Unbedarft: Toponomastik-Vorschlag Abate
Donnerstag, 15. Januar 2009
Cristian_Kollmann_Wahl_2008.jpgIn ihrem Leserbrief vom 20. Dezember schlägt die junge grüne Studentin Michaela Verena Abate vor, dass alle Orts- und Flurnamen dreisprachig veramtlicht werden. Dabei geht es Frau Abate um Folgendes: „So könnte jeder den Namen in genau der Sprache verwenden, in der er sich am meisten "daheim" fühlt, weil veramtlicht wäre jede der drei Bezeichnungen korrekt.“

Mit dem Thema Toponomastik scheint sich Frau Abate nicht einmal ansatzweise je befasst zu haben. Ansonsten müsste sie zumindest wissen, dass dieser ihr Lösungsvorschlag keineswegs neu ist, sondern in der Vergangenheit als Gesetzentwurf nicht nur von ihrer eigenen Partei, sondern auch von Alleanza Nazionale bereits mehrfach in den Landtag eingebracht wurde.

Ein solcher Lösungsvorschlag ist doch längst ein alter Hut, genau so wie die Tatsache, dass die Verdi-Grünen-Vërc und Neofaschisten in Fragen der Volkstumspolitik, vor allem in der Toponomastik, unter dem Deckmantel der sprachlich-kulturellen Vielfalt und des friedlichen Zusammenlebens, gemeinsame Sache machen. Bestimmt hat Frau Abate schon einmal von Ettore Tolomei und den Begriffen Sprach- und Kulturimperialismus gehört. Die Frage ist nur, warum sie so unbedarft daherkommt.

Cristian Kollmann
SÜD-TIROLER FREIHEIT, München/Laurein

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Kommentare (8)
1. 18-01-2009 12:01
 
Andreas Hofer - Bund für Tirol
Dem unter "Wissenschaftler" dritten Kommentarschreiber würde ich Wikipedia "Herkunft Tiroler Ortsnamen" bzw. die Broschüre "Schall und Rauch "des Südtiroler Schützenbundes mit der wissenschaftlichen Beratung von Cristian Kollmann,(gedruckt mit freunedlicher Unterstützung der Südtiroler Landesregierung-Ressort für deutsche Kultur) empfehlen.
 
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2. 18-01-2009 09:00
 
Andreas Hofer Bund für Tirol
Noch etwas über Tolomei Frau Michaela Verena Abate. 
Ettore Tolomei den sie scheinbar verehren, geboren 1865 in Rovereto gestorben 1952 in Glen bei Montan. Seiner fast krankhaften nationlistischen Phantasie entsprang jene fanatischen Unterdrückungsversuche, die in kürzester Zeit das tirolisch-deutsche Element auslöschen sollten. Der nationalistischen Bewegung vor dem ersten Weltkrieg gehörte Tolomei nicht an, eine parteipolitische Bindung hätte er als Fessel empfunden. Er war zu sehr Nationalist, als dass er sich mit einer Parteizugehörigkeit abgeplagt hätte. Mit seinem Nationalliberalismus wirkte er bahnbrechend für den Faschismus. 
Tolomei war bei allen faschistischen Fälschungsunternehmen, die etnographischer, geschichtlicher, geogaphischer und toponomastischer Natur waren, die federführende Hand. Er war in seiner Arroganz ein geradezu einmaliger Geschichtsfälscher. Unter anderem behauptete er sogar, Südtirol habe bis 1866 zu Lombardo-Venetien gehört. Er sagte, dass es erst ab 1866 von den übrigen Regionen Italiens getrennt worden sei, wobei er die "gepriesene jahrhunderalte Herrschaft Österreichs" als eine "Prahlerei lügnerischer Usurpatoren" hinstellte.Es entsprach Tolomeis Fanatismus, dass die deutsch beschrifteten Grabsteine italienisiert werden mussten. Altministerpräsident Sonnio nannte ihn den "Schöpfer des nationalen Bewustseins für den Brenner". Für Sonninis Amtskolegen Paolo Boselli war es Tolomei, der "das Oberetsch(Südtirol) durch ein unerschütterliches Denkmal der Wissenschaft und der Geschichte der italienischen Rasse und dem italienischen Genius" (Freiberg, 1955 Heft, S.108) zurückgegeben hat.  
 
Namensänderungen gelten heute als Fälschung und werden als unwissenschaftlich hingestellt, da eine Übersetzung von Eigennamen als unsinnig gilt und rechtlich mit Urkundenfälschung auf der selben Stufe steht. 
 
Traurig genug, dass es im heutigen Süd-Tirol Bürger deutscher und ladinischer Zuge gibt (Grüne und andere), die dieses Lügengebilde im Jahre 2009 unterstützen und es beibehalten wollen.
 
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3. 16-01-2009 20:51
 
Andreas Hofer Bund für Tirol
Zitat der Antifa: "Faschismus ist keine Kultur, sondern ein Verbrechen." 
 
Also ein Verbrechen gegen die österr. Minderheit im heutigen Süd-Tirol.
 
ff
4. 16-01-2009 19:15
 
dreisprachig-historisch
Ich möchte mich bezüglich der Vewendung von Ortsnamen inhaltlich an Herrn Matuella anschließen. 
 
Die arme Abate jetzt ist sie wirklich ins Fettnäpfchen getreten. Auf diesen Seiten hat sich nun neben Hans Bachmann auch Herr Kollmann ihrem Leserbrief gewidmet um von den Leserbriefen in den Zeitungen gar nicht zu sprechen. 
 
Ich sehe auf dem Verzicht des tolomeischen Exonyme auch eine Möglichkeit für die italienischsprechen Ansässigen sich von einer künstlichen lokalen Pseudoidentität zu lösen und sich neu zu finden.  
Durch die abschaffung der tolomeischen Toponomastik haben sie nun gelegenheit diese zu reflektieren und endlich das Alto Adige loslassen um in Sudtirolo anzukommen. 
 
Der SF wird vorgeworfen das Argument der historischen Lösung sei nur ein Vorwand eine deutsch-nationale Haltung durchzusetzen. 
 
Doch genau bei der Toponomastik sehe ich eine Möglichkeit diesen Kritiken den gar auszumachen in dem man, anstatt die historisch gewachsenen, ladinischen Ortsbezeichnungen nur in Ladinien und angrenzenden Gebieten zuzulassen, im ganzen Land einführen würde. Auch die Ladinischen Namen sind \"historisch gewachsene Sprachdenkmäler\". 
 
Tolomei sagte über die ladinischen Ortnamen sie seien ein Schandfleck auf der Landkarte. Hier könnte die SF durch ein solches Vorhaben einen genuinen Antifaschismus an den Tag legen. 
 
Ein solches Vorhaben würde auch der SF eine Möglichkeit geben sich inhaltlich besser von der NPD abzugrenzen und den Vorwurf abwehren, einen bornierten Sprachnationalismus zu pfegen.
 
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5. 16-01-2009 17:24
 
Denkanstoss
Bezüglich "Dies zu einer Zeit, da sich Wissenschaftler der ganzen Welt mit seinen Fälschungen und Erfindungen auseinandersetzen und ihre Daseinsberechtigung zurückgewiesen haben": 
Vielleicht wäre auch mal an der Zeit, ein schönes dickes Buch herauszugeben, welches sämtliche tolomeische Namenslügen aufzählt, beschreibt, erklärt, wie sie zustandegekommen sind und auf welchen geschichtlichen oder wissenschaftlichen Argumenten sie fussen, und gleichzeitig den wissenschaftlichen Gegenbeweis samt Quellenangaben enthält. Ein Standardwerk, sozusagen. Oder gibt es das schon?
 
Wissenschaftler
6. 16-01-2009 14:05
 
blog
schlimm, schlimm, habe mir jetzt mal die Zeit genommen den Blog rauf und runter zu lesen...schlimm, schlimm was da zum teil abgeht... bin sprachlos
 
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7. 16-01-2009 09:07
 
Andreas Hofer Bund für Tirol
Ja.ja lieber Frau Michaela Verena Abate sie scheinen Tolomei wirklich nicht zu kennen. 
In den Ortsbezeichnungen herrschen noch heute groteske Tatsachen. Die ungefähr 8000 von Tolomei erfundenen bzw. gefälschten und von der faschistischen Regierung im Jahre 1940 rechtlich vergebeneb Orts-,Gelände-,Flur-und Weilernamen sind noch heute vom italienischen Staat anerkannt und werden offiziell verwendet. Die Wissenschaft ist sich einer Meinung, dass es - genauso wie ein Familiennamen nicht in eine andere Sprache übersetzt werden kann - in einer Sprache keinen zweiten (oder dritten)Ortsnamen geben kann. Die UNO-Standartisierung der Ortsnamen sagt, dass Ortsnamen in jeder Sprache historisch gewachsene Sprachdenkmäler sind und niemals künstlich geschaffen oder willkürlich übersetzt werden können. Italien und auch einige Bürger Süd-Tirols scheinen dererlei Tatsachen nicht zu hören. Da jenes faschistische Dekret von 1940 heute noch seine volle Gültigkeit hat, haben die ursprünglichen orginalen Namen heute noch keine gesetzliche Gültigkeit und werden vom Staat Italien nur geduldet. Eine geographische Örtlichkeit, die keinen italienischen Namen hat, existiert vor dem italienischen Gesetz nicht. Im Artikel 102 des Autonomiestatutes steht zwar:"In der Provinz Bozen müssen die öffentlichen Verwaltungen gegenüber den deutschsprachigen Bürgern auch die deutschen (und ladinischen) Ortsnamen verwenden, wenn ein Landesgesetz ihr Vorhandensein feststellt und die Bezeichnung genehmigt hat." Doch muss dieses eben erst durch ein Gesetz festgestellt werden, ob es die ursprünglichen Namen überhaupt gibt. Dieses Gesetz, 
sowei mir dies bekannt ist, gibt es aber nicht. 
Es ist paratox, dass heute die Südtiroler gegenüber den Erfindungen Tolomeis ihre ursprünglichen Namen sozusagen nachweisen müssen. Noch paratoxer ist, dass der Erzfaschist Tolomei innerhalb der italienischen Gesellschaft "Dante Alighieri", Italienische geographische Gesellschaft", dem "institut für Studien über das Hochetsch" und dem italienischen Touring Club als völlig rehabilitiert dasteht und als verdienstvoller Wissenschaftler gerühmt wird. Dies zu einer Zeit, da sich Wissenschaftler der ganzen Welt mit seinen Fälschungen und Erfindungen auseinandersetzen und ihre Daseinsberechtigung zurückgewiesen haben. 
Wieder ein Grund sich von Italien zu lösen. AHBT
 
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8. 17-01-2009 16:27
 
mh
Sie mögen ja Recht haben, allerdings bin ich der Meinung, dass etwas Abwechslung zu den "Verdi-Grünen-Verc-Hasstiraden" ihren Presseaussendungen nicht schaden würden!
 
mh

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