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07-03-2008 01:59
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Wilson und Süd-Tirol bis heute
Das mit der von Ettore Tolomei gefälschten Landkarte von Tirol aus der Zeit um 1900 ist zwar wahr, aber das ist trotzdem ein Ammenmärchen, dass gerade die Spitzenpolitiker im Weissen Haus und in London es nicht gewusst hätten, dass damals vor 1918 in Süd-Tirol zwischen Brenner und Salurn fast keine Italiener gelebt haben. Der Tolomei war ein verblendeter Nationalist, ein "Vordenker" und Wegbereiter des italienischen Faschismus und ein notorischer Fälscher der Geschichte, der Geographie (Prontuario) und sogar des Sports, da er vorgab Gipfel an der heutigen Grenze Italiens (Vetta d´Italia) zu Österreich erstbestiegen zu haben, die nachweislich von anderen Menschen lange vor ihm bezwungen wurden. Vielmehr waren die USA aufgrund des diplomatischen Drucks aus London und Paris den Italienern im Wort, sie für den damaligen Betrug und Verrat an Österreich-Ungarn im Ersten WK von 1915 mit Annexionen Süd-Tirols ohne Volksabstimmung zu belohnen. Das war auch schon damals um 1918-21 eine übliche Prozedur des Völkerrechtes, dass man bei Grenzänderungen oder Gebietsansprüchen fremder Staaten, die betroffene Bevölkerung selbst im Sinne der Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes nach ihrem Willen gefragt hat. So hat es damals in ganz Europa auf Wunsch vor allem der USA und des amerikanischen Präsidenten Wilson die vielen berechtigten Selbstbestimmungabstimmungen gegeben, z.B. in Nord-Deutschland, heute Syd-Slesvig in Süd-Dänemark, Oberschlesien und Süd-Ostpreussen, in Süd-Kärnten und Burgenland in Österreich, Irland 1921 usw. Nur in Süd-Tirol und im SHS-Königreich Jugoslawien nicht, weil man Italien von der Seite der Siegermächte den diplomatisch geheim versprochenen Preis für die getanen Dienste "auszahlen" musste, und so ist das heutige Land Süd-Tirol zu Italien gekommen und auf die leidvolle "via dolorosa" von der freien und demokratischen Welt geschickt worden. Übrigens, der Zusammenhalt der gesamt-tiroler Bevölkerung nach der neuen Grenzziehung von 1918-20 zwischen Trentino und Deutsch-Südtirol war lange Zeit noch relativ gross und die mentale Trennlinie zwischen Trentino-Welschtirol und Süd-Tirol ist erst später entstanden, vor allem in der Zeit des Duce-Faschismus und der erzwungenen Option, als über 80% der Süd-Tiroler damals nach 1939 gegen Italien optiert haben. Nach dem Zweiten WK hat Rom dann behauptet, es gäbe nur noch ca 15 Prozent deutsche Süd-Tiroler in Alto Adige in Italien im Sinne der Staatsangehörigkeieit, obwohl sich Italien damals vor den Allierten auch verpflichtet hat, die Option zurückzunehmen und ihre Folgen rückgängig zu machen. Also, zuerst hat man den Menschen eine Fremdherrschaft in der eigenen näheren Heimat, in einem Land damals sogut wie ohne Italiener mit Betrug und Gewalt aufgezwungen, sogar wider schon damals übliche Selbstbestimmungsrecht der Völker, man hat dem Land Süd-Tirol 1920 eine grosszügige Autonomie versprochen, was dann kam, das war Italianisierung mit Brachialgewalt und beispiellose Unterdrückung in der faschistischen Duce-Zeit bis 1943. Durch seine Teilnahme am Zweiten WK hat Italien auch als Folge seiner Agressions- und Bündnispolitik das Land Süd-Tirol bis Mai 1945 direkt oder indirekt in die kriegerischen Handlungen einbezogen. Man hat die Menschen mit dieser faschistischen Politik fast in den Wahnsinn getrieben, sodass die meisten sogar die eigene Heimat verlassen wollten, das wertvollste was man als Mensch überhaupt im Leben hat, um endlich in Ruhe und weg von diesem Regime leben zu können. Nach Ende des Krieges 1945 meinte man in Italien und bei den Freideskonferenzen, nicht wir, sondern die Süd-Tiroler sind an allem schuld, daher sie verdieden die Selbstbestimmung gar nicht. Das Königreich Italien hat die Menschen in Süd-Tirol nach 1920 auf einen ethnischen Todesmarsch geschickt, und das ohne einen erkennbaren Grund und irgendein Verschulden auf der Seite der Süd-Tiroler selbst. Diesen aufgezwungenen Marsch hat erst der Widerstand der Süd-Tiroler unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen der 50er und 60er Jahre gestoppt, und Rom musste endlich die Autonomie erlauben, die man in Paris 1946 den Süd-Tirolern, dem Vaterland Österreich und vor dem Rest der Welt hoch und heilig versprochen hat. Dafür brauchte Italien aber weit über 40 Jahre lang Zeit bis 1992, und diese Autonomie ist heute immer noch oft genug halbherzig und unvollständig. Im Pariser Autonomievertrag von 1946 hat man zum ersten mal von einem abgesteckten Territorium der Süd-Tiroler im heutigen Sinne gesprochen, und nach Sigmundskron von Nov. 1957 wurde das auch eine fixe politische Grösse. Das alte Land Deutsch-Tirol befand sich seit Urzeiten als Paßland auf beiden Seiten des Brenners und unter Südtirol verstand man vor 1918 eigentlich nur das Land Tirol ab Völs, Bozen, Salurn, Kaltern, Tramin, also im geographischen Sinne, bis hin an die Berner Klause bei Rovereto, wo die damalige Grenze der Österreichischen Monarchie und die des ungeteilten Landes Tirol seit über 600 Jahren bis 1918 war. Nach dieser Teilung, die man in ganz Tirol und im Rest Österreichs damals und eigentlich auch heute immer noch, als eine noch nie dagewesene geschichtliche Niederlage und Katastrophe empfunden hat, musste man erst einen neuen Namen für das deutschsprachige Land Tirol südlich des Brenners finden, daher heisst langsam seit 1920 das Land Tirol südlich des Brenners eben Südtirol. Das Königreich Italien konnte zwischen 1912 und 1920 mehrere nicht italienische Gebiete in seiner Nachbarschaft mit ähnlichen Methoden wie bei Süd-Tirol annektieren, die auch nie von Italienern bevölkert waren, so die griechischen Dodekanes-Inseln mit der Insel Rhodos und später nach dem Zusammenbruch der Österreichischen Monarchie, die von Slawen bewohnten Länder Istrien und teilweise auch Dalmatien und Deutsch-Südtirol. Allerdings etlang der Adriaküste lebten bis Zara/Zadar in Dalmatien vorwiegend Italiener, die später aus ihrer angestammten Heimat bis nach 1945 von den Tito-Partisanen gewaltsam vertrieben wurden, im Hinterland lebten aber mehrheitlich Kroaten und Slowenen. Die Griechen und die Jugoslawemn haben sich von dieser unwillkommenen Fremdherrschaft Italiens nach dem Zweiten Weltkrieg nach grausamen kriegerischen Auseinandersetzungen und nach Abhaltung der Selbstbestimmungreferenden befreien können. Die gelungene Selbstbestimmung der griechischen Dodekanes-Inseln von Italien und die Rückkehr zum Vaterland Griechenland nach 1945/46 wird gerade in ihrer Bedeutung für Selbstbestimmung Süd-Tirols übersehen und meistens völlig vergessen, dabei ist Griechenland auch ein Teil von Europa, genauso wie Österreich. Das Land Süd-Tirol hat bis heute diese Möglichkeit der Klärung der Frage der Selbstbestimmung nie bekommen, obwohl die Süd-Tiroler in der Petition von April 1946 an das Vaterland Österreich, damit auch an die Allierten, an die freie und demokratische Welt, die Völkergemeinschaft um dieses Menschenrecht angefleht haben. Vor fast zwei Jahren 2006 hat eine neue Selbstbestimmungpetition diesmal der 99 Prozent der südtiroler Bürgermeister an den Österreichischen Nationalrat in Wien an die Verweigerung dieses ersten Menschenrechtes für das Land und Volk der AP Bozen Südtirol bis heute durch Italien erinnert. Die Landespolitik und Landesregierung in Bozen befinden sich daher vor eigener Bevölkerung in politischer und moralischer Verantwortung die Klärung dieser Frage mit friedlichen und demokratischen Mitteln in einem Europa freier und selbstbestimmter Völker nach Kräften zu fördern und zu unterstützen, zu dem auch Italien und das Österreichische Vaterland gehören. Andere Völker in Ost und West auf unserem Kontinent zeigen es mit ihrer Politik deutlich, dass Selbstbestimmung politisch möglich ist, dort wo sie geschichtlich, ethnisch, sprachlich und kulturell auch begründet ist. Man würde meinen, das alles trifft auch im Falle von Süd-Tirol zu, und Selbstbestimmung als politisches Ziel befindet sich dazu in fast allen Programmen der Parteien der Autonomie der 3/4 Bevölkerungsmehrheit der AP Bozen Südtirol, vor allem aber der regierenden Edelweisspartei.
IP: 195.3.113.176
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