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14-02-2008 19:13
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Geschichte
@ Anonym. Ich bin mir ziemlich sicher, dass weder die Nachfolgestaaten von 1918 des. Österr. Kaiserreiches heute zu Österreich gehören wollten, noch Österreich als ethnisch einheitliches Land wieder Experimente mit Vielvölkerstaaterei wiederholen möchte. Bei der Selbstbestimmung geht es letztenendes in erster Linie um historische Gerechtigkeit, die dem Land Süd-Tirol einmal in der Zukunft widerfahren sollte. Das hat auch mit Tiroler Einheit als politische Option der Zukunft sehr viel zu tun, nicht nur mit Österreich. Der Hinweis auf Sanctum Romanum Imperium Nationis Germanicae, also Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist dennoch wertvoll. Damals hat es im Zeitalter des Feudalismus einen Kaiser aus Deutschland von Past Gnaden gegeben, und unter ihm eine grosse Zahl von mehr oder weniger selbständiger Fürstertümer und Länder, die weitgehend sich selbst regiert haben. Der letzte Römische Kaiser war übrigens der Österreichische Kaiser Franz II, der wegen Napoleon diese Krone 1806 abgelegt hat. Die Habsburger waren im Besitz dieser symbolischen Krone über viele Jahrhunderte und das politische und militärische Geschick der Habsburger ermöglichte Österreich eine Vormachtstellung in ganz Europa. Die Habsburger in Italien hat man heute oft noch in guter Erinnerung, z.B. aus der Zeit ihren Herrschaft in Toscana. Man kennt sie meistens in Italien nur unter dem Namen Loreno/Lothringen. Sie herrschten seinerzeit lang genug in Conducato di Toscana und dieses Land erlebte damals eine echte wirtschaftliche und kulturelle Blüte und Wiedergeburt, von der diese Region immer noch sogar heute profitiert. Diese Frontstellung, hier Italiener dort Tiroler und Österreicher, gibt es daher meiner Meinung nicht. Nicht Österreich ist an Teilung des Landes Tirol schuld und auch nicht daran, dass man so lange mit dieser Teilung als Land und Bevölkerung leben muss. Heute geht es nicht nur um die Frage entweder oder, sondern sowohl Italien als auch Österreich gerade in ganz Tirol und für beide Ethnien, genau wie das früher einmal in der ganzen Geschichte dieser beiden Völker war, die beiden Ländern mit der Zeit unermäßliche zivilisatorische Vorteile gebracht hat. Bitte noch zu bedenken, dass die meisten Österreicher die Italiener mit ihrer südländischen Mentalität sehr mögen, und die in Österreich selbst lebenden Italiener sich in diesem Land immer sehr wohl und angenommen gefühlt haben, und das wird immer auch so bleiben. Ein übersteigerter Nationalismus ist den Österreichern völlig fremd. Daher verstehe ich diese Ängste vor Österreich überhaupt nicht. Dieses Land wird ganz sicher nicht dem Land Süd-Tirol an Lösungen der Selbstbestimmung etwas aufzwingen wollen. Dazu hat Österreich im Gegensatz zu Italien eine föderale Staatsstruktur, d.h. jedes der 9 Bundesländer in diesem Land ist bereits heute weitgehends so autonom, wie auch Süd-Tirol in Italien. Es ist aber wegen seiner internationalen Schutzmachtrolle und Verpflichtung für Süd-Tirol dazu angehalten, all das, was die Landespolitik in Bozen an eigenen weiteren Entwicklungen der Autonomie bis hin zur vollen Ausübung des Rechtes auf Selbstbestimmung in die nationale und internationale Politik einbringt, nach vorhandenen Kräften als Vaterland glaubwürdig zu unterstützen.
IP: 195.3.113.170
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