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28-01-2008 12:53
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Tiroler Geschichte
Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg war Tirol ab 08.Mai 1945 ein dreifach besetztes Land. Der künftige internationale Status war bereits ab 1943 unklar, da die faschistische Italienische Republik von Salo die direkte Kontrolle über Süd-Tirol verloren hat. Nord-Tirol befand sich ab Mai 1945 in der französischen, Ost-Tirol in der brittischen und Süd-Tirol in der amerikanischen Zone. Jedes Land und Volk sollte seine eigene Geschichte aufarbeiten, um mit sich in diesen so wichtigen Fragen ins reine zu kommen. In ganz Tirol hat es damals viele Nazis gegeben, aber noch viel mehr Tiroler Patrioten, die gegen Ende des Krieges als organisierter militärischer östereichpatriotischer Widerstand das Inntal, z.B. bis fast nach Bayern von den Nazis selbst befreit hat. Dieser Widerstand der Tiroler ist aber erst dann offen in Erscheinung getreten, als überhaupt eine Chance auf Erfolg bestanden hat. Das haben später die Allierten Kräfte bei ihrer Beurteilung des Landes berücksichtigt. Der oberste Kommandant der französischen Besatzungsmacht in Innsbruck hat nach Studie der Aktenlage die Tiroler von pauschalen Verdächtigungen der Nazikollaboration freigesprochen, als er sinngemäss meinte, die Tiroler mögen damals wie heute alles gewesen sein, aber sicherlich keine Nazis. Die Tiroler und Österreicher sind von uns und unseren Streitkräften ab sofort zwar als besetztes, aber als befreundetes Volk zu betrachten, das auch so wie wir Franzosen im Krieg fürchterliches Leid erfahren mussten. Unser Besatzung dient hier der Wiederherstellung der Demokratie und Souveränität Österreichs und Landeseinheit in Tirol, so dieser französiche General und grosser Freund Tirols und Österreichs damals. Die Britten und Franzosen waren bekanntlich damals für die Wiederherstellung der alten Landeseinheit in Tirol mit Süd-Tirol. Die Amerikaner waren dagegen, da sie bei Landung auf Sizilien anderslautende Versprechen den Italienern gegeben haben. Es hat zwar in ganz Tirol überzeugte Nazis gegeben, aber das war eine Minderheit, die meisten Tiroler wussten mit dieser Ideologie nichts anzufangen, sie lieben ihre Heimat über alles und lassen sich nicht so leicht für von aussen getragene Ideologien und Regime begeistern, das waren auch die Worte dieses französichen Generals, da bekanntlich Nord-Tirol nach dem Krieg der franz. Besatzungszone zugesprochen wurde. Die US-Streitkräfte haben dann in den ersten Maitagen 1945 nur noch das Schlüsseltat Nord-Tirols das Inntal von diesem in Erscheinung getretenen Tiroler Widerstand zu übernehmen gebraucht. Die amerikanischen Soldaten sind so ähnlich in Innsbruck von der Bevölkerung mit Blumen und Jubel begrüsst worden, wie früher in Belgien oder Frankreich, was für sehr Verwunderung und Verwirrung bei den Amis sorgte, da sie von ihrer Führung nicht aufgeklärt worden sind, wo sie sich in diesen ersten Maitagen 1945 befunden haben, nämlich in Austria und nicht wie sie glaubten, was auf ihren Landkarten stand, in Nazi-Germany im Feindesland. Jeder Mensch muss mit der Geschichte seines eigenen Landes klar kommen, man kann aber dabei weder bei der Frage der Beurteilung des italienischen und deutschen Faschismus noch bei der demokratischen Gesinnung und Reife einer Gesellschaft nur \"a Bisserl schwanger werden\". Die Verbrechen der beiden Totalitarismen sind unentschuldbar und stehen mit ihren Untaten für sich. Eine demokratisch verfasste Gesellschaft muss auch immer und überall die Werte, für die sie steht, auch mit allen Mitteln verteidigen. Es stimmt zwar, dass der italienische Faschismus nicht gleich viel Verderben über die Menschen gebracht hat, wie der Nationalsozialismus des Dritten Reiches, aber wohl aufgrund der Tatsache, dass Mussolini nicht genug Zeit und Mittel dafür gehabt hat, die Bereitschaft dazu aber schon, wenn man an die italienischen Kriegsverbrechen in Afrika denkt. Die gleichen Faschisten, die unter diesem Regime in Italien bis 1943 die Süd-Tiroler unterdrückt und drangsaliert haben, sind über die Nacht mit einem neuen Parteibuch zu \"Demokraten\" geworden, und haben ihr Werk in Alto Adige weiter \"fortgesetzt\". Eine \"Ent-Mussolinisierung\" hat es in Wirklichkeit in Italien nie gegeben. Das, wa sie seinerzeit in den Folterkammern des alten Regimes an Verhörmethoden gelernt haben, haben sie dann später in den 50er und 60er Jahren bei den festgenommenen süd-tiroler Widerstandskämpfern angewandt. Viele von diesen Tirol-Patrioten haben das mit ihrem Leben und Gesundheit bezahlt. Die Massenfolter war zeitweise an der Tagesordnung in Alto Adige und bis heute musste weder ein einzelner Beschuldigter diese Untaten abbüssen, noch hat es zu irgendeinem Zeitunkt der Geschichte und der Gegenwart eine ernstzunehmende Auseinandersetzung der Gesellschaft auf der italienischen Seite mit der Geschichte dieser \"Italianità\" in Alto Adige der 60er Jahre gegeben. Einige mutige, oft linke italienische Richter und Staatsanwälte haben damals in Italien in den 60er Jahren diese Folterknechte ihrer Taten überführt und angeklagt, trotz des ungeheueren Vertuschungsdrucks von ganz oben, trotz Einschücherungsversuche durch die Vorgesetzten, trotz für immer verbauter Karrieremöglichkeiten, sie haben sich als aufrechte Italiener ehrlich darum bemüht, dass die Verursacher dieser Schandtaten in und von Italien bestraft werden. Es ist zwar zu einigen Prozessen gekommen, aber alle Folterknechte, es handelte sich dabei um Dutzende von angeklagten Italienern im Staatsdienst, sind damals von italienischen Gerichten entweder sofort nach dem Urteil amnestiert worden oder freigesprochen. Diese italienischen \"übereifrigen\" Richter und die Staatsanwälte sind dann während oder nach den Prozessen abgesetzt und in andere Provinzen strafversetzt worden und durften nie wieder nach Süd-Tirol zurückkehren. Im Gegenzug sind dann später einige der Opfer dieses Folterregimes der \"Verleumdung der Sicherheitsorgane des Staates und der Beleidigung der Italianità\" von der gleichen Justiz angeklagt worden. Die Folterknechte des Systems sind für ihre Untaten nie bestraft worden, sie sind sogar danach in höhere Dienste nach Rom und anderswo berufen worden, man hat das also gutgeheissen und von oben gewollt belohnt. Sie werden sich, wenn schon vor höheren Instanzen einmal verantworten müssen, aufgrund ihres Alters einmal vor ihrem Schöpfer, wenn sie gläubig sind, wenn nicht, müssen sie lebenslang mit dieser Schande leben. Es ist für einen aufrechten Menschen aus psychologischer Sicht leichter mit der Opferrolle auszukommen, als ewig mit der Schande solcher Untaten zu leben, es sei denn man ist ein aufrechter gerechter Mensch und Patriot seiner Heimat!
IP: 195.3.113.170
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