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01-01-2008 19:30
 
Italia der Schwarzhemden
Das Menschenrecht auf Selbstbestimmung ist ein Teil des Völkerrechts und es ist ganz sicher nicht in "Italia der Schwarzhemden" erfunden worden. Die Staaten können noch so oft sich gegenseitig ihre Eroberungen durch Verträge absichern. Das Völkerrecht bleibt Völkerrecht, festgeschrieben in der Menschenrechtcharta der UNO im Jahre 1945, in Helsinki 1975 und anderswo bei entsprechenden Gelegenheiten und es ist unteilbar und verjährt auch nicht! Dazu hat Italien dem Beispiel der westlichen Demokratien folgend fast alle dieser Akte unterzeichnet und ratifiziert. Nach dieser Auslegung des heute geltenden Völkerrechtes werden Annexionen erst dann völkerrechtlich verbindlich, wenn sie von der davon direkt betroffenen Bevölkerung in einer freien Abstimmung mehrheitlich bejaht worden sind. Das ist in Süd-Tirol nie geschehen, ganz im Gegenteil, die deutschsprachige und ladinische Bevölkerung hat fast zu 100% bei passenden Gelegenheiten dem italienischen Herrschaftsanspruch klar und deutlich widersprochen und zwar in entsprechenden Petitionen von 1918 an Wilson, 1946 an Österreich, 2006 an den Österreichischen Nationalrat in Wien. Die Autonomie verdanken die Süd-Tiroler sich selbst, der Diplomatie der Schutzmacht Österreich, dem Zeitgeist in West-Europa und in Italien selbst der 60er, 70er Jahre, wo solche Exzesse der Italianisierung aus der alten Zeit á la Duce nicht mehr gedultet werden konnten. Ich weiss schon, manche Italiener "lieben" Alto Adige so ähnlich, wie die Serben das Land Kosovo und seine Menschen auch "lieben". Mit Verlaub, von sehr vielen Menschen wird das als ein Würgegriff empfunden, und wer das tut, kann unmöglich ein Freund des Landes und seiner Menschen sein oder werden. Leider, oder Gott sei Dank beruht diese sonderbare "Liebe" in dem Fall nicht auf Gegenseitigkeit. Süd-Tirol hat ausserdem 100 mal mehr Gründe sich auf sein Recht auf Selbstbestimmung zu berufen, als z.B. andere Autonome Regionen in Europa und vieleicht deswegen ist der Gegendruck in Kenntnis der vorhandenen Situation aus Italien so stark ausgeprägt. Einige Schlagworte aus der Geschichte von Süd-Tirol: Das Jahr 1918, Zerschlagung der Landeseinheit Tirols ohne zwingenden Grund durch Ziehung einer ethnisch absurden Grenze am Brenner, Verweigerung der damals schon in Europa üblichen Selbstbestimmung der Völker auf dem Wege eines Referendums und Annexion von Süd-Tirol, damals ein Land so gut wie ohne Italiener für das Königreich Italien. Der Beginn der "via dolorosa" des Landes mit der Politik Italiens der 20er Jahre, Italianisierung mit Brachialgewalt in der Zeit des Duce-Faschismus, Ausradierung von Kulturgütern, die die Süd-Tiroler an das Vaterland Österreich erinnerten oder erinnern könnten, wobei man nicht einmal Halt vor Soldatenfriedhöfen machte, aus der Zeit des Ersten Weltkriegen, wo bekanntlich keine Handbreite von Süd-Tirol damals von Italien erobert werden konnte. Stattdessen Schaffung von sonderbaren Kultstätten des italienischen Faschismus auf dem Boden von Süd-Tirol, wo sogar ganze kleinere italienische Friedhöfe auf Wanderschaft aus Italien nach Alto Adige auf Wanderschaft gehen mussten, um einen fiktiven Sieg und Herrschaftsanspruch der Italianitá in Süd-Tirol zu manifestieren. Diese Überbleibsel des Faschismus werden noch heute unter dem Mantel des "Denkmalschutzes" von Italien nicht nur geduldet, sondern gepflegt und ihre Beseitigung wird verhindert oder verzögert. Das beste Beispiel dafür ist der noch so "künstlerisch wertvoll" Mussolinitempel im Zentrum von Bozen und seine Rolle als Pilgerstätte für den italienischen Neofaschismus unserer Zeit. Weiter, Vertreibung und Verbannung ab 1920 von sehr vielen Patrioten nach Süd-Italien oder ins Ausland, Verbot der Sprache, Kultur, der deutschen Vor- und Nachnahmen, Förderung der Abwanderung der Süd-Tiroler in andere Länder, vor allem nach Nord-Tirol und Rest-Österreich. In den 30er Jahren politische Unterstützung und Allianz mit Nazi-Deutschland auf dem Rücken der Süd-Tiroler und Österreicher, wo der vom Führer an Italien zu zahlende "Preis" die Billigung des Anschlusses Österreichs von 1938 war und die Versicherung der Unantastbarkeit der Brennergrenze. Weitere Unterdrückung der Sprache und Kultur und Erzwingung der sog. Option der Bevölkerung entweder für Italien oder für das Reich nach 1939 bis 1943, damals auch mit der Drohung verbunden, würde man nicht aus Italien freiwillig auswandern wollen, werde man nach Sizilien oder gar nach Afrika übersiedelt oder verbannt. Diese neue, nach 1918 zum ersten mal in der ganzen Geschichte des Landes Tirol italienische Herrschaft, abgesehen von der kurzen Napoleonischen Zeit um Bozen um 1811, war für die Süd-Tiroler so "segensreich" an Leid und Erfahrungen, dass damals fast die ganze deutsche und ladinische Bevölkerung kurz davor stand, die Heimat für immer zu verlassen. Der Verlauf des Krieges hat das Gott sei Dank verhindert, aber 70 Tausend Menschen haben aber so Süd-Tirol Richtung Norden für immer verlassen. Dem sollte man vieleicht noch hinzufügen, dass die Süd-Tiroler als Alt-Österreicher unverschuldet in diese Lage gekommen sind, da sie nicht einmal im entferntesten Sinn irgendein Leid vor 1918 über die Italiener oder ihr Land gebracht haben, oder in irgendeiner Form die Interessen des damaligen Königreiches Italien in der Welt behindert haben, da bekanntlich Italien 1915 einseitig und unprovoziert aus reiner Eroberungslust in Absprache mit England und Frankreich Österreich den Krieg erklärt hat. Die Menschen österreichischer Nationalität kann man als Einzelperson mit Vernunft egal wo auf der Welt niemals für mögliche und auch noch so von anderen Ländern empfundene Verfehlungen der Habsburgerdynasie in ihrer Geschichte vor 1918 verantwortlich machen, oder dafür bestrafen wollen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Italien plötzlich einfach so nach der Verhaftung des Duce demokratisch und wechselt im Eiltempo im letzten Augenblick die Seiten, um sich selbst natürlich dann als "Opfer" von Duce zu betrachten, unter anderem wie nach 1918 mit der Versicherung der Amerikaner "Italia fino al Brennero", also weiterhin die Fortschreibung der Fremdherrschaft in Süd-Tirol und die Vergewaltigung des Menschenrechtes auf Selbstbestimmung in diesem Land. Die Forderungen der Briten und Fnazosen und natürlich der Österreicher nach einer Volksabstimmung über die Frage der Staatsangehörigheit sind in Rom ungehört verhallt, aber zu gleicher Zeit hat sich Italien auf dieses "Heilige Selbstbestimmungrecht der Völker" für seine Menschen in Istrien und Dalmatien berufen, als es um die Ziehung einer neuen Staatsgrenze damals zu Jugoslawien gegangen ist. Den 70 Tausend Optanten ausserhalb der Grenzen des Landes hat man vor den Allierten auf Wunsch der damaligen Regierung in Wien feierlich versichert, sie können ruhig nach Süd-Tirol zurückkehren, aber nur wenigen ist das tatsächlich gelungen. Nach dem Krieg die gleiche Politik der Italianisierung, nur diesmal von sog. "Demokraten" praktiziert, die einige Jahre zuvor noch ein Schwarzhemd der Faschisten getragen haben und diese Leute hatten, wohl von oben gewollt und geduldet, in erster Linie auf allen Ebenen der italienischen Staatsmacht in Süd-Tirol das politische Sagen gehabt. Was Italien nicht durch faschistische Italianisierung, später durch Assimilierung gelungen ist, versuchte man dann vor allem ab 1948 mit der Brachialgewalt der gesteuerten Majorisierung durch gezielte Förderung der Masseneinwanderung von nicht Süd-Tirolern in dieses Land zu erreichen. Im Jahre 1946 verpflichtete sich Italien vor der UNO und vor der Welt, vor allem aber gegenüber der Schutzmacht Österreich dem Land Süd-Tirol und seinen Menschen eine moderne Autonomie zu gewähren. Einige Jahre später war es allen klar, dass dies nicht einmal das Papier wert war, auf dem der damalige itaienische Aussenminister De Gasperi seine Unterschrift setzte. Von der versprochenen Autonomie war keine Spur, ganz im Gegenteil 1948 hat man die Provinz Bozen mit der italienischen Provinz Trient-Trentino zusammengefasst, wodurch die Süd-Tiroler plötzlich über Nacht sich in einer echten Minderheitenrolle befunden haben. Erst die Massenkundgebungen der Süd-Tiroler unter dem Slogan "Los von Trient und Los von Rom" auf der Burg Sigmundskron von 1957 machte Eindruck auf die ewigen Täuscher und Verweigerer der Menschenrechte und man "redete" wieder miteinander und mit Österreich als Schutzmacht über die baldige Einführung der 1946 versprochenen Autonomie. Man wollte es aber in Rom natürlich wie immer nur beim Reden und Täuschen belassen. Das führte bekanntlich zur Eskalation der politischen Lage, da man nach eigener Definition der SVP damals "auf einen Todesmarsch" als ethnische Volksgruppe von diesem Staat der Fremdbestimmung Italien sehenden Auges geschickt worden ist. Die Bombenjahre in Süd-Tirol und andere Aktionen des legalen und ilegalen Widerstandes vor fast 50 Jahren haben wenigstens das ermöglicht, dass dieser Staat nicht nur über die "Autonomie" unverbindlich unendlich lange wieder "reden" wollte, sondern diesmal auch, um wohl weitere Eskalation wie seinerzeit in Nord-Irland zu verhindern, zum ersten mal in der Geschichte auch zu echten Kompromissen, wie im Pariser Autonomie-Vetrag 1946 versprochen, bereit war. Als besonders widerwertig und abscheulich ist aber vor der Europäischen Geschichte die Tatsache zu bezeichnen, dass diese damalige "italienische Demokratie" damals zu brutalsten Methoden und Mitteln der Unterdrückung gegriffen hat, um den Widerstand in der Bevölkerung gegen ihre eigene Politik in Süd-Tirol zu ersticken. Dazu gehörten damals solche "besondere Massnahmen" der sog. carta biana (Freibrief) für alle Sicherheitsorgane des Staates, wie flächendeckende Pacifizierung des Landes durch Militär und alle Arten der Polizei, also eine Art Kriegszustand, wie wir das aus der Geschichte von Kosovo der 90er Jahre noch gut kennen, d.h. Massenverhaftungen, massenhafte Folter, Haft ohne Begründung, Meuchelmord an politischen Häftlingen und des Widerstandes beschuldigten sich in Freiheit befindlichen Personen des Widerstandes und als absolute Zugabe die "Einladung" nach Alto Adige-Südtirol für die verbrecherische ost-deutsche Stasi, um sie auf Süd-Tiroler Widerstand zu hetzen und damit leichter die Widerstandskreise zu infiltrieren und über fingierte Attentate mit Todesopfer dem Süd-Tiroler Widerstand propagandistisch zu schaden. Dazu gehörte seit damals, genauso wie heute und morgen die von manchen Kreisen in Italien lancierte Idee der Pangermanistischen, am besten Grossdeutschen Verschwörung der Süd-Tiroler und der Österreicher, obwohl man in Italien ganz genau es wissen müsste, dass die Süd-Tiroler genauso wie auch die Österreicher damals wie heute von solchen Ideen nichts halten. Solche Unterstellungen verfogen die politische Debatte um Süd-Tirol und seine Selbstbestimmung fast wie Ein Murmeltier, das täglich grüsst, wie man aus Erfahrung auch der St. Schützen weiss. Es ist ein billiges Instrument der Verleumdung und des medialen Rufmordes an politisch andersdenkenden Menschen in diesem Land. Diese damalige "Zusammenarbeit" der vielen italienischen "Dienste" gegen die Interessen der Süd-Tiroler mit der Stasi dauerte sogar bekanntlich bis zum Untergang der totalitären DDR bis 1989. Darüber gibt es genügend Dokumentationen in den Archiven vor allem in der BRD, aber in erster Linie in Italien selbst. Dabei ist das ja auch nichts neues, da diese Tatsache allen Kennern der Geschichte Süd-Tirols Dank den Ergebnissen der neuesten Geschichtsforschung bekannt sein müsste. Aber nicht nur, zum Beispiel um die Aktivitäten der italienischen Terrorgruppe mit dem Namen "Gladio" in den 60er Jahren, angeblich aus faschistischen Kreisen in Milano, die mehrere Terrorattentate in Österreich sogar mit Todesopfern verübt hat und ihre "Verbindungen", darüber würde man mehr wissen wollen, daran arbeiten gerade einige Histotiker in Italien, die einen unzweifelhaften Namen in der Wissenschaft der Geschichtsschreibung haben. Seit damals ist schon genug Zeit vergangen, um doch objektiv auf beiden Seiten dieses Konfliktes mit Abstand der vergangenen Zeit diese Ereignisse im europäischen Geiste, im Interesse der Wahrheitsfindung zu betrachten. Das land Süd-Tirol konnte erst dann ab 1972 politisch und wirtschaftlich Atem holen, als man endlich die bereits 1946 von Italien versprochene Autonomie in der Zeit zwischen eben 1972 - 1992 von Italien unter einem enormen Druck Europas und der UNO sehr zögerlich zugestanden bekommen hat, auch wenn manche Frage noch nicht ausreichend gelöst sind, wie z.B. Zweisprachigkeit der Ämter und die Frage der Orts- und Flurnamen. Heute ist die AP Bozen Südtirol eine der wohlhabendsten Regionen in der ganzen EU geworden, aber das verdanken wir einzig und allein nur der politischen Weitsicht und Ausdauer der mutigen Männer und Frauen in den 50er und 60er Jahren, der Landespolitik in Bozen, sowie dem Fleiss der Bevölkerung, wo man spät aber doch ein Gefühl einer gewissen Gerechtigkeit und Sicherheit für die eigene nähere Heimat bekommen hat. Die Autonomie wurde damals wie auch heute in Italien immer noch oft genug als "Fluch" von manchen Politikern verstanden und auch so bezeichnet, da man mit Süd-Tirol und seinen Menschen nicht das machen kann, was man gerne machen würde, wenn man es nur könnte, damals vor 1943, oder genauso wie 60 Jahre später. Süd-Tirol ist nicht umsonst leider ein Refugium der Ewiggestrigen italienischen Faschisten bis heute geblieben, die anderswo in Italien keine politische Existenzberechtigung und Zukunft vorfinden, nur hier glauben sie, müssten sie die nicht vorhandene Italianità Süd-Tirols mit "ihren Mitteln" zu verteidigen versuchen. Mit diesen Konzepten aus der Mottenkiste des Duce-Faschismus werden sie ihre Ziele genauso wenig erreichen, wie die Selbstbestimmung des Landes einmal verhindern können. Die Zukunft gehört heute in Europa ohne Grenzen allen Menschen gleichberechtigt gross oder klein und eindeutig den Menschenrechten und der Demokratie und es ist auch ein unveräusserliches Recht der Süd-Tiroler, wenn man durch eigenes Zutun nur die bestmöglichen Standards in allen Fragen des Zusammenlebens einer weit etntwickelten demokratischen Gesellschaft mit friedlichen und demokratischen Mitteln erreichen will. Mögen sich manche in diesem Staat Italien mit den Schlusslichtern Europas messen, die AP Bozen will aus Verantwortung für das Land und seine Menschen es aber ganz sicher nicht tun. Bei der Frage der Autonomie und der Selbstbestimmung geht es nicht nur um die Bewahrung der eigenen deutschen und ladinischen Sprache und der alt-österreichischen Kultur, sondern um die Schaffung von bestmöglichen Voraussetzungen der weiteren Entwicklung für dieses Land und seine Menschen und dazu ist der politische Kampf um die Erlangung der Selbstbestimmung einer der vielen legalen und zulässigen demokratischen Mitteln in Italien, nicht anders als auch anderswo in der EU. Es ist daher sinnvoll manchen Italienern, die auch die Deutsche Sprache gut beherrschen, auch hier und in diesem Forum diese Tatsachen vor Augen zu führen, auch z.B. welchen Rucksack der Geschichte ihre italienische Heimat den Menschen in Süd-Tirol gegen ihren ausdrücklichen Willen mit Gewalt und Zwang aufgeladen hat und wenn man schon widerwillig die Autonomie letztenendes erlaubt hat, sollte man doch nicht sich selbst belügen und glauben, man hätte eine grosse Tat vollbracht. Vieleicht verstehen sie dann leichter warum so gut wie kein Mensch süd-tiroler Herkunft in Italien und in der Aussenwelt als Italiener bezeichnet werden will und warum der Wunsch nach Selbstbestimmung in diesem Land Tirol zwischen Brenner und Salurn immer noch so lebendig bleibt, damals, heute und morgen. Genauso stark und lebendig ist auch der lange Wunsch in ganz Tirol seit der Teilung nach Wiederherstellung der alten Landeseinheit des deutschsprachigen Teils des Landes und Dank der Idee von einem vereinten Europa sind wir diesem Ziel schon sehr weit entgegengekommen. Tirol semper fidelis, was heisst Tirol bleibt sich und seinem Vaterland immer treu.
IP: 195.3.113.165
 
Markus A.
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