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09-05-2008 03:03
 
Gerechtigkeit auf Italienisch
Es ist eine heute unbestrittene historische Tatsache, dass die süd-tiroler Freiheitskämpfer der 50er und 60er Jahren von den italienischen Sicherheitkräften in der Haft geschlagen, gefoltert, oder in Gewahrsam der Sicherheitsdienste des italienischen Staates Aufgrund der sog. "carta bianca" aus Rom von damals, also der "Vogelfrei-Erklärung" Italiens für alle Süd-Tiroler in ihrem eigenen Land, sogar gezielt umgebracht worden sind. Man hat die Menschen süd-tiroler Abstammung in der seit Menschengedenken angestammten eigenen Heimat damals so behandelt, wie die nationalistischen Serben in unserer Zeit die Kosovo-Albaner Ende der 90er Jahren behandelt haben, dazu in einem postkommunistischen Staat und nicht in einer westeuropäischen Demokratie. Trotzdem, man hat auf Befehl von "ganz oben" zu den abscheulichsten und kriminellsten Methoden in Hinblick auf die Behandlung der süd-tiroler Freiheitskämpfer gegriffen, um ihren Widerstand um jeden Preis zu brechen, die unter den damaligen Umständen nichts anderes gemacht haben, als die eigene Heimat aus Verzweiflung und Not mit ihren blossen Händen zu verteidigen. Der grosse Süd-Tiroler Kanonikus Michael Gamper hat schon um 1950 gemeint, dieser Staat der Fremdbestimmung hat uns alle in Süd-Tirol gezielt auf einen ethnischen Todesmarsch geschickt. Die Gewalt der südtiroler Freiheitskämpfer richtete sich damals gegen Sachwerte niemals gegen Menschen, die Brachialgewalt der Hüter der Italianitá des Alto Adige aber ausschliesslich nur gegen die Menschen süd-tiroler Herkunft, denen man wieder mit Gewalt, wie bei der Annexion 1918, die angeblichen Segnungen dieser Fremdbestimmung näher bringen wollte. Dennoch, einige mutige italienische angeblich "linke" Staatsanwälte und Richter haben den Rest der Ehre Italiens gerettet, indem sie die Beweise gegen die Täter in Uniformen auf der Seite des Staates der Fremdbestimmung gesammelt haben, und viele dieser Hescher, an deren Händen das Blut der freiheitsliebenden Süd-Tiroler bis heute klebt, vor italienische Gerichte gebracht, wo sie sich für ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten mussten. Allersamt sind von diesen Gerichten in Italien freigesprochen, oder gleich nach Urteilen begnadigt worden. Die Ankläger mussten Süd-Tirol für immer verlassen und dürften nie beruflich wieder dort arbeiten. Nicht nur das, die Täter sind in die höchsten Ämter des Staates befördert worden, und zwar als Anerkennung für ihre "Heldentaten" auf dem Felde der Verteidigung der Italianità des Alto Adige. Dieses Land Italien ist 1918 durch diplomatischen Betrug und Verrat in den "Besitz" dieses Landes Tirol südlich des Brenners damals so gut wie ohne Italiener gekommen, und versäumte keine Minute ohne Zwang und höhere Not seinem kleinen Nachbarvolk eine ihm fremde Kultur, Sprache und Herrschaft mit Brachialgewalt aufzuzwingen. Haben etwa die Tiroler im Trentino und anderswo in der Zeit vor 1918 das in den alten rückständigen Zeiten mit den Italienern auch so gemacht? Dieses Potemkinsche Konstrukt der Italianità des Alto Adige stammt bekanntlich vom notorischen Ortsnamen- und Geschichtsfälscher Ettore Tolomei, der bis heute über alle Parteigrenzen hinweg als Nationallheld in Italien verehrt wird. Der Duce hat es dann mit seinen Methoden der Politik der völligen Unterwerfung und Italianisierung des Landes versucht, dieses "Meisterwerk" der Fälscherkunst der Identität eines ganzen Landes zu vollenden, die "italienische Demokratie" nach 1946 setzte diese Politik vor allem bis 1972 nur mit anderen Methoden fort. Wenn es einem aufrechten italienischen Patrioten, der seine Heimat aufrichtig liebt vor dieser grausamen Geschichte eines ganzen unschuldigen Volkes in Tirol südlich des Brenners nicht graust, dann hat er ganz einfach kein Gewissen, und gerade das ist ein unentbehrliches Korrektiv des menschlichen Handelns in einer zivilisierten europäischen demokratisch verfassten Gesellschaft, wie auch Italien gerne sein möchte. Die Täter, die damals verhaftet, geschlagen, gefoltert und gemordet haben, sind für ihre Untaten von diesem Staat der Fremdbestimmung nie bestraft und sogar grosszügig belohnt worden. Die Pflege der Rechtsstaatlichkeit ist aber ein Wert, der alles andere voraussetzt. Die Helden des südtiroler Freiheitskampfes mussten das Land verlassen und leben teilweise immer noch in Exil. Noch in den 70er Jahren mussten sich Süd-Tiroler wegen der Beleidigung der Tricolore oder der Italianità verantworten, kommt das einigen aus unserer Zeit aus einem anderen Land an den Toren Europas nicht bekannt vor? Was sind das für Menschen, die überhaupt die Frechheit heute besitzen, gerade in diesem Zusammenhang der brutalsten Verfolgung des süd-tiroler Widerstandes gegen Italianisierung des Landes mit der Brechstange der Majorisierung durch gesteuerte Zuwanderung, nicht Zulassung der 1946 versprochenen Autonomie und der deutschen Sprache usw., von einer Verpflichtung zur Reue auf der Seite der noch lebenden Widerstandskämpfer aus Süd-Tirol zu schreiben. Diese "Verteidiger" der Italianità haben ihre Untaten nie abgebüsst, ganz im Gegenteil, diese Geschichte geht weiter. Die Aktivitäten der Hüter der Italianità des Landes bis heute z.B. über gesteuerten rechstextremen Pseudo-Widerstand, um alle Selbstbestimmungbefürworter pauschal in eine rechtesextreme Ecke zu stellen, sind ein eigenes antidemokratisches Kapitel und Fortsetzung dieser alten Politik der Schande und der Unbarmherzigkeit. Glaubt ihr alle, dass die Welt heute noch so blind, naiv und so bescheuert ist, dass man das nicht merkt? Es ist ein Glück für Italien und Pech für Süd-Tirol, dass dieser Staat der Fremdbestimmung in West-Europa und in der EU liegt, daher drückt man gerne überall oft beide Augen, Ohren und den Mund zu, um diesen unberechenbaren Staat nicht zu provozieren. Bevor die Italiener von den Süd-Tirolern Reue verlangen, sollten sie selber darüber nachdenken, ob und wann sie selbst das vergossene Blut der Süd-Tiroler rein gewaschen haben. Für die freiheitsliebenden Menschen haben viele Namen aus dieser Zeit vor mehr als 40 Jahren einen Klang und eine Bedeutung vergleichbar mit der von Andreas Hofer. Niemand von Ihnen wird uns das edle Andenken an diese mutigen Männer und Frauen rauben können, nicht einmal in hunderten von Jahren. Das Land und Volk Süd-Tirols, des Landes Tirol und Österreichs ist ihnen zu Dank verpflichtet, dass sie damals bereit waren ihre Tiroler Heimat südlich der Unrechtsgrenze am Brenner unter Einsatz ihrer Freiheit, Gesundheit und sogar des Lebens gegen unzählige viele jahrzehnte lange Übergriffe der Macht der Fremdbestimmung zu verteidigen. Sie haben damals das Land Süd-Tirol vor dem ethnischen Untergang gerettet, und nicht die Tintenburgen der Bürokraten und Diplomaten, obwohl auch dieser Einsatz wertvoll und notwendig war. An alle, die damals für Süd-Tirol etwas substantielles im Sinne der Selbstbestimmung unter grössten Gefahren selbstlos geleistet haben, Vergelts Gott tausend mal! Ihr seid unsere Helden und ihr werdet das immer bleiben, gerade am Vorabend des Andreas Hofer-Gedenkjahres 2009 muss man das laut sagen. Man würde meinen, fast nach 50 Jahren nach diesen tragischen Ereignissen müssten alle Seiten endlich zur Versöhnung bereit sein, auf der italienischen Seite ist das offenbar nicht möglich. Wenn das heute immer noch nicht möglich ist, wird das wahrscheinlich nie geschehen. Ein Staat, der die Menschen so schlimm behandelte und immer noch behandelt, der einen überdehnten Überwachungs- und Staatsicherheitsapparat in Süd-Tirol unterhält, der hat in gewissen Kreisen der Elite eine Gesinnung und Einstellung zu Menschenrechten, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Das passt zu einem aufgeklärten, durch und durch demokratischen Europa der freien und selbstbestimmten Völker des 21. Jahrhunderts wie Fast auf´s Auge. Ich kann diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit nicht aushalten, die meinen Landsleuten seit Generationen immer noch angetan wird. Ich kann nicht viel tun, nur dagegen schreiben, aber es geht mit jetzt ein wenig besser, Dank der Grosszügigkeit dieser Seite der Süd-Tiroler Freiheit.
IP: 195.3.113.171
 
Markus A.
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