Einen Kommentar melden
Danke, daß Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Kommentar an den Administrator dieser Seite zu melden.
Bitte vervollständigen Sie dieses Formular und klicken Sie anschließend auf den Senden Button, um Ihre Meldung abzuschließen.
Fragen oder Hinweise zum Kommentar
|
09-02-2008 14:52
|
|||
|
Tiroler Geschichte und Gegenwart
Der Herr Georgos schreibt von "Palästen der süd-tiroler Selbstbestimmung", ich wüsste nicht, wo die zu finden wären, in Alto Adige ganz bestimmt nicht. Diese Freiheit der Wahl in dieser so wichtigen Frage gab es noch nie seit 1918 und sie gibt es weiterhin ganz einfach nicht. Was es gegeben hat, das waren Selbstbestimmungpetitionen vor allem an das Vaterland Österreich, die letzte von 2006. Heute wird in der AP Bozen Südtirol in allen politischen Parteien nur darüber debattiert, ob man irgendwann in Zukunft eine "Bauerlaubnis" dafür von Rom bekommen würde, oder ob man versuchen sollte damit zu beginnen, im eigenen Land in eigener Regie "ein Provisorium der Selbstbestimmung" zu errichten. Die Unrechts-Brennergrenze, die Tirol in drei Teile heute teilt, ist seit Schengenbeitritt Österreichs 1997 nur deswegen "unsichtbar" geworden, weil die Personenbewegungsfreiheit zu den wichtigsten Grundprinzipien und Zielen der Europäischen Gemeinschaft, heute der EU, von Anfang an gehörte, genauso auch Kapital, Waren und Dienstleistungsfreiheit. Dazu kommt noch das Ziel der Mitgliedstaaten irgendwann eine echte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch eine politische Union und geistige Heimat für alle Europäer zu bilden. Es ist ein Grössenwahn und Leichtsinn sondergleichen, wenn man glaubt in heutigen Zeiten der Globalisierung immer noch wie "Die sieben Zwerge hinter dem siebten Berge", egal wo in ganz Tirol zu leben, ohne sich darum kümmern zu müssen, was rundherum in der Welt passiert. Das entspricht eher der weitverbreiteten Denkweise der Menschen in Italien. Manche haben vieleicht schon einmal irgendwann davon gehört, welche Herausforderungen für Europa gerade jetzt vor der Tür stehen, z.B. der unaufhörliche politische und wirtschaftliche Aufstieg von solchen Ländern wie China oder Indien mit zusammen um die 2,5 Milliarden Menschen (5 mal so viel wie die gesamte EU), aber auch die zunehmende Bedeutung von weiteren Staaten wie Russland, oder in Hinblick auf mögliche riligiöse Auseinandersetzungen und Konfrontationen der Zukunft zwischen religiös fanatischen Regierungen in Besitz von Atombomben, oder mit solchen, die gerade dabei sind welche bauen, oder wenn man an den immer mehr stärker werdenen Emigrationsdruck nach Europa aus den armen Ländern dieser Welt, vor allem aus Afrika und Asien. Solche Probleme sind besser und schneller in einer grossen und starken Gemeinschaft der EU lösbar, als wenn jedes Land allein dies für sich regeln müsste. Von Anfang der Existenz der EU an haben alle Länder davon in erster Linie nur stark politisch und wirtschaftlich profitiert und diese Erfolgstory geht Gott sei Dank weiter, auch in Süd-Tirol. Seit dem Beitritt Österreichs zu EU 1995 ist Bruttosozialprodukt dieses Landes fast um ein Drittel bis 2008 gestiegen, d.h. innerhalb von nur 12 Jahren. Heute gehört dieses Land zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und der EU. Wenn man alle Kriterien für eine gute Zukunft in sozialer, wirtschaftlicher, umweltpolitischer und demokratiepolitischer Hinsicht berücksichtigt, gibt es nur wenige Länder in Europa, die die höchsten Noten erreichen und das sind in unserem Raum die Schweiz und Österreich, natürlich auch Süd-Tirol, obwohl die so wichtige Frage der Selbstbestimmung immer noch nicht geklärt ist. Sehr gut in diesem Vergleich schneiden auch solche Länder ab, wie Luxemburg, Norwegen, Irland, Dänemark und Niederlande. Norwegen, ein nicht EU Land wegen seines Erdölreichtums auch, Lux. und Irland als Steueroasen und Bankenparadiese. Der heutigen relativen Wohlstand Süd-Tirols hat dem Land niemand geschenkt. Ohne die Erolge der Autonomie in der Geschichte und Gegenwart wäre dieses Land in Europa ganz sicher nicht so weit wie gerade heute. Das hat auch damit zu tun, dass Süd-Tirol sich zu über 90% selbst verwaltet und die Kompetenzen Roms in der Politik des Landes Süd-Tirol sind stark begrenzt. Die vielen Abertausenden Studenten aus Süd-Tirol, die in Österreich z.B. gratis ein Studium bekommen haben, oder die dort studieren und neue Fertigkeiten in allen Wissenschaften erwerben, die trugen und tragen natürlich auch sehr stark dazu bei, dass das Land Süd-Tirol seine heutige Stellung in Europa behält. Die Süd-Tiroler Autonomie bekommt von Anfang an aus dem Vaterland Österreich jede nur erdenkliche und gewünsche Unterstützung und dieses Land versuchte und versucht weiterhin nicht damit zu prahlen. Wer in der Politik und Wirtschaft in Süd-Tirol etwas von diesen Fächern versteht, der weiss es aus eigener Erfahrung, dass Österreich in der ganzen Geschichte Süd-Tirol niemals im Stich gelassen hat und dies auch nie tun wird. Den gleichen Kummer und Schmerz über die Teilung des Landes Tirol teilen die patriotisch gesinnten Tiroler mit allen anderen Menschen in ganz Österreich. Das Vaterland wird dem Land Süd-Tirol auch ganz sicher nicht an möglichen Lösungen der Selbstbestimmungfrage der Zukunft etwas aufzwingen wollen. Dieser Schutzmacht geht es einzig und allein darum, dass das Volk und nur das mündige Volk in Süd-Tirol in Zukunft zum ersten mal in der langen Geschichte der Trennung vom Rest des eigenen Vaterlandes eine Möglichkeit der freien Wahl zwischen status quo und anderen Modellen der politischen Zukunft des Landes bekommt, sei es in Form der Tiroler Einheit, eines eigenen Bindelandes oder eigener Selbständigkeit. Erst dann würde sich das Vaterland Österreich aus seiner im Pariser Vertrag festgelegten Schutzmachtpflicht gegenüber der AP Bozen Südtirol "etlassen" fühlen, wenn die Frage der süd-tiroler Selbstbestimmung reslos geklärt wäre, so wie seinerzeit das anderswo in Europa bei der Frage der Deutschen Einheit im Jahre 1990 auch der Fall gewesen ist. Die Bindung des Landes Tirol an Österreich ist seit über 650 historisch gewachsen und das gilt weiterhin auch für das Land Tirol südlich des Brenners ohne Wenn und Aber, auch wenn das immer noch für sehr viele in Italien ein "rotes Tuch" ist. Für die heutige Orientierung und Bewusstseinbildung einer demokratischen Gesellschaft in allen Teilen dieses Landes in seinem deutschsprachigen Teil ist in erster Linie nur das wichtig, was man gemeinsam als ein Land und ein Volk in den letzten 100 oder 200 Jahren als Süd-Tiroler, Tiroler und damit Österreicher erlebt hat, ohne die Bedeutung der geschichtlichen und heutigen Zugehörigkeit zur Deutschen Kulturnation dabei zu schmälern. Die heutige Definition einer Österreichischen Nation, eines Staatsvolks, einer Kulturnation ist aus dem Zeitgeist der letzten Epochen entstanden und hat mit der Zeit vor 650 sehr wenig zu tun. Wenn man damit in einer direkten Gegenüberstellung argumentieren will, unter welchen historischen Umständen und Voraussetzungen das alte Land Tirol einmal im Zeitalter des Feudalismus und Gottesstaatlichkeit des Papsttums im Mittelalter zu Österreich gekommen ist, dann kann man schon gleich mit Imperium Romanum, Bronzezeit und Adam und Eva der Bibel beginnen, ohne natürlich die Bedeutung dieser Zeit für die gesamte tiroler Geschichte gering schätzen zu wollen. Ich kann eigentlich nicht glauben, dass so eine Meinung von einem Tiroler stammen könnte, sie ist eher für einen Italiener und einen Österreichhasser typisch, der in diesem Land nördlich des Brenners und in seiner Schutzmachtfunktion für Süd-Tirol eine grosse Gefahr für den weiteren Fortbestand des Alto Adige als italienische Provinz sieht. Das einzige, was man bei Georgos nachvollziehen kann, dass ist die heute in Österreich unverdient herrschende EU Skepsis der Bürger, aber gerade überall in Tirol müsste man dieser supranationalen europäischen Organisation sehr dankbar für das alles sein, was Dank dem Europagedanken und EU-Politik an direkten Folgen der Teilung Tirols bereits erfolgreich rückgängig gemacht worden ist. Das Land Tirol hat schon einmal 1809 für die Wiederherstellung der Landeseinheit und für Österreich gekämpft und es hat diesen Kampf mit sehr viel Leid und Opfergeist auch zum Schluss gewonnen. Diese geschichtliche Probe hat das land Tirol bestanden, und seit dieser Zeit wird dieser Freiheitskampf der Tiroler mit seiner unermäßlichen Opferbereitschaft für die eigene nähere Heimat und Vaterland als ein Synonym für Heimat- und Freiheitsliebe in ganz Europa bis heute noch angesehen. In unserer Zeit ist das Land Süd-Tirol und damit ganz Tirol mit seinem Vaterland einer ähnlichen historischen Prüfung ausgesetzt, wenn auch unter ganz anderen Umständen. Heute werden alle Konflikte mit Mitteln der Diplomatie, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa ausgetragen. Das Land Tirol zwischen Salurn und Kufstein hat in seiner ganzen Geschichte genug Patriotismus und Heimatbewusstsein entwicklet und immer wieder klar bewiesen, daher darf man heute getrost in die Zukunft der süd-tiroler Selbstbestimmung blicken. Der beste Beweis dafür ist auch die politische Bewegung der Süd-Tiroler Freiheit. Bei den Süd-Tiroler Schützen heisst es, unsere Heimat ist Tirol, unser gemeinsames Vaterland ist Österreich und das wird auch in Zukunft ohne Zeitlimit ganz sicher auch so bleiben!
IP: 195.3.113.171
|
|||
![]() |


