Einen Kommentar melden
Danke, daß Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Kommentar an den Administrator dieser Seite zu melden.
Bitte vervollständigen Sie dieses Formular und klicken Sie anschließend auf den Senden Button, um Ihre Meldung abzuschließen.
Fragen oder Hinweise zum Kommentar
|
14-02-2008 20:34
|
|||
|
Selbstbestimmung ist neutral
Selbstbestimmung als solche ist weder links noch rechts. Es ist ein Grundrecht eines jeden Menschen und seiner Ethnie in der Gesellschaft, in dem Staat zu leben, den man als ureigenes Vaterland empfindet. Das war bekanntlich Italien in Süd-Tirol noch nie, für die meisten deutschsprachigen Menschen zumindest nicht. Es ist ein Blödsinn sondergleichen, wenn gerade ein "Linker" überhaupt das Wort in den Mund nimmt, man würde nach der Selbstbestimmung jemand "rausschmeissen" wollen. In welcher Welt leben diese "Linken" wenn sie an solche Ungeheuerlichkeiten denken? Die Frage der Selbstbestimmung dürfte man nur auf der Basis der heutigen ethnischen, sprachlichen und politischen Situation in Süd-Tirol stellen, ohne irgendeine Gruppe ausgrenzen zu wollen, auch die eventuelle Mehrheit der Befürworter der Selbstbestimmung nicht. Das deutschsprachige Land Tirol ist heute in drei Landesteile geteilt, wir leben noch in verschiedenen Staaten aber nur in einer EU. Der Wunsch nach Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol ist immer noch Gott sei Dank überall stark vorhanden. Mir persönlich wäre sogar eine Lösung recht, die eine Landeseinheit in zwei EU-Staaten möglich machen würde, und zwar mit einem Landtag zusammengesetzt aus beiden Landtagen und weiteren gesetzgebenden und exekutiven Körperschaften auf der Landesebene, d.h. ein Land Tirol von Salurn bis Kufstein unter einer Fahne und Landesregierung zusammengesetzt aus zwei Lokalregierungen in Innsbruck und Bozen. In der politischen Realität würde dann das Land Süd-Tirol ein Bindeland darstellen und zwar als der mittlere Landesteil in Tirol zwischen dem Trentino und dem Bundesland Tirol in Österreich. Das würde aber zwangsläufig bedeuten, dass in Süd-Tirol sowohl Italien als auch teilweise auch Österreich gemeinsam das Sagen haben müssten, wenn z.B. der neue Über-Landtag neue Landesgesetze beschliessen würde. Würde einmal die Selbstbestimmung dem Land glücken, würde auch Sprachprüfung, Schprachzugehörigkeitsentscheidung, Disagio etc. mit Sicherheit entfallen. Das wäre dann reine Privatsache welche Sprache man Zuhause spricht. Das Land würde aus objektiven Notwendigheiten weiterhin deutsch, italienisch und ladinischsprachig bleiben müssen, und würde so zwangsläufig eine zivilisatorische Brückenfunktion zwischen dem romanischen Süden und dem germanischen Norden in Europa übernehmen. Der heutige Zustand gerade in dieser Frage gleicht eher einer gegenseitigen Blockade und gerade das müsste sich irgendwann ändern. Die Süd-Tiroler sind meistens nur mit sich selbst und aus nachvollziehbaren Gründen mit der Verteidigung der Autonomie beschäftigt, die Italiener versuchen die Reste der Italianità zu wahren. In diesem Fall nach einer geglückten Selbstbestimmung würden nicht weniger, sondern höchstwahrscheinlich viel mehr Italiener nach ganz Tirol kommen wollen. In bestimmten Berufen gibt es heute Fachkräftemangel, da würde man gerade Italiener überall mit Handkuss nehmen wollen, und sie würden auch überall in diesem Land Brot und Beruf und neue Heimat finden können. Sollte man in der AP Bozen Südtirol einmal über die Selbstbestimmung abstimmen dürfen, dann gäbe es folgende Möglichkeiten. Möglichkeit A: Die überwiegende Mehrheit entscheiden sich für status quo und Autonomie bleibt in heute gültiger Form weiterhin erhalten. Möglichkeit B: Die überwiegende Mehrheit der Wahlberechtigten aller Sprachen entscheidet sich für die Selbstbestimmung und Italien würde das auch respektieren. In diesem Falle würde man die Menschen wiederholt fragen müssen: a) Wollen Sie, dass die drei Tiroler Landesteile Süd, Nord und Ost-Tirol in absehbarer Zeit zu einer Landeseinheit vereint werden? b) Wollen Sie, dass das Land Südtirol als eigenständiges, historisch gewachsenes Land erhalten wissen, und in diesem Falle befürworten Sie die Gründung eines neuen Bundeslandes Südtirol auf der Grundlage der Selbstbestimmung der Völker als ein neues 10. Bundesland? c) Wollen Sie, dass die Landesregierung die AP Bozen Südtirol in die nationale Selbständigkeit Abseits der Landeseinheit Tirols in seinem deutschsprachigen Teil und staatlicher Zugehörigkeit weder zu Italien noch zum Vaterland Österreich führt? So eine Vorstellung bleibt aber weiterhin nur ein Wunsch an das Christkind. Italien wird ganz sicher nicht in absehbarer Zeit mit sich gerade über die Sezession einer seiner Provinzen mit Bozen reden wollen. So lange die offizielle Landespolitik sich dieses Themas nicht annehmen wird, so lange wird sich bei der Selbstbestimmung auch nichts wesentliches politisch bewegen. Letztenendes kommt es aber doch wie immer und wie bei jeder Selbstbestimmung auf den politischen Willen der einzelnen Parteien an, auf politisches und diplomatisches Geschick der AP Bozen mit dieser Frage national und international richtig umzugehen, sowie auf die Geduld und den längeren Atem der Süd-Tiroler, eben über viele Jahrzehnte und Generationen. Jede Selbstbestimmung ist früher oder später zur Gänze möglich, wenn ein ganzes Volk in seinem angestammten Gebiet dieses Ziel auch geschlossen und lang genug vor sich selbst, vor der Macht der Fremdbestimmung oder auch vor der ganzen Welt kompromisslos vertritt. Im Falle von Süd-Tirol darf man ausserdem nicht vergessen, dass gerade die AP Bozen und Landesregierung ein treues und hilfsbereites Vaterland in Österreich und in Tirol an ihrer Seite hat, auf das man sich immer und überall verlassen wird können. Tirol Mater Austriae semper fidelis!
IP: 195.3.113.166
|
|||
![]() |


