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20-05-2008 09:48
 
Ich bin für Integration. Doch hier braucht es auf allen Seiten auch einen Willen. Ich versuche mir da immer vorzustellen, wie ich mich verhalten würde, wenn ich irgendwo als Immigrant leben würde. Ich denke, ich würde spätestens dann kriminell, wenn ich nichts mehr zu essen habe, kein Dach übern Kopf und keine Arbeit finden würde. Ich denke es wäre für mich auch eine grosse psychische Belastung, zu wissen, dass meine Kilometer Tausende Kilometer von mir weg leben würde und ich wieder zu wenig Geld habe, um es heimschicken zu können. Diese Gedanken lassen mich oft einfach nicht los. Ich frage mich auch oft, wie viele Südtiroler bereit wären, einem Rom eine fixe Arbeitsstelle zu geben. Denn ich glaube, die wenigsten von diesen Menschen haben Lust, den ganzen Tag rumzuschlendern und vom Geld der anderen zu leben. Ich habe gestern in einem Bericht in "Porta a Porta" (bin von diesem Medienformat nicht überzeugt) gehört, dass nur 10 % der um Rom wohnhaften Rom eine Arbeit haben. Die Bilder der Barrackensiedlungen sind ein Horror. Was macht das grosse edle Italien? Sie räumen ohne alternative Lösungen anzubieten. Schon allein deswegen sollte dieser Staat vor die Menschenrechtskommission. Wasmachen diese Kinder dort durch. Ich will es nicht einmal erahnen. Die Aussagen des Herrn Atz sind unverzeihlich. Wenn jemand solche Worte in den Mund nimmt, dann verwirkt er im selben Augenblick die Würde unseres Volkes, unseren Stolz, unser Anliegen. Es gibt Projekte, wo die Kinder der Rom und Sinti zur Schule gehen und sich eine Zukunft aufbauen. Ich denke, das Problem ist sehr viel stärker beim nomadisierendem Teil dieser Menschen vorhanden. Gewisse Thesen rechter deutscher Parteien mögen in einem Wahlprogramm drinn stehen, ob deren Umsetzung in rechtlich-gesetzlichem Rahmen wage ich persönlich zu zweifeln. Sicherlich steht aber nicht jene Vorgangsweisse drinn, welche die jetztige Regierung (mehr als die Hälfte der Italiener haben sie gewählt) umsetzt. Ich lege hier auch nicht die Meinung der Süd-Tiroler Freiheit dar, sondern meine persönliche. Aber Herr Lang als Funktionär dieser Partei hat diese Meinung sehr klar dargestellt und ich denke es ist ein Beitrag, der sehr demokratisch und die Menschenwürde respektiert.
IP: 87.2.108.156
 
Günther Morat
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