Berichterstattung: Gleichgeschaltet
Donnerstag, 4. Juni 2009

cristian_kollmann_2009_200.jpgEine hochrangige Persönlichkeit sagte mir während des letzten Protestmarsches der Schützen in Bruneck: „Ihnen ist schon klar, dass besonders in diesem Jahr versucht werden wird, den patriotischen und antifaschistischen Kräften etwas in die Schuhe zu schieben“. Freilich ist mir das klar.

 

Aber ist es das auch der Mehrheit der Südtiroler? Ob die jüngste, maßlos überzogene Kampagne der „Dolomiten“ gegen Elmar Thaler und dem Schützenbund erst der Anfang ist? Auf jeden Fall ist sie leicht zu durchschauen: Das Tagblatt der Südtiroler, oder besser gesagt der Altoatesinen, ist der verlängerte Arm der SVP. Und die SVP ist der verlängerte Arm Roms. Soviel tendenziöse Berichterstattung ist einfach nur widerlich! Nicht nur Italien, auch Südtirol, pardon das „Alto Adige“, ist ein mediales Notstandsgebiet. Überhaupt hat man das Gefühl, dass die Medien in Südtirol zur Zeit ziemlich gleichgeschaltet sind. Leider hat nicht jeder Leser die Zeit und die Muße, das ihm Vorgesetzte zu hinterfragen und ihm auf den Grund zu gehen. Trotzdem wird der eine oder andere mündig genug sein und sich sein eigenes Bild machen, indem er auch die andere Seite, die leider kein so großes mediales Sprachrohr hat, anhört.

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen

Cristian Kollmann
Süd-Tiroler Freiheit, Luxemburg/Laurein


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Kommentare (6)
1. 06-06-2009 08:44
 
Ein tiefer Fall in Süd-Tirol!
Für einen ehemaligen SVPler ist es schon traurig, zu sehen, wie tief die Partei mittlerweile gesunken ist und dass sie sogar die undemokratischen Spielchen der rechten Faschisten mitspielt, nur um an der Macht und am Geld zu bleiben. Zum Schämen ist das! Die angegriffenen Schützen verhalten sich eindeutig demokratischer und anständiger als ihre pseudo-demokratischen Kritiker! Nicht umsonst sind sogar höchste SVPler und Medienvertreter zugleich bei den Schützen. Jedenfalls wären die Chancen der SVP, an der Macht zu bleiben, ungleich größer, wenn sie nur ehrlich mit der Selbstbestimmung umgehen würde. Die andauernde Herabsetzung von ehrlichen Kritikern, nur weil man sich nicht anders zu helfen weiß, sowie überhaupt das grobe Verschaukeln der Bürger mit hochgradig gelenkten Informationen können noch zu einem klassischen Eigentor werden. Schließlich fließen die Informationen in Zeiten wie diesen nicht mehr nur über parteitreue Zeitungen, sondern schon mehr auf anderen Wegen.
 
HE
2. 05-06-2009 13:20
 
Für die Suchenden unter uns!
Bei den vielen gleichgeschalteten Medien ist es manchmal für uns schwierig den Durchblick zu bewahren. Danke an Christan Kollmann, dass er diese Tatsache in seiner politischen Arbeit wieder einmal aufgreift. Allen Menschen, die uneigennützig aus ehrenhaften Motiven sich für die Selbstbestimmung der angestammten Tiroler Heimat einsetzen, möchte ein Gedicht von mir empfehlen. Es zeigt deutlich, warum ich meinen persönlichen Beitrag dafür leisten möchte, dass auch die Tiroler südlich des Brenners einmal die freie und uneingeschränkte Freiheit der Wahl in der Frage der eigenen ethnischen Selbstbestimmung bekommen sollten. Dieses Gedicht ist mir in den Sinn gekommen, als ich ein Chanson der argentinischen Sängerin Mercedes Sosa mit dem Titel "Solo le Pido a Dios" (auf You tube abrufbar) gehört habe. Man kann es vielleicht sogar zu dieser Melodie singen, wenn man will: 
 
 
MEIN GEBET  
 
Ich will alle Himmelsmächte in Inbrunst anflehen, 
mich nicht bei Leid und Unrecht in Gleichmut zu sehen, 
und wenn zum Schluss die Bilanz ziehen konnte, 
wusste ich, wofür es sich für mich hier leben lohnte. 
 
Ich will bei Himmelsmacht die Gnade anflehen, 
die Wahrheit in allen Dingen in Klarheit zu sehen. 
Auch wenn mich Gegner auf die Wange schlagen, 
möge mich nicht Zorn in Rachegelüsten plagen. 
 
Ich will Himmelsmächte um Entschluss anflehen, 
dass Lüge, Leid und Gewalt einmal ganz vergehen. 
Und für die Zweifelnden die Weitsicht zu bewahren, 
Freiheit für Verfolgte, die der Gerechtigkeit harren. 
 
Ich bete auch für viele, die ewig nach der Quelle suchen, 
dass sie sie finden, sich laben und sie nicht verfluchen. 
Wahrheit dem Verrat vorziehen und Versuchungen vielen, 
dass sie sich immer treu bleiben, bei allen ihren Zielen. 
 
Ich bitte noch für die Mächtigen, die ihre Lasten tragen, 
dass sie an Frieden glauben und dem Streit entsagen, 
und in allen ihren Taten nach Gerechtigkeit streben, 
einer besseren Welt, in der es sich uns lohnt zu leben. 
 
Ich erbitte ein Segen von allen Himmelsmächten, 
dass wir Erfüllung finden in allen unseren Rechten, 
und auf allen Wegen uns bis zum Schluss begleite, 
ein treues Licht am Abend, uns bis zum Hafen leite! 
 
 
Markus Anton 01.06.2009
 
Markus Anton
3. 05-06-2009 12:10
 
Mahnendes Beispiel China!
Der Vergleich mag zwar hart klingen, aber trotzdem musste er irgendwann kommen: Auch die KP in China ist überzeugt davon, alles richtig zu machen. Sie scheut nicht vor Medieneinflussnahme zurück, um das Volk zu täuschen und so ihre Parteiziele zu erreichen. Dabei schreckt man auch nicht vor Unwahrheiten und Diffamierungen zurück. In Europa wiederum ist Italien unter Berlusconi gerade dabei, sich eine in trauriger Weise herausragende Stellung zu erarbeiten, was eine fragwürdige Medienpolitik und das regelrechte Aufblühen faschistischer Agitation betrifft. Schließlich ist noch die SVP in Süd-Tirol gerade dabei, gemeinsam mit ihren Medien“partnern“ die unrühmliche Rolle zu spielen, und keiner weiß, was denen noch alles an dummen, weil unfairen Kampagnen einfällt. Die Gedenken an die Ereignisse in Peking vor 20 Jahren sollten auch unsere Provinzhäuptlinge ein wenig demütiger werden lassen! Sie zeigen uns nämlich, in welche Richtung die Reise auf keinen Fall gehen darf! Es ist überhaupt nicht in Ordnung, wenn jene, die auf die Missstände im Land hinweisen oder die sich ehrlich um das Landeswohl und die Landeseinheit bemühen, einseitig verunglimpft und herabgewürdigt werden! Sollte sogar ein LH hinter solchen Praktiken stehen bzw. ihnen nicht bald aktiv entgegentreten, was er paradoxerweise bei Kritik an den Aktionen der rechten Faschisten sehr wohl immer wieder macht, macht er sich mit der Zeit automatisch angreifbar und schließlich auch rücktrittsreif. Das sollte einem LH Durnwalder und seinen Mitstreitern zu denken geben, wenn sie immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren. Dazu noch zwei Sprichwörter: „Ehrlichkeit währt am längsten!“ und „Lügen haben kurze Beine!“ Durnwalder, die SVP und ihre Medienmaschine wären letzten Endes gut beraten, dem Volk endlich seine Selbstbestimmung zu geben, anstatt weiter zu mauern und sogar Klein-China auszuprobieren. Ansonsten könnten sie es sein, die sich über ihre Zukunft als Gestalter im Land nicht mehr wirklich freuen.
 
HE
4. 04-06-2009 17:50
 
Mahnendes Beispiel China!
Selbst Insider rätseln über die wahren Hintergründe der Athesia-Hetzkampagne, die alles bisher Dagewesene übertrifft. Eine Rolle am Rande spielt sicher auch, dass man den Intersparbetrieb, der mit dem Verkauf von faschistischen Liedern gute Geschäfte machte, aus dem Schussfeld nehmen wollte, ist doch die ASPIAG der beste Anzeigenkunde der Athesia. Da kam der haltlose Vorwurf mit den Nazi-Liedern gerade recht. Normalerweise hält sich eine Partei eine Zeitung, bei uns hält sich eine Zeitung eine Partei, und das nicht etwa nur aus reinem Spass an der Freude. Es ist ein pures Geschäft auf Gegenseitigkeit.
 
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5. 04-06-2009 16:11
 
archives of global protests: Genua-G8...
Strategie der Spannung 
 
 
"Die Rechten stellen sich selbst in den Dienst des Staatsapparates, in dem sie eine Strategie unterstützen, die man als Strategie der Spannung bezeichnet. Dreißig Jahre lang bis in die achtziger Jahre wurde die Bevölkerung absichtlich in Unruhe und Angst vor einem Ausnahmezustand gehalten. Bis sie bereit war, einen Teil ihrer persönlichen Rechte im Austausch für größere Sicherheit aufzugeben, für die alltägliche Sicherheit, die Straße entlang zu gehen, mit der Bahn oder dem Flugzeug zu reisen, in eine Bank zu gehen. Die Menschen in diese Haltung zu zwingen, das ist die Logik, die hinter den Verbrechen steckt. Und da der Staat dahinter steht, der sich nicht selbst belasten wird, werden diese Verbrechen unaufgeklärt bleiben." 
 
Vincenzo Vinciguerra, wegen der Morde von Peteano 1972 zu lebenslanger Haft verurteilter Neofaschist und Gladiator.
 
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6. 04-06-2009 15:55
 
@Christian Kollmann
Sehr geehrter Herr Kollmann, 
 
ich kenne Süd-Tirol nur von drei Urlaubsaufenthalten. Ich möchte mich somit nur zu dem äußern, was ich als Außenstehender objektiv und sachlich beurteilen kann. 
 
Ihre Argumentation: 
Das Tagblatt der Südtiroler, oder besser gesagt der Altoatesinen, ist der verlängerte Arm der SVP. Und die SVP ist der verlängerte Arm Roms. Soviel tendenziöse Berichterstattung ist einfach nur widerlich! Nicht nur Italien, auch Südtirol, pardon das „Alto Adige“, ist ein mediales Notstandsgebiet. Überhaupt hat man das Gefühl, dass die Medien in Südtirol zur Zeit ziemlich gleichgeschaltet sind. 
 
Mein Standpunkt: 
In der damaligen DDR gab es das SED-Propagandablatt "Neues Deutschland". Auch das DDR-Fernsehen war auf gezielte, völlig einseitige und verfälschte Indoktrination hinaus. Sämtliche DDR-Medien waren als nicht ernst zu nehmende "Informationsquellen" zu bewerten. Westdeutsche Zeitungen, Zeitschriften und Bücher gab es nicht zu kaufen, das Versenden solcher in die DDR war nicht möglich. Das Informationsmedium Internet gab es noch nicht. Nach Westdeutschland reisen durften nur Rentner, Spitzensportler und linientreue SED-Funktionäre- und Mitglieder. Die einzige Möglichkeit, sich objektiv zu informieren, waren Besuche aus Westdeutschland sowie der westdeutsche Fernseh- und Rundfunkempfang. Nicht umsonst, waren Antennen und Antennenverstärker heißbegehrte Geschenke aus dem Westen. 
 
Nichtsdestotrotz wußte eine überwältigende Mehrheit der Ostdeutschen, dass der DDR-Politapparat eine einzige LACHNUMMER war!!! 
 
Warum haben bei der letzten Landtagswahl im Oktober 2008, satte 48,1 % die SÜDTIROLER VASALLEN PARTEI gewählt??? Bitte um Rückmeldung.
 
Vollblutpiefke

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