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17-10-2007 13:41
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Tiroler Einheit
@ Matteo. Wenn wir heute über die Fragen der Tiroler Einheit diskutieren, dann dürfen wir dabei eines nicht vergessen. Die Verfassung eines jeden Landes der EU ist freiheitlich demokratisch und auf der Grundlage der lange heiss umkämpften Menschenrechte, sowie der Aufklärung aufgebaut. Das machte und macht Europa so stark im Verhältnis zum Rest der Welt. Die Tatsache, dass man eine Reihe von anstehenden neuen Selbstbestimmungen in der EU noch nicht klären will, hat mit dem Egoismus der einzelnen Nationalstaaten und der Bequemlichkeit der EU-Bürokratie zu tun. Auf der einen Seite will die EU das Zusammenwachsen der Regionen fördern und auf der anderen gibt es ausserhalb der Nationalstaaten kein geeignetes politisches Instrument, das so eine Möglichkeit einer Widerherstellung der historischen und heute noch gewünschten Landeseinheit ermöglichen würde. In Cortina d.A. muss sich niemand heute von Italien "losreissen", oder einen "Staatwechsel" vornehmen. Es geht vielmehr dabei um eine frei und demokratische Wahl der Bürger, die darin ein Akt der historischen Gerechtigkeit sehen und ausserdem sich durch die Landeseinheit mit Südtirol bessere Zukunftschancen für eigene Gemeinde versprechen. Das gleiche politische Ziel verfolgen viele Menschen auch in Südtirol im Hinblick auf den Traum von der Tiroler Einheit. Im Trentino ist die Zeit noch lange nicht reif dafür, wenn überhaupt. Diese Frage nach der Gemeinsamkeit mit anderen Tirolern können nur die Welschtiroler selbst beantworten. Ich bin der Meinung, würde sich endlich einmal etwas substantielles in dieser Frage bewegen, dann würde das sicherlich nicht spurlos an Welschtirol vorbeigehen. Für mich persönlich sind die Fragen der Staatsgrenzen nicht heute entscheidend, wenn man auch schon jetzt oder bald eine neue wirkliche Tiroler Einheit über alle Grenzen hinweg leben könnte und das ist leider lange noch nicht der Fall, aber vieleicht ist man da zu ungeduldig. Was die Partei der Grünen betrifft, so bin ich der Meinung, dass sie keine Konzepte für den weiteren Verlauf der Einigungsprozesse in Tirol haben, sondern sie reflektieren nur das, was andere Parteien an politischen Änderungen und Neuerungen ausarbeiten. Eine Busfahrt in Vinschgau mit den Grünen aus Nordtirol und gelegentliche Treffen mit den Grünen aus dem Trentino ist für mich kein Quallitätsnachweis in dieser Frage, auch wenn die Grünen in anderen Umweltbereichen gute Arbeit leisten und auch punkten, Stichwort BBT, Brennerautobahn, Flughafen Bozen usw. Die Selbstbestimmung der Tiroler als solche ist den Grünen aber nicht wichtig. Sie glauben wohl, sie müssten dabei die Positionen der Rechten vetreten, was weit verfehlt ist. In anderen Ländern in der EU sind ähnliche Selbstbestimmungen von der radikalen politischen linken Seite dominiert. Ich glaube nicht, dass die spanische Demokratie um so viel anders ist, als die in Italien. Die Selbstbestimmung Südtirols hatte und hat eine mitterecht politische Tradition und die in Katalanien oder Baskenland noch aus der Zeit des Bürgerkrieges eine sehr linke und das wird wohl in Zukunft lange noch so bleiben. Die Selbstbestimmung ist daher weder schwarz, rot, blau oder grün, südtirolerisch oder italienisch, sondern sie ist eine Aufforderung an die kleine und grosse Politik die europäischen Demokratiestandarts weiterzuentwickeln. Erst wenn dem Genüge getan wird, können wir zufrieden sein und eine Zeit lang gut damit leben, bis andere Generationen in ihrer Zeit nach neuen Antworten auf ähnliche Fragen suchen werden. Eine Debatte zu Selbstbestimmung braucht gerade hier auch die italienischen Teilnehmer. Auf der Seite der Brennerbasisdemokratie muss man die meisten Leser sicher von nichts überzeugen, da man meistens nur unter sich ist. Vielmehr wäre ein Dialog ohne Scheuklappen und Vorurteile und kein Monolog zwischen den Kontrachenten in dieser so wichtigen Frage um die Selbstbestimmung dringend notwendig.
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