SÜD-TIROLER FREIHEIT begrüßt Platzbenennung nach Angela Nikoletti
Donnerstag, 7. Mai 2009
angela.jpgDie Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der SÜD-TIROLER FREIHEIT zeigt sich erfreut über die Benennung des Platzes in der Bozner Claudia-Augusta-Straße nach Angela Nikoletti. Der Stadtrat beschloss am Dienstag neben vier weiteren Neu- bzw. Umbenennungen diese Maßnahme. Angela Nikoletti war während der faschistischen Besatzungszeit als Katakombenlehrerin tätig und bezahlte ihren Kampf für die deutsche Sprache, im Alter von nur 25 Jahren, mit ihrem Leben.

Als wertvollen Beitrag des Gedenkens an die tapferen Männern und Frauen, die während der Zeit des Faschismus für den Erhalt der deutschen Sprache kämpften, bezeichnet die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der SÜD-TIROLER FREIHEIT den Schritt der Stadt Bozen.
 
Mit der Lex Gentile , einem Dekret vom Oktober 1923, verfügten die faschistischen Machthaber, dass ab dem Jahre 1925/26 ausschließlich italienisch als Unterrichtssprache in Süd-Tirol zulässig war. Es sollte für die Faschisten ein entscheidender Schritt zur Italianisierung und Unterdrückung des Landes werden. Doch schon bald stemmten sich couragierte Frauen und Männer um Michael Gamper gegen die übermächtigen Unterdrücker und unterrichteten die deutsche Sprache im Verborgenen: in Scheunen, Dachkammern, Kellern, Bauernstuben. "...Jede Hütte, jedes Haus muss zum Schulhaus, jede Stube zur Schulstube werden...", lautete Gampers eindringliche Forderung. Eine die diesem Aufruf beherzt folgte war die Lehrerin Angela Nikoletti aus Margreid im Unterland.
 
Immer wieder wurde sie von den Schwarzhemden aufgespürt, verhört und eingekerkert; trotzdem ließ sie nicht davon ab, die Kinder in ihrer Muttersprache zu unterrichten, bis sie schließlich ausgewiesen wurde. Angela Nikoletti wurde von den Behörden so lange schikaniert und eingesperrt, bis ihre Gesundheit zusammenbrach. Sie verstarb im Alter von nur 25 Jahren infolge einer schweren Krankheit.
 
Dass dieser Bericht, bzw. diese Pressemitteilung, in deutscher Sprache abgefasst werden konnte ist mit ein Vermächtnis von Gamper, Nikoletti, Noldin, Riedl, Nicolussi usw., da sie es waren, die in jener dunklen Zeit für den Erhalt unserer Muttersprache eintraten, auch wenn sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzten.
 
Stefan Zelger,
Hauptausschussmitglied
und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin

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Kommentare (5)
1. 09-05-2009 05:24
 
Nachnamen
Zum Thema Nachnamen,  
Es wurden doch dutzende ladinische Namen zwangs-germanisiert.  
Aber über so etwas spricht man ja nicht.
 
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2. 07-05-2009 11:59
 
Nachnamen
Von einem italienischen Nachnamen auf eine erfolgreiche Germanisierung der Familie in der Vergangenheit zu schließen ist eigentlich eine Beleidigung. Wieviele Menschen in ganz Tirol zwischen Salurn und Kufstein, auch südlich davon im Trentino haben z.B. deutsche Nachnamen, ohne der deutschsprachigen Sprachgruppe anzugehören? Es gibt auch genug deutsche Nachnamen unter den italienischen Politikern in Süd-Tirol, oder etwa nicht?  
 
Genauso gut könnte man behaupten, da waren erfolgtreiche Italianisierer im Laufe der Zeit am Werk. Die Wahrheit ist viel simpler, als man manchmal vermuten will. Es genügt nur, dass im Laufe der Generationen auf der männlichen Seite ein Familienoberhaupt, wie es früher üblich war, einen fremdsprachigen Nachnamen trägt und die Nachkommen vererben ganz einfach diesen Nachnamen weiter. In einem multiethnischen Land, wie Tirol schon immer war, ist das nichts außergewöhnliches, sondern der Normalfall.  
 
In den alten Zeiten hat das Land Österreich in Tirol niemals versucht, die Menschen nicht deutscher Sprachzugehörigkeit mit Gewalt zu germanisieren. Das hat z.B. das Land Preußen in den ehem. deutschen Ostgebieten oder in im Norden in Schleswig fortwährend bis 1918 versucht, nämlich ein bestimmtes Land einsprachig zu machen, wieauch anderswo in Europa Italien in Süd-Tirol nach 1922 bis in die späten 60er Jahre. Das Land Tirol mit Österreich war und ist nicht Preußen oder Italien und in dieser Gegend wurde und wird niemand mit Gewalt oder Druck dazu gezwungen eine andere und der betroffenen Person fremde sprachliche Identität zu übernehmen. Das war in der Geschichte so und das ist auch in unserer Zeit nicht anders.
 
Markus Anton
3. 07-05-2009 11:28
 
Nachnamen
Welche Stadtteile wurden noch umbenannt? Geht man endlich weg von den italienischen Ortsnamen?
 
DaSteirer
4. 07-05-2009 11:06
 
Nichts gelernt?
Ich begrüße diesen Beschluss Frau Nikoletti damit zu ehren. 
Nur heute sind es die Südtiroler selber, die den Deutschunterricht abbauen wollen. 
Nichts gelernt von unseren Vorfahren??? 
 
Es kann bei Familiennamen historisch gesehen alle möglichen Varianten geben und müssen gar nicht auf Zwang beruhen, so wie es die Faschisten mit deutschen Familiennamen machten. 
Im Trentino gibt es den Familiennamen Bergher. Das wäre auch eine Reminiszenz.
 
ff
5. 07-05-2009 09:05
 
Nichts gelernt?
Interessanter Nachnahme. Wahrscheinlich frueher Nicoletti und dann die Germanisierung mit dem k. 
 
Ich mag diese historischen Reminiszenzen der SFT.
 
Stefan R.

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