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16-05-2008 12:04
 
Gentile Signor Rennert !
Ich nehme an, Sie leben in Süd-Tirol, wahrscheinlich in Bozen. Gerade diese Gegend ist aber für ganz Süd-Tirol nicht besonders repräsentativ, da dort die deutschsprachige Sprachgruppe erzwungenermaßen sich eigentlich in einer Minderheitenposition befindet. Im Landesdurschnitt sind immer noch die Süd-Tiroler und nicht Italiener eine über 75% ethnische Mehrheit, also das Staatsvolk der AP Bozen. Zu ihrem Schutz hat das Vaterland der Süd-Tiroler 1946 in Paris mit Italien die heute gültige Autonomie mit vielen späteren Ergänzungen bis 1992 ausverhandelt. Süd-Tirol ist daher völkerrechtlich keine rein italienische Angelegenheit, sondern es ist eindeutig ein Subjekt des Völkerechtes, wo sogar die UNO eine festgeschriebene Funktion hat. Das scheinen Sie und so gut wie immer die Italiener in Alto Adige salopp zu vergessen. Bitte noch zu dedenken, die Süd-Tiroler befinden sich in der schwächeren Situation in diesem Staat der Fremdbestimmung, den man in der näheren Heimat in Süd-Tirol in der breiten Bevölkerung nie gewollt hat. Das war auch in der Ex-DDR wahrscheinlich auch nie anders gewesen. Gerade Sie als Deutscher mit Ihrer Lebenserfahrung müssten das genau wissen. Alle Tiroler und Österreicher freuen sich mit Ihren Landsleuten mit, dass sie in einem wiedervereinten Land seit 20 Jahren wieder leben dürfen. Wenn Sie dieses Gefühl persönlich vielleicht nicht teilen können, und in einer BRD nach 1990 nicht leben wollen, ist das Ihre persönliche Entscheidung. Aber erlauben Sie dann, dass wir, die für die Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol eintreten anders darüber denken, das ist nämlich unsere Zukunft und die Zukunft unserer Heimat, unseres Vaterlandes um die es geht! Die heutige EU ist bestrebt alle trennenden Grenzen abzubauen, hoffentlich auch einmal die zwischen den geteilten Landesteilen Tirols. Jede demokratische Gesellschaft lebt und schöpft ihre vitale Kraft aus der Meinungsfreiheit, sonst wäre das eine demokratiepolitische Wüste, wie es früher einmal in Ihrem Heimatland Deutschland im östlichen Teil auch der Fall war. Für einen Deutschen aber, der in Süd-Tirol lebt, ist es ein wenig komisch, wenn man einem kleinen Volk seine immer noch nicht erreichte Einheit nicht gönnen will, oder ich habe Sie mißverstanden. Die Tiroler Einheit ist eine Angelegenheit, die in erster Linie nur die Süd-Nord-Ost Tiroler und damit alle Österreicher betrifft. Die Deutschen aus der BRD könnten nur bei diesem demokratiepolitischen Projekt wervolle Hilfe leisten. Sie erweisen dem Deutschland-Bild der Menschen zwischen Salurn und Kufstein keinen guten Dienst, wenn Sie scheinbar einseitig die Partei für die Seite der Fremdbestimmung in Süd-Tirol ergreifen. In diesem Sinne, Ihrer Meinung ist ein wenig verwunderlich und seltsam. Ihre Beiträge könnten daher auch von einem Italiener stammen. La prego di scusarmi, questo è una cosa molto triste. Bada a quel che fai é non parlo di questo. Tenga a mente le mie Parole. Ho parlato per il suo bene. Sono lieto del suo successo a Sudtirolo, ma capisco e condividi il suo dolore... Auguri cordialissimi, Markus A.
IP: 195.3.113.175
 
Markus A.
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