Insiderspekulationen vermeiden
Freitag, 20. März 2009
hartmuth_staffler_lw_2009_480.jpgDas Grundstücksgeschäft in St. Andrä, bei dem zwei dem Brixner SVP-Stadtrat Franz Stockner nahe stehende Frauen dank einer Bauleitplanänderung riesige Gewinne einstreichen können, hat für großes Aufsehen gesorgt. Leider handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Es kommt in der Gemeinde Brixen – und wohl auch in anderen Gemeinden – immer wieder vor, dass gewissen Personen oftmals kurz nach einem Grundstückskauf durch wertsteigernde Bauleitplanänderungen riesige Gewinne zugeschanzt werden.

Man kann nur vermuten, dass sie sich für so viel Entgegenkommen auch einmal erkenntlich zeigen. Es wäre Aufgabe der Opposition, bei allen Bauleitplanänderungen, durch die der Wert eines Grundstückes erhöht wird, nach dem jüngsten Besitzwechsel des betreffenden Grundstückes zu fragen.

Noch wirkungsvoller wäre eine Gesetzesänderung auf Landesebene, mit der alle wertsteigernden Bauleitplanänderungen, außer für Eigenbedarf, für zehn Jahre nach einem Besitzwechsel blockiert oder nur gegen eine Ausgleichszahlung in der Höhe der Wertsteigerung (abzüglich Inflationsausgleich) ermöglicht werden, um derartige Insiderspekulationen zu vermeiden. Die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT wird diesbezüglich im Südtiroler Landtag etwas unternehmen.

Hartmuth Staffler, Brixen
Bezirkssprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT

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Kommentare (3)
1. 25-03-2009 20:46
 
Mit solchen Insider-Handel, Spekulationen und \"Freunderlwirtschaft\" verdienen sich einige wenige eine goldene Nase, während der Großteil der Bevölkerung immense Schwierigkeiten hat, eine halbwegs erschwingliche Wohnung zu finden. 
 
Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Grundstücks- und Häuserpreise in Südtirol viel zu hoch. In den USA kostet z.B. ein Einfamilienhaus durchschnittlich ca. 200.000 $ = ca. 150.000 €. 
Welches Haus bekommt man denn bei uns um 150.000 €? Gar keines! Sogar um das Doppelte ist nur eine eher kleine Wohnung drin). 
Natürlich kann man die USA nicht unbedingt 1:1 mit Südtirol vergleichen (verfügbare Grundstücke, Lebensqualität, soziale Absicherung, ...), aber auch im benachbarten Ausland, wo es durchaus vergleichbare Verhältnisse gibt, sind die Preise bereits erheblich niedriger. 
 
Woran liegt es also, daß wir für ein Eigenheim so tief in die Tasche greifen müssen? Zum einen an der auch im Fall „Stockner“ vermuteten Vetternwirtschaft, an einer verfehlten Wohnbauförderung und nicht zuletzt am nahezu ungebremsten sogenannten „Ausverkauf der Heimat“. 
 
Solange in Südtirol eine einzige Partei die \"Alleinherrschaft\" hat, wird sich daran nicht viel ändern, wie die vergangenen Jahre eindrucksvoll beweisen. Im Gegenteil: die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich ja sogar von Jahr zu Jahr verschlimmert. 
 
Also liebe Südtiroler, macht Eure Augen auf, wacht endlich auf und macht von Euren demokratischen Rechten gebrauch! Oder wollt ihr in Zukunft im eigenen Land ohne eigene Wohnung bzw. Haus dastehen, weil Ihr es Euch schlicht und einfach nicht leisten könnt?!
 
bürger
2. 22-03-2009 10:53
 
Man sollte aber auch so fair sein und sagen daß eine andere Partei,im diesen Fall " DIE FREIHEITLICHEN " diese Sauerei aufgedeckt haben!
 
Markus
3. 21-03-2009 20:19
 
Vertrauenszerstörend
Ein wertvoller Beitrag, der nur deswegen auf dieser Seite weniger gelesen wird, weil das Hauptanliegen die Selbstbestimmung ist. 
 
Es gilt (meines Erachtens), Beiträge dieser Art für die Werbung zum nächsten Wahlgang aufzubewahren und dann bereit zu haben. 
 
Der Wähler gibt dem Abgeordneten / der Partei seine Stimme, dem er vertraut. 
 
Solche Vorgänge zerstören das Vertrauen völlig (ziemlich), wenn sie bekannt werden. 
 
Freundliche Grüße 
R.P.
 
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