt anklicken kann. Ich tue dies regelmäßig, wobei es mir vor allem die Kampflieder der internationalen kommunistischen Brigaden angetan haben, die 1936 in Spanien gegen die von Mussolini und Hitler unterstützte klerikal-faschistische Aggression gekämpft haben.

Ich fürchte aber, dass dies der „Dolomiten“-Redaktion auch nicht recht ist. Ich schlage daher vor, dass die „Dolomiten“ eine Liste aller ihrer Meinung nach politisch korrekten Lieder veröffentlichen, damit wir wissen, was wir singen dürfen und was nicht.

Hartmuth Staffler, Süd-Tiroler Freiheit, Brixen

 


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Kommentare (9)
1. 10-06-2009 15:03
 
Brigaden
@Herr Staffler 
Laut ihrer Geschichtsdarstellung (nehme ich jetzt mal an) handelt es sich um sehr genuine, aus Antifaschisten bestehenden und freiheitsliebenden Kämpfern. Wenn dem nur so gewesen wäre! Es gab auch hier eine sehr harte stalinistische Linie und Säuberungen (der Begriff sollte Ihnen in Bezug auf Stalin bekannt vorkommen) waren keine Seltenheit. 
Sollte jemand diese zwar aufopferungsvoll aber militärisch auf verlorenem Posten kämpfenden Truppen nicht sehr geläufig sein, so ist das noch lange nicht ein Mangel in Geschichtskenntnissen. Ich lasse es mal dahingestellt ob ich nicht wesentlich bedeutendere Geschichtsabschnitte besser beherrsche, als Sie sich laufend anmaßen.
 
Leeroy
2. 10-06-2009 10:36
 
Gegen Nationalismus
@ Leeroy 
Ich habe geschrieben, dass es schade ist, einen Link zu löschen, der auf die größte Liedsammlung der Welt verweist. Für mich besonders wertvoll sind auf dieser Seite die Lieder aller Freiheitskämpfer gegen Nationalismus, Imperialismus, Nationalsozialismus, Faschismus usw. Wenn sie die Freiwilligen, die in Spanien gegen die klerikal-faschistische Aggression gekämpft haben, als "irgendwelche Brigaden" abtun, dann können sie mir nur leid tun. Lernen sie Geschichte!
 
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3. 10-06-2009 08:10
 
Lieder
@Herr Staffler 
Sie reden um den Brei. Es geht nicht um die Lieder irgendwelcher Brigaden, sondern um extremes Gedankengut, in diesem Falle um Nazilieder. Sie schreiben wörtlich, dass es schade ist, einen Link zu löschen, der diese Lieder (unter anderem) beeinhaltet. Zudem sagen sie ja offen, dass sie den Link weiterhin (direkt) anklicken, obwohl es hunderte von "sauberen" Links als Alternative gäbe.  
Die Formulierung "Müllhaufen der Geschichte" hab ich bewusst genommen, weil ja keine Gelegenheit ausgelassen wird die Relikte hierzulando so zu betiteln. Find ich auch richtig. Aber genau dort hin gehören auch bestimmte Lieder. 
Maßen Sie sich nicht an mir zu unterstellen ich verstehe nichts von Geschichte.
 
Leeroy
4. 09-06-2009 22:43
 
Volkslieder
@Leeroy 
"Warum singen Sie dann nicht frisch faschistische Lieder. Der Vorschlag zur Dolomitenliste..." PFUI!!!! 
Wer custodiet custodes? Die so aufmerksamen "Dolomiten" haben eine Zwerg-Nachricht veröffentlicht, und die haben Sie anscheinend verpasst: bis vor kurzem war es möglich in BZ wunderbare CD zu kaufen: "CANTI FASCISTI. I veri canti del ventennio fascista". Und natürlich bedauert die Mutterfirma ASPIAG den peinlichen Fehler, so ASPIAG-Direktor Robert Hillebrand.... 
Schade, dass die so ehrlichen Dolomiten vergessen haben zu schreiben, wo die wunderbare CD zu kaufen war...nämlich in einem Geschäft von der ASPIAG!!! 
Natürlich ist es reiner Zufall, dass die ASPIAG der größte Inserent von den "Dolomiten" ist.... 
Und so, Herr Leroy,können Sie selber verstehen, dass die Gesetze nicht für alle gleich sind.....
 
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5. 09-06-2009 15:47
 
Volkslieder
@ Leeroy 
Das Singen von faschistischen Liedern überlasse ich gerne ihnen. Vielleicht haben sich sich bei Interspar eine entsprechende CD gekauft (dieses obszöne Angebot ist von den "Dolomiten" vollkommen verharmlost worden, weil die ASPIAG ihr bester Anzeigenkunde ist!) Ich selbst singe weder faschistische noch nationalsozialistische Lieder, sondern vorwiegend alpenländische Volkslieder und Kirchenmusik. Mich interessieren aber die Lieder aller Freiheitskämpfer und daher auch die Lieder der internationalen Brigaden, die gegen die klerikal-faschistische Aggression in Spanien kämpften. Wenn sie glauben, dass diese Lieder auf den Müllhaufen der geschichte gehören, dann haben sie von Geschichte nichts verstanden.
 
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6. 09-06-2009 15:37
 
...
ich frage mich: 
 
wie kann man erwarten, als kämpfer gegen faschismus ernst genommen zu werden, wenn gleichzeitig loblieder auf hitler bagatellisiert werden? 
 
kein ernsthafter demokrat wird wohl anzweifeln dass es sich bei den auf jener seite veröffentlichten liedern um rechtsradikales gedankengut gehandelt hat. 
 
dieses ganze dolomiten-und svp bashing ist ja gut und recht, ihr solltet aber auch die augen geöffnet halten und nicht einfach blind (und pauschal) drauflosschießen....
 
johann d
7. 09-06-2009 13:31
 
Medien und Selbstbestimmung
Man braucht da z.B. an das Medium von You Tube und andere vergleichbare Quellen nur denken. Auch hier findet man alles, was es im Leben auch anderswo gibt. Auch Yuo Tube hat einen klaren Betreiber und eine eigene Redaktion. Trotzdem findet man dort keine Zensur vor. Eine Demokratie müsste in allen Zeiten den Widerspruch von allen möglichen Seiten aushalten. Die Stärke der demokratischen Ordnung ist die der glaubwürdigen Argumente und nicht der Verbote.  
 
In diesem konkreten Fall müssten eigentlich alle ganz genau wissen, wo die Südtiroler Schützen ideologisch angesiedelt sind. Dennoch haben bestimmte Machtzirkel versucht, die Schützen in bester Stasi-Manier politisch und in einer Demokratie unzulässiger Weise anzugreifen und dem Ruf der Schützen nachhaltig zu schaden. 
 
In so einem Fall erhebt sich die Frage, wem nutzt es. Auch hier gibt es eine klare Antwort. Die politische Arbeit der Schützen für die Selbstbestimmung des Landes Tirol südlich des Brenners und gegen die obszönen Relikte des Duce-Faschismus in der Öffentlichkeit hat in den letzten Jahren die allgemeine Meinung in Süd-Tirol sehr deutlich zugunsten der Klärung der Selbstbestimmungfrage beeinflusst. 
 
Auch in Italien und in der AP Bozen müsste man wissen, dass man heute in Europa z.B. in Georgien, Transistiren genauso wie in Süd-Tirol nur sehr wenig gegen eine friedliche, demokratisch legitimierte und sehr disziplinierte Bewegung mit einer klaren Zielsetzung der Selbstbestimmung ausrichten kann. Man kann wenig gegen berechtigte friedliche Forderungen aus der Gesellschaft und entsprechende Demonstrationen machen, aber man kann die Seite der Befürworter der demokratisch legitimierten und friedlichen Selbstbestimmung verleumden und Angst vor einem gewaltsamen Untergang der alten Ordnung schüren. Daher greift man wieder einmal so gerne in die Mottenkiste der Stasi-Methoden, um in diesem Fall die Schützen nachhaltig in ihrem Ruf zu schädigen und damit der Selbstbestimmung den ideologischen Wind aus den Segeln zu nehmen.  
 
Die Süd-Tiroler mussten sich in diesem Staat vom Anfang dieser Fremdherrschaft an alles nur erdenkliche von Italien gefallen lassen, auch die überall sichtbaren Relikte des Faschismus. Umgekehrt müsste man aber auf alle nur erdenklichen oder noch so ausgefallenen Empfindlichkeiten der Italiener permanent Rücksichten nehmen und auch heute sich so ziemlich alles auf der Seite der Süd-Tiroler gefallen lassen. Falls jemand in einer Schlüsselposition der Gesellschaft nicht damit einverstanden ist, dem droht man mit Entzug der Geldmittel oder empfiehlt den Ortswechsel nach Nord-Tirol. In Alto Adige siamo bekanntlich noch in Italia und da gehen die Uhren bekanntlich immer anders als im übrigen Europa, wo es bekanntlich auch noch andere Autonomien gibt. 
 
Dass das im Fall einer echten Autonomie nicht immer so sein kann, das zeigen die vielen Beispiele der gelungenen modernen Autonomiemodelle im Norden und Westen Europas, wo auch eine freie und unbehinderte Diskusion zur Frage der eigenen Selbstbestimmung immer schon möglich war und weiterhin möglich bleibt. 
 
In der AP Bozen ist in dieser allerbesten Autonomie der Welt nördlich der Arabischen Liga alles anders im europäischen Vergleich. Wenn man aber heute die Situation der AP Bozen mit den de facto nur auf dem Papier existierenden anderen Autonomien in Italien vergleicht, wie z.B. in Friaul, Aostatal oder Sardinien, dann hat sich Südtirol dennoch eine Sonderstellung gegen permanenten massiven Widerstand Italiens hart erkämpft.  
 
In den letzten Wochen waren sogar in Rom Stimmen zu vernehmen, wonach sogar diese Scheinautonomie in Friaul, wie sie auch früher einmal für Südtirol gedacht war, zu viel des Guten in Italien seien. Da müssten alle Alarmglocken in Bozen laut läuten. Das sonderbare am real existierenden Modell der Autonomie Süd-Tirols ist noch das Faktum, dass man sich sogar selbst mit dem eigenen Geld über Steuerausgleich Bozen-Rom-Bozen den Stillstand in der demokratiepolitischen Entwicklung der Autonomie finanziert. Rom kann nach Belieben an dieser Schraube drehen und die Landesregierung der SVP muss nolens volens das machen, was man von ihr aus Rom verlangt. Von einer der Landesregierung würdigen politischen Weitsicht ist in diesem Fall gar keine Spur. Das geht sogar so weit, dass man ohne höheren Zwang gemeinsam mit den Wölfen und mit den Schwarzhemden heult, nur weil man es in Rom es so haben will, um wahrscheinlich die Widerstandskraft der SVP einmal zu testen. In den letzten Wochen hat man in bestimmten gleichgeschalteten Medien ein ziemlich unglaubwürdiges und völlig unwahrscheinliches Szenario eines ethnischen Unfrieden gezeichnet. Das nur deswegen, weil die Schützen zwei mal in den letzten 10 Monaten friedlich gegen Relikte des Duce-Faschismus zugegebenermaßen effektvoll demonstriert und damit die unerwartete neue politische Stärke gezeigt haben.  
 
Seit dem Jahre 1946 seit der Selbstbestimmungpetition hat es zu keinem Zeitpunkt der süd-tiroler Geschichte so eine deutliche und politisch nachhaltige Bewegung aus der Gesellschaft heraus in Richtung der Ausübung der Selbstbestimmung gegeben, wie gerade jetzt seit dem Zeitpunkt der letzten großen Selbstbestimmungpetition der südtiroler Bürgermeister an Österreich aus dem Jahre 2006.  
 
Das ist den Verwaltern des Konstrukts der Italianità des Alto Adige nicht entgangen. Man kann die Aktivitäten der Schützen nicht so leicht in einer Demokratie verbieten. Man kann sie aber in verleumderischer Weise anpatzen, um auch andere Kräfte vor einem weiteren Engagement in Frage der Selbstbestimmung zu warnen. Wie es scheint, diese Rechnung ist vorläufig aufgegangen. Die sieben autonomen Zwerge hinter dem siebten Berge des Alto Adige lassen sich noch so leicht von einem Zauberer in Rom einschüchtern und machen das, was man ihnen anschafft, damit das Selbstbestimmung-Schneewittchen weiter ungeküsst bleibt. Die Märchenstunde der Gegner der Selbstbestimmung müsste aber jetzt vorbei sein und man darf weiter sehr hoffen, dass die patriotische Seite der Befürworter der Selbstbestimmung in ihren Bemühungen nicht nachlässt. Wir leben heute nicht mehr in der Duce-Zeit, auch wenn manche Äußerungen in letzter Zeit aus Rom so geklungen haben, oder in der Zeit der Scheinautonomie der 60er Jahre, sondern wir leben heute im Jahre 2009 in einem Europa der EU der Demokratie und der Menschenrechte, der freien und selbstbestimmten Völker. Das müsste sich nur noch besser bis in die Brennerstrasse in Bozen umsprechen. Über die Einhaltung des EU-Regelwerkes und aller Vorschriften achten mit einem Argusauge die EU-Organe, sogar im Falle der demokratiepolitisch unterentwickelten Türkei. Wenn man bedenkt, dass beide Länder Türkei und Italien unabhängig voneinander ziemlich zeitgleich den Strafbestand der Beleidigung des Türkentums oder der Italianità bzw. auch der friedliche Bestrebung nach Seezession fallen gelassen haben, dann sieht man an diesem Beispiel, wo sich beide Länder in dieser Frage demokratiepolitisch befinden. 
 
Umso mehr kann man der Tirol patriotischen Bewegung der STF nur Recht geben, "Süd-Tirol ist nicht Italien", ethnisch, historisch, sprachlich und kulturell nicht. Aus diesem Grund verdient das Land umso mehr die unbehinderte Möglichkeit der Klärung der ewig aufgeschobenen Frage der Selbstbestimmung. Diese Möglichkeit wird aber eher aufgrund der gesamt politischen Entwicklung der EU der nächsten Jahre kommen, und nicht weil Rom der Landesregierung in Bozen einmal diese Alternative großzügig eröffnet. In diese Richtung dürfte man die Selbstbestimmungdebatte weiter führen, bis sie hoffentlich einmal eine echte Chance auf Verwirklichung in der Gesellschaft Süd-Tirols bekommt.
 
Markus Anton
8. 09-06-2009 11:59
 
Volkslieder
Herr Staffler, könnten sie mir bitte diese Frage beantworten: warum singen sie dann nicht frisch faschistische Lieder?  
Der Vorschlag zur Dolomitenliste ist gar nicht mal so schlecht, da anscheindend so mancher hierzulande tatsächlich nicht weis, was man singen kann und was auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.
 
Leeroy
9. 09-06-2009 10:41
 
Manipuliertes Volk
Vor den Wahlen im Oktober 2008 diffamierte die Dolomiten auf ihrer Titelseite die Freiheitlichen mit einer frei unterstellten Nazi-Gesinnung. Danach wurde Sven Knoll Opfer eines Nazi-Artikels in der „Alto Adige“. Und jetzt sind es die Schützen, denen man versucht aufgrund eines unbedeutenden Internet-Links eine Nazi-Ideologie zu unterstellen. 
Hier sieht man wie die Medien versuchen Meinungen zu machen und das Volk manipulieren wollen.
 
ff

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