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12-04-2008 14:26
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Antwort auf He
@ He. Ich bin der Meinung, in einer freien und unbehinderten Abstimmung nach ausreichender Zeit für Vorbereitung und Wahlwerbung, würden wahrscheinlich sogar 2/3 der Bürger aler Sprachen für Selbstbestimmung votieren, die deutschen und ladinischen Süd-Tiroler, aber auch etliche Italiener, wenn man gerade dieser Sprachruppe eine klare und glaubwürdige Perspektive der Absicherung ihrer Interessen nach so einer Selbstbestimmung in einem neuen Land Süd-Tirol klar aufzeigen und sichern würde. Das wäre womöglich nur in Form einer neuen Landesverfassung möglich, wo alle drei Sprachgruppen gleichberechtigt zu Landesvölkern erklärt worden wären, also kein Minderheitenschutz, sondern eher Proporz, wenn vor allem Italiener es so wollen würden, dazu abhängig von den neuesten Zahlen der Volkszählung, da es in der EU heute die Niederlassungsfreiheit der Bürger gibt, die aber gerade in Süd-Tirol via Autonomiebestimmungen ihre Einschränkung findet. Diese würden nach der Selbstbestimmung fallen. Heute leben in Süd-Tirol cirka 25% Italiener, die meisten oder fast alle im Dreieck Bozen Meran Salurn, gerade dort würde man so einen Ausgleich der Interessen brauchen. Heute würde sich wahrscheinlich eine sehr grosse Mehrheit für die Selbstbestimmung Süd-Tirols, aber eine knappe absolute Mehrheit für die Wiederherstellung der alten ethnischen und verwaltungsmäßigen Landeseinheit in ganz Tirol finden. Man darf nicht übersehen, dass seit fast 90 Jahren gerade in Süd-Tirol bedingt durch die Geschichte des Landes eine starke "mir san mir" Mentalität der Süd-Tiroler gewachsen ist. Es gäbe vieleicht noch andere Alternativen der Selbstbestimmung, die Sie nicht ausdrücklich erwähnt haben, z.B. ein neues zehntes Bundes-Land Südtirol, ein Land Tirol mit einer Über-Landesregierung bestehend aus zwei Landesregierungen in zwei verschiedenen EU-Staaten, oder eine Europäische Region Tirol, sollten die Süd-Tiroler jemals die Möglichkeit der Abstimmung in der Selbstbestimmungfrage bekommen, und diese aus welchen Gründen auch immer demokratisch abgelehnt hätten. Aus heutiger Sicht würden wahrscheinlich die Menschen in Süd-Tirol so abstimmen, wie die Parteien dies den Menschen emfehlen würden, d.h. würde auch die SVP für ein "ja" zu Selbstbestimmung werben, wäre diese klar zu gewinnen, es sind aber nur Annahmen und keine Fakten. Diese werden erst in einer Abstimmung oder in einem echten Referendum über die endgültige staatliche Zugehörigkeits des Landes geschaffen, aber danach schaut es zumindest momentan nicht aus. Das hat vor cirka zwei Jahren im Mai 2006 der italienische Altpräsident Francesco Cossiga mit seinem im Römischen Senat eingebrachten Gesetzesenwurf "Selbstbestimmung für Südtirol" auch vorgeschlagen.
IP: 195.3.113.169
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