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19-06-2008 10:10
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Ins Schwarze getroffen
Das Logo der STF ist u.a. auch eins, das an eine Bogenschützenscheibe erinnert. Die Schweiz hat einmal die mythische Gestalt des Wilhelm Tell gehabt, das Land Süd-Tirol hat dafür in unserer Zeit die Frau Eva Klotz und eine Selbstbestimmung stiftende politische Partei dazu. Der STF ist es mit dieser Aktion gelungen, wieder einmal ins Schwarze zu treffen. Was für eine Resonanz überall im In- und Ausland, Radio, TV- und Zeitungsberichte, Eintrag in Wikipedia, tausende Besucher auf der Website und unzählige Kommentare, die meisten doch wohlwollend. Das beweist nur eins, die STF liegt vollkommen richtig mit der Behauptung, "Süd-Tirol ist nicht Italien", historisch, sprachlich, ethnisch, kulturell auf jeden Fall, politisch gibt es in dieser Frage immer noch einen gewaltigen Klärungsbedarf nach 89 Jahren und 8 Monaten der seinerzeit mit Gewalt und diplomatischen Betrung am Vaterland Österreich aufgezwungener Fremdbestimmung in Tirol südlich des Brenners zwischen Brenner und Salurn. Erst wenn das einmal z.B. in einer freien und unbehinderten Volksabstimmung der Zukunft restlos und demokratisch geklärt ist, würde man diese Tafel als Denkmal der Zeitgeschichte stehen lassen können. Heute ist sie aktueller denn je! Anderswo in der EU von gestern und heute hätte man schon längst ein Selbstbestimmungreferendum unter solchen Vorzeichen wie in Süd-Tirol abgehalten, falls das der unverrückbare repräsentative demokratische Wille der Parteien und der davon direkt betroffenen Bevölkerung gewesen wäre. Aber bereits schon damals zum Zeitpunkt der Annexion 1918 bar bereits im Völkerrecht ein Grundsatz verankert, wonach kein Volk gegen seinen Willen vom Vaterland ohne Abstimmung abgetrennt werden darf. Daraus haben schon damals sehr viele Volksgruppen von 1918 bis 1922 Gebrauch gemacht und ihre Fragen der Selbstbestimmung frei klären können. Das, was Italien mit diesem Land zwischen 1918-1972 gemacht hat, das würde man im Wiederholungsfall in unserer Zeit gemessen an heutigen demokratiepolitischen Standards vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag behandeln, wo gerade die Konflikte in Ex-Jugoslawien in den 90er Jahren vor dem Völkerrecht abbehandelt werden, und die Übeltäter hätten genug Zeit gehabt, über ihre Heldentaten auf dem Felde der Italianità nachzudenken. Die Geschichte der demokratischen Respekrierung des Volkswillens in der Frage der Selbstbestimmung hat eine lange Geschichte und ist gar nicht so neu, wie man vielleicht meinen würde. Das hat es bereits in Skandinavien vor über 100 Jahren gegeben, als Norwegen Aufgrund einer Volksabstimmung zur Frage der eigenen Selbstbestimmung im jahre 1905 die staatliche Zugehörigkeit zu Schweden 1907 gekündigt hat. Das hat es auch im Falle von Island und Dänemark im Jahre 1945 gegeben. Eine diesbezügliche freie Abstimmung scheiterte allerdings in den 70er Jahren (1975?) auf den dänischen Färöerinseln im Nordatlantik. Auch am demokratiepolitisch noch so unterentwickelten Balkan in Süd-Ost Europa durfte das Land Montendgro 2006 über seine Selbstbestimmung abstimmen und diese wurde von der Bevölkerung klar bejaht. Nur in Italien gehen die Uhren immer noch anders, in Süd-Tirol deswegen, weil vor allem die grösste politische Partei der Süd-Tiroler es nicht anders will. Daher es ist eine für das Land Süd-Tirol sehr verdienstvolle Aufgabe auch der STF, auf die politischen Alternativen in dieser so wichtigen Frage hinzuweisen. Selbstbestimmungrecht ist ein Menschenrecht, von diesem Recht stammen weitere Rechte ab, ohne die kein Land und kein Volk zur Gänze in Freiheit und ohne Einschränkung oder Verweigerung der ethnischen Selbstbestimmung auf die Dauer leben kann. Wohin das führt, das zeigen einige Beispiele von gewesenen ethischen Mehrheiten im eigenen Land im Elsaß oder in früheren Teilen des Baskenlandes usw. Mit Süd-Tirol ist es noch nicht so weit. Die nächsten Jahre werden für die Selbstbestimmung des Landes geopolitisch eine gute Zeit sein, die man in der Politik zum Wohle des Landes nutzen sollte. In diesem Sinne, "Süd-Tirol ist nicht Italien".
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