Offener Brief an den Herausgeber der Tiroler Tageszeitung
Freitag, 5. Juni 2009

tiroler_adler.gifDer bevorstehende Landesfestumzug wird auch von der Tiroler Tageszeitung nur mehr auf die Dornenkrone und die „aufmüpfigen“ Südtiroler Schützen reduziert. Es befremdet, dass das positive Thema Landeseinheit durch einige namhafte Redakteure überwiegend abschätzig kommentiert wird.

 

Jene Tiroler, die sich offen für die politische Einheit Tirols einsetzen, werden entweder in die rechte Ecke gestellt oder als Ewiggestrige gebrandmarkt. Die Angriffe durch Linke und Grüne auf unsere Schützen und deren friedliches Eintreten für die Wiedervereinigung Tirols wird hingegen von der TT kommentarlos übernommen. Die „offene Tirol-Frage“ wird seitens der Tiroler Tageszeitung kaum bis gar nicht realisiert; es wird in diesem Zusammenhang weder die gesellschafts- noch die parteipolitische Landschaft nördlich und südlich des Brenners analysiert. Der zunehmende Italo-Faschismus und Assimilierungsdruck in Südtirol wird durch einige Intellektuelle, Linke und Grüne bewusst negiert, sollte uns dies nicht zu denken geben?

Möglicherweise bestimmt die „political correctness“ die Blattlinie der Tiroler Tageszeitung. Es darf scheinbar im größten Printmedium Tirols neben der „Euroregion Tirol“ keine zweite Wahrheit geben, wie etwa die Vision der politischen Landeseinheit. Dass diese Euroregion - im Gegensatz zu den immer lauter werdenden Rufen nach Landeseinheit - totes Papier ist, wird dabei außer Acht gelassen. Die Tageszeitung sollte Ihre Position zu Tirol offen auf den Tisch legen und ein wenig Meinungspluralismus dulden!

Innsbruck, Bozen, 4. Juni 2009


Mit freundlichen Grüßen
MAS Alois Wechselberger (Stumm), Manfred Mairbrugger (Jenbach), Hans Moser(Alpbach), Dr. Mag. Christoph von Ach (Bozen), GR Johann Lanthaler (Bruck am Ziller), Josef Astner (Vomp), Fabian Kraler (Brixen), Alexander Huber (Nussdorf), Walter Erhart(Jenbach) Mag. Sonja Pfenich (Innsbruck), Hans Kraxner (Haiming), Maria Astner (Vomperberg), Walter Gleissenberger (Hart i.Z.), GR Barbara Klotz (Riffian), Dr. Elena Bonetti-Staffler (Brixen), Christine Eberharter (Innsbruck), Ludwig Vogler (Schwaz), Thomas Sinha (Innichen), Walter Friedrich Schwaiger (Wattens), GR Ludwig Fleiss (Ramsau), Roland Lang (Terlan), Hartmuth Staffler (Brixen), GR Gudrun Kofler (Kurtasch), Lorenz Puff (Gries/Bozen), Cornell Brantner (Innsbruck), Walter Spittaler (Kramsach), Dr. Cristian Kollmann (Luxemburg/Laurein) u.v.m


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Kommentare (6)
1. 18-06-2009 11:43
 
Der Leserbrief ist in der heutigen Ausgabe der Tiroler Tageszeitung erschienen
 
PT
2. 08-06-2009 12:44
 
Zitat eines Weltverbrechers
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ (Napoleon)  
 
Dies ist der Beweis dafür, daß die Mehrheit immmer noch deutsch ist, selbst jene, die dies nicht wahrhaben wollen.
 
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3. 06-06-2009 20:44
 
Zitat eines Weltverbrechers
Ein sehr treffendes Zitat Brennessel!
 
RS
4. 06-06-2009 12:49
 
Medien
Die Medien bedeuten bekanntlich in erster Linie die Sicherung der Ausübung der Macht der politischen Parteien. Besonders in so einer kleinen Region, im Vergleich zu anderen, wie gerade das Land Süd-Nord-Ost Tirol. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Medien im BL Tirol und in der AP Bozen frei berichten dürfen, aber sie können die Akzente der eigenen Berichterstattung so setzen, dass darin der Wille der Mächtigen sehr deutlich zu spüren ist. Die sich an der Macht befindenden Kräfte sind aus freien Wahlen hervorgegangen und haben die demokratische Legitimation der Mehrheit hinter sich, wenn sie das Land Tirol südlich und nördlich nach eigenen Vorstellungen regieren. Aber sie sind nicht das Volk selbst und dazu gibt es noch andere demokratische Kräfte in der Gesellschaft die mit ihren Anliegen sich Gehör in den Medien verschaffen müssen. Gerade jetzt gibt es aber brauchbare Alternativen zum alten Medienmonopol, z.B. im Internet, die die Opposition nützen könnte. 
 
Die Frage der Wiederherstellung der Tiroler Landeseinheit ist natürlich sehr emotionbeladen. Wer sich dieses Themas annimmt, müsste natürlich sehr gut aufpassen, dass er immer die passenden Worte findet. Manchmal ist auch der Vorsicht zu viel des Guten und die Medien berichten in vorauseilendem Gehorsam exakt das, was man von ihnen von höchsten Stelle erwartet. Wo bleibt dann der Platz noch für journalistische Unabhängigkeit und Objektivität bei der Erfüllung ihrer Aufgabe? 
 
Das Bundesland Tirol hat in Österreich scheinbar bis jetzt einige Privilegien bei der Berichterstattung zu allgemeinen Themen der Tiroler Landeseinheit genossen, und konnte sich mit wohlwollender Zustimmung aus Wien manche Freiheiten in Hinblick auf die offene Süd-Tirol Frage herausnehmen, die im übrigen Teil des Vaterlandes aus anderen Gründen nicht möglich waren.  
 
Verkürzt bedeutet das: es war und vielleicht noch ist das gute Recht der Nord-Ost-Süd Tiroler mit dem Thema der Teilung des Landes Tirol in der Öffentlichkeit anders und so umzugehen, wie sie es auf lokaler Ebene für richtig finden. Man darf auch nicht von einem ohne sein eigenes Zutun geteilten Land verlangen, dass man sich mit dieser Teilung vor allem in Süd-Tirol in allen Zeiten abfindet und im Staat der Fremdbestimmung also bitte sehr, nur weil Rom es so will, als Alto Adige ohne Wiederkehr aufgeht. 
 
Die Berichtlinie der Medien und politische Meinungen der Machtspitze ist natürlich ein komplizierter machtpolitischer Spagattakt. Auf der einen Seite begrüße man womöglich Fortschritte auf dem Wege der Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol, auf der anderen Seite will man sich nicht dem Vorwurf aussetzen lassen, dass man gezielt die AP Bozen von Italien abwerben wolle. Diese Entscheidung obliegt einzig und allein der Landespolitik Südtirols und dem Bozner Landtag. Da passt aber natürlich Italien wie ein Höllenhund mit allen seinen Diensten und Druckmitteln der aufgeblähten Staatssicherheit, dass niemand an den lokalen Machthebeln in Bozen jemals in die Nähe der offenen rechtlich verbindlichen Forderung nach Ausübung der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler kommt.  
 
Lediglich die deutschsprachige Opposition hat noch den Mut auf beiden Seiten des Brenners diese Frage laut und deutlich zu stellen. Die Volksparteien vor allem die SVP verkennen permanent die historische Notwendigkeit einer demokratischen und friedlichen Klärung der Selbstbestimmungfrage der Süd-Tiroler und sie bekommen vom Volk auch dafür die Rechnung bei diversen Wahlen präsentiert.  
 
In diesem oben beschriebenen Sachverhalt kann man sich berechtigt fragen, wie soll da jemals eine echte Bewegung in Richtung Ausübung der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler auf dem Wege der Beantwortung dieser Frage in einem Referendum stattfinden, wenn der SVP in Bozen der Mund permanent von emsigen Aufpassern zugehalten wird und auf der anderen Seite des Brenners meint man dazu nur, da darf man nichts sagen oder schreiben, wenn weder von Wien noch aus Bozen aus der Brennerstrasse ein grünes Licht dafür kommt? 
 
Das das anderswo in Europa auch anders möglich ist, das zeigen uns ganz deutlich die demokratisch legitimierten und friedlichen Prozesse in Richtung der Ausübung der eigenen Selbstbestimmung in anderen Autonomien der alten EU. Das Land Grönland hat sich in einem Referendum 2008 für die Selbstbestimmung entschieden. Man denkt wieder über diese Möglichkeit auf den Färöerinseln intensiv nach. Für Schottland, Baskenland, Katalonien sind Referenda zu dieser Frage fix eingeplant. In Belgien will man in Flandern und Wallonien jetzt nur die kommende Europawahl abwarten, dann geht es auch dort verstärkt wieder in Richtung der Selbstbestimmung weiter. Nur in der AP Bozen sollte es einen von oben verordneten Stillstand in dieser Frage geben. Dennoch, auch hier wird es sichtbare Fortschritte geben müssen. Europa verträgt in solchen Fragen kein Vakuum und Südtirol ist auch nicht hermetisch von der Außenwelt unter der Käseglocke der Italianità isoliert. Spätestens dann, wenn andere Autonomien der alten EU ihre Fragen der Selbstbestimmung sichtbar klären werden können, wird man auch in Italien in diesem permanenten Schlusslicht Europas darauf reagieren können. Dazu kommt noch die neue Frage der Steuerföderalismus in Italien ins Spiel, wonach die AP Bozen immer weniger Geld im Steuerausgleich bekommen wird. Danach werden optimistisch gesehen bald pro Jahr dem Land eine Milliarde Euro fehlen. Die heutige Regierung in Rom hat bereits dieses Land Italien zwei mal an die Wand gefahren. Es ist ein Faktum, auch wenn man in der Berlusca Welt was anderes behauptet. Die Verschuldung Italiens reicht schon an 118% des BIP, das bedeutet: alle Menschen in diesem Land müssten über 13 Monate gratis nur für den Staat arbeiten, um diesen exorbitanten Schuldenberg einmal abzutragen, auch die die nicht arbeiten können, wie Alte und Kinder. Ob Italien noch stark genug ist, um die gegenwärtige und weitere Regierungsperioden dieser Art auszuhalten, das wir die Zeit zeigen. Auch da ist Potential für die Selbstbestimmung Süd-Tirols, wenn man es nur politisch in der Landesregierung-en nutzen wollte.
 
Markus Anton
5. 05-06-2009 17:46
 
Medien
Man sieht wie nervös viele Politiker und die Medien speziell bei den brennenden Fragen die uns in naher Zukunft betreffen ragieren. Diese Attacken werden von Personen mit einer Weltanschauung getragen, deren Zeit (20.Jhdt.) abgelaufen ist. Viele spüren dass sich die Zeiten, hauptsächlich getragen durch die jungen Menschen verändern. Viele Menschen haben einfach Angst davor Veränderungen, doch die Zeit ist gegen sie, und wird die Tiroler Landeseinheit mit sich bringen! Diese Attacken, seis von Poitikern und den Medien, sind einfach nur verzweifelte Angriffe gegen das "Neue", dem neuen Mut, im Europäischen Gedanken nicht mehr alles hinzunehmen und als "Gottgewollt" abzustempeln. 
 
Nur Mut und weiter so!
 
Salzburger
6. 05-06-2009 16:40
 
Rundumschläge müssen aufhören!
Ja, leider ist es so, und die Wahrheit dringt nur mehr spärlich durch bis zum Medienkonsumenten. Da gibt es nur eine Gegenstrategie: Die Patrioten dürfen sich zunächst durch die laufenden Provokationen zu keinen unüberlegten Aktionen und Wortmeldungen verleiten lassen. Darauf warten die Tatsachenverdreher nämlich unentwegt, um dann noch härter zuschlagen zu können. In den 1980er Jahren ist ihnen das z. B. gelungen. Die Patrioten dürfen sich weiters die Verleumdungen keinesfalls gefallen lassen! Umgekehrt gehört alles schoungslos aufgedeckt und verfolgt, was sich z. B. Faschisten laufend an Gesetzesverstößen leisten. Die mitschuldigen Politiker und Journalisten gehören an ihre Pflicht erinnert und beim Zuwiderhandeln zur Verantwortung gezogen. Schließlich müssen die Patrioten eigene Wege gehen, um sich beim Volk Gehör zu verschaffen und damit dort auch die Wahrheit ankommen kann, so etwa über verbliebene und auszubauende ehrliche Medien. Das ist aber auch mit den Kundgebungen sehr gut gelungen – ein legitimes Mittel, wenn die Demokratie auslässt. Es dürfen auf keinen Fall jene die Oberhand behalten, die die Meinungs- und Versammlungsfreiheit willkürlich verletzen oder die das Recht auf Informationfreiheit mit den Füßen treten. Vielleicht wird die SVP ja wieder demütiger, wenn ihr das Geld ausgegangen ist. Oder ist der derzeitige Rundumschlag von SVP und ihren Verbündeten in Politik und Medienhäusern schon der Akt der Verzweiflung, weil man die Macht und das Geld anders nicht mehr zu halten weiß? Was den Festumzug betrifft, der jetzt dermaßen instrumentalisiert wird, wird man sich ebenso wie beim Zugang zur Landeseinheit wahrscheinlich Alternativen einfallen lassen und das alles entsprechend kommunizieren müssen! Vielleicht kommen die Dreckschleuderer dann wieder zur Vernunft.
 
HE

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