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08-02-2008 23:50
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Schotten und Tiroler
Die Schotten sind zweifelsohne ein gutes Beispiel für ein freiheitsliebendes Volk. Diese Eigenschaft war schon bei den Pikten zu beobachten, die den Römern das Fürchten beibrachten.
Die Freiheitsliebe des Tiroler Volks möchte ich zwar nicht bestreiten — bei mir als Tiroler ist sie sicher vorhanden —, aber bei der Landesführung habe ich so meine Zweifel. Auch wurde das Tiroler Volk 1363 nicht gefragt, ob es die Reichsunmittelbarkeit aufgeben und sich dem Habsburger Herrscherhaus unterwerfen wolle, gegen das sich in benachbarten Gebieten, aus der die Schweiz entstand, eine Freiheitsbewegung konstituiert hatte. Immerhin hatte das ”Land im Gebirge“ aus den Bistümern Trient und Brixen etwa zweihundert Jahre früher die Reichsunmittelbarkeit erhalten als das erste schweizerische Gebiet. Wenn Südtirol das Selbstbestimmungsrecht ausüben kann, sollten die wahlberechtigten Landsleute, bevor sie abstimmen, erfahren, wie Tirol seine Freiheit verloren hat, und zwar nicht erst 1919 sondern eben 1363. Ein gewonnenes Selbstbestimmungsrecht sollte man nicht durch eine unqualifizierte Stimmenangabe wieder verlieren, und unqualifiziert wäre eine Stimme für den Anschluß an Österreich unter derzeitigen Bedingungen auf jeden Fall. Das Bundesland Tirol müßte einen landesrechtlichen Sonderstatus erhalten, der nicht mehr vom EU–Recht beherrscht werden darf. Wir sind ein Gebirgsvolk und als solches, wie alle Gebirgsvölker, eine Minderheit, die nur selbst weiß, was für ihren Lebensraum gut oder schlecht ist. Durch den derzeitigen Status aber wird uns etwas aufgezwungen, was nicht unseren, sondern außtertirolischen Interessen entspricht. Das gilt insbesondere für die Landwirtschaft, und der sollte in Gesamttirol wieder mehr Beachtung geschenkt, ja eine Wiederbelebung und Gesundung ermöglicht werden. Die Landwirtschaft ist stets der Lebensnerv eines Volkes. Seit dem Fall des Tiroler Landlibells schon hat Tirol seine relativen Freiheiten unter den Habsburgern verloren, und seit dem Anschluß Österreichs an die EU ist für das Bundesland Tirol die Selbstbestimmung vollends unter die Räder geraten. Deshalb kann ich meinen Südtiroler Landsleuten nur raten, den Weg zur Landessouveränität zu verfolgen und ein Konzept für eine optimale Unabhängigkeit zu entwickeln. Eine Partnerschaft mit der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein wäre sicherlich ein nützlicher Bestandteil eines solchen Konzepts. Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung muß der Landeseinheit vorangestellt werden. Mit dieser Freiheit kann in einem zweiten Schritt dann u. U. auch die politische Landeseinheit erreicht — und die Freiheit bewahrt werden. Es geht nicht um ”links“ oder “rechts“, sondern ums Überleben, und dazu können sich wohl beide die Hand reichen. Wir müssen aus der Globalisierung aussteigen. Die Zukunft gehört einer Gegenbewegung dazu, nämlich der Schaffung kleiner Einheiten mit weitgehender Selbstversorgung. Man ziehe zu diesem Thema Literatur von Zukunftsforschern wie z. B. Eschbach zu Rate! Es wird in einigen Jahrzehnten eine Zäsur bei den Energierecourcen geben. Das ist unausweichlich und wird weltweit apokalytische Katastrophenzustände auslösen. Hinsichtlich dieses Themas scheint mir die Verantwortungslosigkeit der regierenden politischen Kasten Europas zum Himmel zu schreien. Liebe Südtiroler, verlaßt euch nicht darauf, daß Wien wirklich eure Interessen vertreten wird oder kann. Es kann ja nicht einmal mehr seine eigenen Interessen wirksam vertreten, und die Interessen der Österreicher vertritt es schon seit Jahren nicht mehr, wie ein große Mehrheit der Österreicher es sieht. Das Österreich, nach dem sich manche Südtiroler sehnen, gibt es nicht mehr. IP: 80.109.167.201
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