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13-04-2008 13:10
 
Selbstbestimmung
Die Option der Eigenstaatlichkeit für das Land Süd-Tirol propagieren so gut wie nur die Linken, und sie finden sogar dabei Unterstützung aus den Reihen der Hüter der Italianità des Alto Adige. Erstens, weil das ein extremes Minderheitenprogramm ist, zweitens, weil dies die Geschlossenheit der Süd-Tiroler in der Frage der eigenen Selbstbestimmung in und von Italien nachhaltig stört, und drittens dort wo sich Zwei streiten, das nutzt dem Dritten. Das Land Österreich wird weiterhin ohne Einschränkung in ganz Süd-Tirol quer durch alle Parteien und Schichten, vieleicht mit der Ausnahme der multikulturellen Grünen, als das historische und ethnische Vaterland in einer breiteren Deutschen Kulturnation angesehen, Betonung auf Kultur. Daran wird sich so bald auch nichts ändern. Die "Südtiroler Schützen" werben z.B. für ihre Ziele mit dem Spruch; "Unsere Heimat ist Tirol, unser Vaterland ist Österreich." Dem italienischen Herrschaftsanspruch haben die Menschen in Süd-Tirol bei passenden historischen Gelegenheiten klar und deutlich widersprochen, so 1918 bei der Selbstbestimmung-Petition der Gemeinden an US-Präsidenten Wilson, 1946 mit der Petition der fast gesamten Bevölkerung des deutschsprachigen Landes Tirol südlich des Brenners an BK Leopold Figl und an Österreich, 2006 mit der Selbstbestimmung-Petition der Bürgermeister der südtiroler Gemeinden, fast von allen unterzeichnet, an den Österreichischen Nationalrat in Wien. Die Ereignisse um die in Hinblick auf die weitere Geschichte des Landes von zwei Diktatoren erzwungene verhängnis- und unheilvolle sog. "Option" zwischen 1939-43, wo 86% der Menschen gegen Italien votiert haben, wo man den Menschen sogar drohnte, entweder ihr seid mit einer restlosen Italianisierung einverstanden, oder ihr werdet zwangsumgesiedelt nach Süd-Italien oder Afrika, oder ihr habt die Wahl auszuwandern, sie sprechen eine klare Sprache, wie die Menschen von diesem Staat der Fremdbestimmung behandelt worden sind. Viele Menschen zwischen Salurn und Brenner, zwischen Reschen und Innichen, meinten bis in die späten 70er Jahre, dieser Staat der Fremdbestimmung hat uns Süd-Tiroler auf einen ethnischen Todesmarsch geschickt. Italien ist 1918 in ein Land so gut wie ohne Italiener gekommen und versuchte vor allem zwischen 1921 und 1972 die Süd-Tiroler zu assimilieren und zu italianisieren, als das nicht gelang, dann auch zu majorisieren durch gesteuerte Massenzuwanderung. Ich würde meinen, auch die Ereignisse um die 1946 in Paris gegenüber Österreich im "Pariser Vertrag" versprochene aber bis 1972 nicht umgesetzte Autonomie für Süd-Tirol und die bekannten Kungebungen und Ereignisse auf der Burg Sigmundskron bei Bozen 1957, später die gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht der 60er Jahre, sie alle können nicht gerade als Liebesbeweis der Bevölkerung gegenüber Italien bewertet werden. Vielmehr ist Italien damals in einer "italienischen Demokratie" mit Süd-Tirol so umgegangen, wie Serbien mit Kosovo Ende der 90er Jahre. Bis Ende der 40er Jahre sind sogar Süd-tiroler oder ihre Kinder nach Österreich abgeschoben worden, weil man den Menschen österreichpatriotische Aktivitäten vorgeworfen hat. In den 60er und 70er Jahren sind Tausende Menschen in dieser "Demokratie" aus nichtigen Gründen inhaftiert oder sogar gefolter worden, um Aussagen zu erzwingen, viele sind sogar gezielt ermordet worden. Nur vor einer breitangelegten Vertreibung hat man noch Halt gemacht, da dies dem in Freiheit lebenden Rest Europas gar nicht gefallen hätte, aber diese Parole ist heute noch sogar zu hören, wenn es euch nicht passt, dann haut ab nach Norden, hier in Alto Adige "siamo in Italia". Um das Jahr 1970 merkte man in Italien endlich, dass man mit den Menschenreechten für die Süd-Tiroler nicht so umgehen kann, wie man das von früher seit 1921 gewohnt war. Anderswo in Europa glaubte man das auch sehr lange, bis zu der jüngsten Selbstbestimmung vom Feber dieses Jahres, aber die freie Welt, vor allen in der EU, bewies seit 1988 bis 2008 endlich einmal politische und moralische Stärke, sowie auch Durchsetzungskraft. Aus diesem Grund ist dieses kleine Land am Balkan Kosovo Dank der internationalen Gemeinschaft heute ein eigener Staat ohne Fremdbestimmung geworden. Die Süd-Tiroler würden wahrscheinlich auch das akzeptieren, wenn es gar nicht anders gehen würde, nämlich nach der Selbstbestimmung einen eigenen Freistaat Südtirol, aber das ist heute ein Minderheitenprogramm, die überwiegende Mehrheit will meiner Meinung nach etwas anderes, in erster Linie die Klärung der Frage der Selbstbestimmung als Land und Volk von und in Italien. Nicht umsonst wird der heutige Landeshauptmann von Francesco Cossiga als "Österreichisch-Tiroler Nationalist" genannt. Gerade Luis Durnwalder und die SVP bezeichnet bei so vielen Gelegenheiten Publikumswirksam die Süd-Tiroler als DIE österreichische Minderheit in Italien. Eine andere bedeutende Partei in Süd-Tirol, die Freiheitliche Partei, ist eine Landesgruppe bzw. Unterorganisation der FPÖ. Die Partei Union für Südtirol ist ebenso aus der alten Zeiten Dank dem unermüdlichen Einsatz der Frau Dr. Eva Klotz Österreich-patriotisch weiterhin geblieben. Ich erinnere da an die von der Union im Auftrag gegebene offizielle Briefmarke der Österreichischen Post, auf der Schloss Tirol bei Meran abgebildet ist, und auf der es steht, wie ich mich erinnern kann, 1809 - 2009, 200 Jahre Freiheitskampf, Tirol von Salurn bis Kufstein. Das Bild über die Einstellung der Süd-Tiroler Freiheit zum Vaterland Österreich kann man sich leicht direkt auf dieser Seite verschaffen. Nicht nur die Texte, sondern vor allem auch die Bilder und Filme sprechen in dieser Hinsicht Bände. Also fast die gesamte politische Landschaft Süd-Tirols hat offiziell dazu eine klare Haltung bewiesen, die wenig Raum für anderslautende Interpretationen zulässt. Ich würde noch allen interessierten Menschen die Website der "Südtiroler Schützen" empfehlen, vor allem die Bildergalerie aus Süd-Tirol, die Adresse auf Google vieleicht zu finden. Diese Haltung der Süd-Tiroler gegenüber dem Vaterland Österreich verändert sich natürlich im Laufe der Zeit, aber seitdem der italienische Altpräsident Cossiga 2006 ein Referendum, sogar mit einem Gesetzesentwurf, vorgeschlagen hat, haben auch die Süd-Tiroler klare politische Linie dazu bezogen. Die Oppositionsparteien sind klar dafür, die grösste Partei die SVP noch nicht. Die Edelweisspartei ist der Meinung, das wäre nur wieder eine Finte der Hüter der Italianità des Alto Adige, um die Landespolitik in der Frage der Selbstbestimmung in aussichtslose politische Manöver zu verwickeln, da es zu viele Wahlmöglichkeiten paralell in diesem Vorschlag gegeben hat. Daher glaubt wohl die SVP, wenn jemand für die AP Südtirol ein Selbstbestimmung-Referendum oder eine Abstimmung beschliessen wird können, sind das nur "wir" allein, wenn wir die allgemeine politische Lage und den Zeitpunkt für gekommen erachten. Das Recht auf diese Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, dieses Recht wird das Land in Zukunft eher von der EU selbst als von Italien zugestanden bekommen und ausüben können, wenn nicht schon bald, dann sicherlich mit der Zeit, wenn die Süd-Tiroler selbst weiterhin dafür national und international werben und auch politisch glaubwürdig eintereten werden. Der Pariser Autonomie Vertrag für das Land ist zwischen Italien und dem Vaterland Österreich 1946 abgeschlossen worden. Österreich hat vor allem unter AM und BK Bruno Kreisky in unzähligen Treffen mit der damaligen und heutigen Macht der Fremdbestimmung dieser Autonomie Süd-Tirols auf die Sprünge geholfen. Österreich geht heute in der Frage von Süd-Tirol zuerst darum, dass dieses Land in Frieden und Ruhe mit seiner Autonomie gut leben kann, sollte aber einmal das ein freier Entschluss der Süd-Tiroler sein, wieder zum Vaterland zurückzukehren, wird Österreich sicherlich keine Hindernisse auf diesem Wege aufbauen. Heute im Zeitalter von so vielen neuen Selbstbestimmungen in ganz Europa, sogar in der EU selbst in Schottland seit 2007, scheint dieser internationale politische Spielraum für die Landespolitik in der Frage der Selbstbestimmung grösser geworden zu sein. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung aller Sprachgruppen weiss was sie in dieser Frage will, die Landespolitik auch, vorausgesetzt, Italien würde einmal in Zukunft diese Selbstbestimmung dulden und nicht behindern. Laut einer Umfrage der SVP vom September 2006 wollen 18% einen Freistaat, 20% Ausbau der Autonomie und 61% der Bürger aller Sprachgruppen des Landes zurück zu Österreich. Eine Selbstbestimmung für Süd-Tirol ist erst dann möglich, wenn der heutige Staat dies duldet, oder zumindest eine Volksbefragung zu dieser Frage nicht behindert, weiter wenn die Süd-Tiroler selbst wissen was sie wollen, und wenn das Vaterland Österreich das politisch umsetzt und respektiert, was an Wünschen und Optionen an den Staat aller Österreicher, auch der Süd-Tiroler, aus der Landespolitik in Bozen herangetragen wird, und wenn diese Selbstbestimmung breite Symphatie und ideologische Unterstützung in der EU selbst und in der Welt vorfindet. Erst dann wird sie möglich sein, aber dazwischen gibt so viele Stolpersteine, dass man beinahe verzweifen kann. Wenn man aber an die Selbstbestimmung als solche glaubt und danach auch handelt, wird sie einmal zur Gänze auch für Süd-Tirol politisch möglich sein. Früher oder später kommt für jede derartige politische Entwicklung der richtige Zeitpunkt, immer und überall auf der Welt. Davon zeugen die so vielen gelungenen Selbstbestimmungen der letzten 20 Jahre in Europa, von der Deutschen Einheit 1989/90 bis 2008 im Kosovo. Ähliche Tendenzen gibt es auch heute und morgen in der EU selbst für eine ganze Reihe von Regionen, eine davon ist die AP Bozen Südtirol, mit dem Unterschied zu den anderen, dass gerade das Land Süd-Tirol ein treues Vaterland und eine völkerrechtlich anerkannte Schutzmacht seiner Interessen an seiner Seite hat.
IP: 195.3.113.167
 
Markus A.
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