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24-04-2008 14:18
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@Klaus
Das hat sehr wohl sehr viel mit Trachten zu tun. In Süd-Tirol ist das eine Machtdemonstration gegenüber der Staatsmacht, dass man in diesem Land eine andere ethnische Herkunft hat, als der Rest der Bevölkerung Italiens. Trachten sind in Süd-Tirol nicht reine Folklore, wie man vieleicht verbreitet meinen würde, vielmehr ist das eine ethnische und ideologische Standortbestimmung eines Teiles der deutschsprachigen Bevölkerung des Landes. Ich bin so wie wahrscheinlich auch Du alt-österreichischer Herkunft, daher liegt mir das sehr nah, was mit und in Süd-Tirol weiterhin auf seinem schweren Weg durch die Geschichte passiert. Als wertkonservativer katolischer Christ vertrete ich persönlich den Standpunkt, dass jeder Mensch die volle Freiheit seiner uneingeschränkten Selbstbestimmung überall verdient, auch als ethnische Mehrheit im Staate der Fremdbestimmung im eigenen seit Menschengedenken angestammten Siedlungsgebiet, und zwar unabhängig davon, wo man überall in Europa und in welchem Staat lebt. Ich bin nicht in Süd-Tirol geboren, aber ich kenne dieses Land aus vielen Aufenthalten und persönlichen Begegnungen und geschichtlichen Studien wie meine Westentasche. Wie oft habe ich das in Süd-Tirol von manchen Gesprächpartnern gehört, wir haben immer noch Angst vor diesem Staat, daher können wir nicht so schreiben und reden, wie will vieleicht in diesem Land gerne tun würden. Das ist der Grund, warum ich das stellvertretend für viele in diesem Land zu tun versuche. Die ganze Geschichte der Fremdbestimmung in Süd-Tirol ist in Europa so einmalig, menschlich so grausam und so brutal, dass ein freiheitsliebender Mensch in seinem Bereich sich nur vorbehaltslos mit den betroffenen Menschen identifizieren und für ihre Rechte einsetzen kann. Ich habe auch etwas bis zum Abschluss Dr.phil studiert, was mir das sehr erleichtert. Als meine breitere und erste Heimat betrachte ich heute persönlich das neue grössere Europa viel mehr, als die alten grösseren und kleineren Nationalstaaten. Deutschtümelei und Walschenhass sind mir daher völlig fremd, aber auf die Klärung der Frage der Selbstbestimmung in Süd-Tirol wird man wohl als Nachkomme von Alt-Österreichern und auch als Europäer doch bestehen können, ohne dass sich jemand in Italien deswegen auf den Schlips getreten fühlen müsste. Ich kann mir vieleicht das leichter erlauben, weil ich in Süd-Tirol nur jetzt ab und zu verweile und permanent im Ausland lebe, daher befinde ich mich in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu diesem Staat. Wir leben alle schon längst dank neuen Medien in einem vernetzten Globaldorf, daher ist das egal, ob man 100 oder 200 Kilometer vom Brenner entfernt lebt. Das, was ich in meinen Beiträgen schreibe ist wohl überlegt aber spontan geschrieben, garantiert durch Meinungsfreiheit überall in der EU, und der echten italienischen Demokratie auch als eine Stimme von vielen in einem Europa der freien und selbstbestimmten Völker sicher zumutbar. Abschliessend möchte ich noch ein Zitat von Oskar Stock anbringen: "Das Leben zeigt, dass oftmals aus Unglück...grösseres Glück erwächst." Das trifft meiner Meinung nach für Süd-Tirol auch zu. Trotz der ganzen schwierigen Geschichte mit Italien, findet permanet ein gegenseitig befruchtender zivilisatorischer und kultureller Austausch zum Wohle der betroffenen Ethnien in Süd-Tirol statt, natürlich unter Voraussetzung, dass das Land Tirol südlich des Brenners nicht mit der Zeit seine ethnische und kulturelle Eigenart verliert. Das ist aber schon das einzig positive, was ich der aufgezwungenen Fremdherrschaft abgewinnen kann. Die Klärung der Frage der Selbstbestimmung würde einmal auch hier einen Schlussstrich und Neuanfang für alle Menschen bedeuten. Welche Lösungen die Süd-Tiroler auf diesem Wege bevorzugen würden, ist ihre eigene Entscheidung, ich wäre sogar damit glücklich, wenn Italien der AP Bozen eine Landeseinheit mit dem Bundesland Tirol als ein wiedervereintes Land in zwei EU-Staaten Italien und Österreich im europäischen Geiste ermöglichen würde. Wir werden sehen, was sich in Zukunft durchsetzen wird, der provinzielle nationale Kleingeist, oder die europäische Zusammenarbeit über alle Grenzen huinweg. Die ungelöste Frage der süd-tiroler Selbstbestimmung ist eine von vielen ähnlichen immer noch nicht zufriedenstellend gelösten Fragen in Europa. Ich als Bürger kann nur meine Meinung artikulieren, die Politik und die Politiker sind dazu da, um solche Dilemas der eigenen weiteren Zukunft des Landes auch in Süd-Tirol zu klären.
IP: 195.3.113.166
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