Alto Adige: Keine rechtliche Grundlage für Verwendung
Samstag, 11. April 2009
wernerthaler_2008_500.jpgIn der letzten Sitzung des Gemeinderates von Montan wurde beschlossen, den Gemeindeausschuss zu beauftragen, alle Bereiche der Verwaltung anzuhalten, in Zukunft auf Schildern, Dokumenten, Briefköpfen, Stempeln usw. auf den faschistisch konnotierten Begriff „Alto Adige“ zu verzichten. Der entsprechende Antrag wurde vom Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Werner Thaler, eingebracht.

Nun regt sich politischer Widerstand von Seiten der Kammerabgeordneten der Partei „Volk der Freiheit“ (PDL), Michaela Biancofiore. Sie wirft der Gemeinde Montan  „ethnische Scharfmacherei“ vor, weshalb sie eine diesbezügliche parlamentarische Anfrage an den Innenminister Robert Maroni eingebracht hat. Darin wird behauptet, der entsprechende Beschluss sei verfassungswidrig. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall, so Gemeinderat Werner Thaler.

Denn die in der Verfassung festgeschriebene Bezeichnung für das Land Südtirol lautet nicht - analog zur Bezeichnung der Region „Trentino Alto Adige/Südtirol“ - „Provincia autonoma di Bolzano-Alto Adige/Südtirol“, sondern nur „Provincia autonoma di Bolzano“. Im Wortlaut: „La Regione Trentino-Alto Adige/Südtirol è costituita dalle Province autonome di Trento e di Bolzano“. So wie auch die Provinz Trient nur „Provincia autonoma di Trento“ heißt und nicht „Provincia autonoma di Trento-Trentino“. Zudem, so Gemeinderat Thaler, ist der Zusatz "Alto Adige" faschistisch belastet.

Angesicht dieser Tatsachen ist die hysterische Reaktion der Kammerabgeordneten für die SÜD-TIROLER FREIHEIT nicht nachvollziehbar. Gemeinderat Werner Thaler rät der PDL-Abgeordneten sich selbst folgende Fragen zustellen:
Woraus geht hervor, dass "Alto Adige" ein "offizieller sprachlicher Amtsbegriff" ist? Wo steht das geschrieben? Doch nicht in der Verfassung und auch nicht im Autonomiestatut! Wo dann? Was ist die gesetzliche Grundlage für die Verwendung der Bezeichnung "Alto Adige" in Bezug auf die Provinz Bozen?

Gemeinderat Werner Thaler zeigt sich über die Annahme des Beschlussantrages durch den Gemeinderat erfreut, weil gerade der „Totengräber Süd-Tirols“, Ettore Tolomei, von Montan aus seine menschenverachtenden und faschistischen Ideologien verbreitet hat.

„Wenn heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch in amtlichen Texten „Alto Adige“ verwendet wird und man sich über die Herkunft dieser Bezeichnung keine Gedanken macht, geschieht dies ganz im Sinne Tolomeis und ist nichts anderes als gelebter Faschismus!“ betont Thaler abschließend.

Werner Thaler
Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Montan

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Kommentare (5)
1. 13-04-2009 18:25
 
Vorbildlich
Dieser Beschlussantrag ist ein Schritt hin zur Wahrheit. 
 
 
Sepp! 
Ein Gewohnheitsrecht für Zwang und Unterdrückung gibt es nicht. Tolomeis Erfindung "Alto Adige" ist den Tirolern zwischen Brenner und Salurn aufgezwungen worden. 
Beantwortet das deine Frage?
 
ff
2. 13-04-2009 14:54
 
Vorbildlich
dann gibt es doch auch keine rechtliche Grundlage fuer die Verwendung von "Südtirol" oder?
 
Stefan R.
3. 12-04-2009 23:42
 
Montan ist der Anfang!
Gratulation an alle, die diesen Beschluss vorbereitet und politisch mitgetragen haben, auch an die SVP und Dr. Amort! Die Gemeinde Montan hat in dieser Hinsicht wegen der Rolle des notorischen Ortsnamenfälschers Ettore Tolomei in der leidvollen Geschichte des Landes stellvertretend für alle anderen Gemeinden eine besondere Bedeutung. Umso wichtiger war es, dass man zuerst gerade hier mit Alto Adige in Süd-Tirol auf einem legistischen Wege endlich Schluss gemacht hat, und das hoffentlich für immer! Im Pariser Vertrag, der die Grundlage der Autonomie bis heute bildet, ist auch nur die Rede von der Autonomen Provinz Bozen als einzige offiziell zugelassene Bezeichnung für das Land Süd-Tirol, so lange die Frage der Selbstbestimmung mit friedlichen und demokratischen Mitteln nicht beantwortet werden kann.
 
Markus Anton
4. 12-04-2009 22:19
 
Montan ist der Anfang!
und was, wenn ich - theoretisch - alto adige verwende und mir des hintergrunds bewusst bin, einfach nur weil ich es nun seit jahrzehnten so gewohnt bin? 
 
ist das nicht auch mein recht?
 
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5. 11-04-2009 19:53
 
Die Rai berichtet ....aber nur, was ihr
Ob es korrekte Berichterstattung ist, wenn der Rai- Sender Bozen am 11.4. in den Abendnachrichten um 20.00 Uhr über die Anfrage von Biancofiore in Rom wegen der Streichung des faschistischen Namens "Alto Adige" in der Gemeinde Montan berichtet, aber kein Wort darüber verliert, dass das Gemeinderatsmitglied Werner Thaler von der SÜD-TIROLER FREIHEIT mit einem Antrag die Sache ins Rollen brachte? 
Aber man kennt ja die Rai: Unter dem Deckmantel vom friedlichem Zusammenleben werden Faschismus und die Rechte der italienischen Volksgruppe in einem Topf geworfen! Echte Italiener aber bedauern wie die Deutschen, dass Faschismus und Nazismus ihre Völker beinahe in den Abgrund getrieben haben. Italien hat so viel echte Kultur, es braucht keine künstlich erzeugte Fälschungen, zu denen auch die erfundenen Ortsnamen gehören. 
Werner, meine Gratulation!!!
 
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