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17-05-2008 10:26
 
Staatssprache
Nah klar, Italienisch als Staatssprache kann keine andere Sprache der vielen Minderheiten in Italien gefährden. Da hat gerade ein wahrer Kenner der Lage ein Fachwort gesprochen. Das beste Beispiel sieht man im Aostatal bei der frankophonen Minderheit, die fast schon aufgehört hat zu existieren, aber auch die Ladiner ausserhalb von Süd-Tirol können ein Lied davon singen, in Cortina d.A., im Sulzental (Val di Sole) und anderswo im Trentino, auch die deutschsprachige Minderheit südlich von Süd-Tirol, die Sieben Gemeinden und einige mehr südlich von Rovereto, die Slowenen in Triest und Umgebung, die man mit ihrer Sprache aus dem öffentlichen Leben so gut wie ausgeblendet hat, die noch im Kanaltal verbliebenen Alt-Kärnter zwischen Tarvis und Pontafel/Pontebba, die Friaulaner, immerhin angeblich die Mehrheitsbevölkerung der AP Friaul um die Stadt Udine, die nur hinter vorgehaltener Hand sich trauen ihre Sprache im eigenen Land zu sprechen, meistens nur im Familienkreis und im Hinterzimmer ist das der Fall. Gott bewahre uns von den Rat-Schlägen von solchen christlichen Kennern der Lage in Tirol südlich des Brenners. Die Tiroler Huterer haben ihre Sprache behalten, weil sie kompromißlos an ihrer einmaligen Identität festgehalten haben, und nicht weil ihnen ihre Umgebung dies leicht gemacht hat. Dasgleiche gilt auch für das Land Süd-Tirol und seine immer noch 3/4 ethnische uns sprachliche Mehrheit. Die Tatsache, dass in Süd-Tirol immer noch Deutsch gesprochen wird, die verdankt man den Katakombenschulen, später dem erfolgreichen Kampf um die Autonomie. Nach Assimilierungversuchen kam die Italianisierung, später die Politik der ethnischen Majorisierung bis 1972. Heute gibt es etwas neues, nämlich wie ich das nennen würde, die Politik der "Siamo in Italia" mit "Autonomisierung", damit sich alle in der falschen Sicherheit wiegen, die deutschsprachige Identität der Süd-Tiroler sei gesichert. Sie wird aber überall dort aufgeweicht, wo man gezwungenermaßen eine andere Sprache verwenden muss als die eigene Muttersprache, manchmal schon im Kindergarten, später in der gemischten Schule. Die automatische Vermischung der Bevölkerung, die es überall und in allen Zeiten gibt, trägt auch dazu bei, dass die Nachgeborenen nicht mehr so genau wissen, was sie sind, Italiener, Süd-Tiroler oder Altoatesini.
IP: 195.3.113.169
 
Markus A.
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