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03-05-2008 18:43
 
Süd-Tirol und Südtirol
Die Politik auch in Italien ist kein "Wünsch Dir Was-Konzert", sondern ein tägliches hartes Ringen um die besten politischen, wirtschaftlichen Konzepte und Lösungen für das Land, und um ein Ausgleich der vielen Interessen einer demokratisch verfassten Gesellschaft. Die AP Bozen Südtirol wird nie und nicht so bald von Italien aus freien Stücken das Recht auf die eigene Selbstbestimmung bekommen. Wer das glaubt oder für den Irrweg der südtiroler Eigenstaatlichkeit eintritt, wie z.B. die multiethnische, angeblich "linke" Brennerbasisdemokratie (BBD) auf der Seite der www.selbstbestimmung.net, der sichert indirekt den Fortbestand des heutigen status quo Südtirols als eine italienische Provinz ohne Zeitlimit. Mich wundert persönlich die Tatsache, dass man es für notwendig hält, überall für diese Kleinstbewegung von vieleicht nicht einmal 50 Leuten mit einer eigenen Webseite permanent auf anderen Seiten zu werben. Die Brennerbasisdemokratie tritt eindeutig und wehement gegen jede Form der Tiroler Einheit der Zukunft und gegen den Begriff "Vaterland Österreich" propagandistisch ein und für ein multiethnisches Land, oder für einen von Italien unabhängigen neuen Staat Südtirol. Die Betreiber dieser Seite scheint die Tatsache nicht zu interessieren, dass nach aktuellen Meinungsumfragen immer noch zwischen 55-60% der Süd-Tiroler die Landes-Wiedervereinigung in Tirol zwischen Salurn und Kufstein klar befürworten. Das wird in dieser Ecke eher als etwas angesehen, was man bald unbedingt überwinden sollte. Einen neuen von Italien in die Unabhängigkeit etlassenen europäischen Staat Südtirol wird es nicht geben, es sei denn dieser Staat Italien implodiert irgendwann in sich selbst, dann ist vieles möglich. Implosion = Zerstörung eines Hohlkörpers durch inneren und äusseren Druck. Auf staatlicher Ebene kommt das vor, wenn Staaten über längere Zeit durch die Politik der unfähigen Regierungen vor allem in wirtschaftlichen Belangen an die Grenze eines Zusammenbruchs herangeführt werden, wie z.B. 1989 die DDR, SU und der Rest des Ostblocks. Allein die heutige Staatsverschuldung Italiens ist heute grösser, als BIP dieses Landes eines ganzen Jahres. Stellen Sie sich vor, sie verdienen 2000 Euro im Monat, sie haben aber 25.000 Tausend Schulden, die jährlich Aufgrund der Zinsen und Zinseszinsen grösser werden, wie sollte man diese Last einmal bewältigen? In der sog. "Dritten Welt" kommt es häufig nach einer Implosion zur Bildung von Phantom-Staaten, die es in der machtpolitischen Realität der heutigen Welt mangelns einer zentralen Staatsgewalt gar nicht gibt. Beispiele dafür gibt es häufig in Afrika (z.B. Somalia, Süd-Sudan, Darfur), in Süd-Amerika in Teilen Kolumbiens, in Asien auf der Insel Nord-Ost Sri Lanka etc. In Europa gibt es heute Beispiele dafür in Moldova in Transistrien und am Kaukasus, z.B. in Georgien (Abchasien, Süd-Ossetien) und in Armenien-Nagorny Karabach. In West-Europa gibt es ein einziges Land, wo es eindeutig ablesbare Tendenzen in diese Richtung gibt, und zwar in Italien in Mezzogiorno, wo der Zentralstaat mit der Zeit immer mehr am Boden verliert, oder häufig sogar Militär in Friedenszeiten im Inneren einsetzen muss, um seine Autorität halbegs durchzusetzen. Im Norden gibt es dafür die Lega Nord, die auf lange Sicht gegen den Staat der italienischen Einheit politisch arbeitet. Das ist eine nachprüfbare Feststellung und keine subjektive Wahrnehmung von mir. Sollte irgendwann Italien sich mit solchen Dilemas der Innenpolitik konfrontiert sehen, wie nach 1990 das ehemalige Jugoslawien, dann ist in diesem Land vieles an Selbstbestimmungen möglich, auch ein neues Land Südtirol bestehehend aus der AP Bozen-Trentino, oder auch nicht. Die EU wird schon aber dafür sorgen, dass es nicht so weit mit Italien kommt, aber in diesem Land ist dennoch trotz Europa vieles an Entwicklungen möglich, die heute noch unwahrscheinlich scheinen. In keinem alten Land der EU ist die politische und wirtschaftliche Lage dermassen verfahren und zerrüttet, wie gerade heute in Italien. Ich sehe da auch keine Besserung in Sicht. Die Klärung der Frage der süd-tiroler Selbstbestimmung ist dennoch möglich und politisch machbar, wenn die Landesregierung einmal klar diese aktiv befürworten wird. In so einem Fall gäbe es eine gewisse Chance auf Erfolg dieser Selbstbestimmung, aber nur bei einer Bündelung aller vorhandenen selbstbestimmungfreundlichen Kräfte des Landes und nicht bei Zersplitterung der politischen Landschaft in dieser Frage und bei verschiedenen einander widersprechenden Optionen. Ohne aktive Unterststüzumg von der Seite der Schutzmacht der süd-tiroler Interessen Österreich, halte ich so ein Projekt lokal, national und international für undurchführbar. Das müssten alle wissen, die zwei und zwei zusammen rechnen können, es sei denn sie verfolgen andere Interessen fernab der wirklichen Perspektive einer süd-tiroler Selbstbestimmung der Zukunft. Ich denke da an ein Bild von einem ost-süd-tiroler Maler Albin Egger-Lienz, "der Sämann und der Teufel". Auf diesem Bild geht hinter dem Sämann auf einem Acker ein Teufel der vom Bauer unbemerkt Unkraut sät. Die politische Bewegung der SF sehe ich in diesem Zusammenhang in der Rolle eines fleissigen und geplagten Sämanns, der allen Widrigkeiten zutrotz das Feld im Frühling zu bestellen versucht. Möge diese Saat aufgehen und gute Früchte tragen, zum Wohle des Landes Tirol und seiner Wiedervereinigung!
IP: 195.3.113.165
 
Markus A.
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