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07-10-2007 11:46
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Tiroler Einheit
Man darf bei der ganzen Debatte um die Tiroler Einheit nicht vergessen, welche Seite im Kräfteverhältnis Italien-Tirol eindeutig die schwächere ist. Es genügt sich das anzuschauen, wie gross der Stiefelstaat im Vergleich zu Süd- oder ganz Tirol oder Österreich als das Vaterland und die Schutzmacht der Tiroler in Italien ist. Die italienische Irredenta hat vor 1918 die Vereinigung aller italienischsprachigen Gebiete in diesem Raum in einem Nationalstaat angestrebt und das ist ihr auch damals gelungen. Die deutschsprachigen Süd-Tiroler zwischen Salurn und Brenner reklamierten auch damals dieses Recht auf die sprachliche Einheit der Tiroler auf der Grundlage der Selbstbestimmung der Völker auch für sich und zwar im Sinne einer klaren ethnischen und sprachlichen Grenze zwischen Italien und Österreich. Italien hat dieses Land vor fast 90 Jahren mit Verrat, Gewalt und Betrug als Lohn für die getanen Dienste im I. Weltkrieg von den Siegermächten dieses Krieges erhalten und man hat weder die deutschsprahigen Südtiroler noch die Welschtiroler nach ihrer Meinung gefragt, ob sie diesen Staat wollten oder nicht. Die Südtiroler heute in der AP Bozen zusammengefasst haben diese Frage für sich und die Aussenwelt bei unzähligen Gelegenheiten von Anfang an beantwortet, die Anwort war und ist klar und deutlich, nämlich Südtirol ist und war nie Italien und will es auch nicht werden, abgesehen von der heutigen staatlichen Zugehörigkeit des Landes, die man hier nie aus freien Stücken gesucht oder gewählt hat. Aus der Sicht eines Tirolers, der natürlich auch die Welschtiroler als ein Teil der Tirolitá ansieht, ist das bedauerlich, dass diese im Trentino nicht den Rückhalt in der Bevölkerung hat, wie in anderen Teilen von Süd, Nord und Ost Tirol. Diese Frage müssten und könnten nur die Trentiner und Welschtiroler, bzw. die Alt-Tiroler und ihre Nachfahren in Cortina d.A. beantworten. Es ist auch klar, dass man das in Italien nicht gerne sieht, wenn italienische oder ladinischsprachige Bürger ihre von der Irredenta seinerzeit verschütteten tiroler Wurzeln wiederentdecken und dieses Erbe der Väter und der Urväter wieder pflegen wollen, aber diese Aufgabe kann ihnen niemand abnehmen und wenn man schon bei einem kleinen Gegenlüfterl aus der Landespolitik in Bozen resigniert, dann ist es mit dieser Tirolitá vorort nicht besonders weit her. Zum Vergleich sollte man sich das veranschaulichen, was gerade die Südtiroler in den letzten fast 90 Jahren seit der Teilung des Landes an Erfahrungen mit Italien gemacht haben. Daher würde ich meinen, wenn es den Welsch-Tirolern damit erst wäre, dann müssen sie sich in dieser Auseinandersetzung zuerst als Tiroler bewähren, da weder ihnen noch den Südtirolern in dieser Frage der Selbstbestimmung etwas von Italien geschenkt wird. Sollte es auch Wahl-Tiroler hier und anderswo geben, die diese Sache ehrlich und ohne List unterstüzen, dann ist das nur ein Grund zur Freunde. Heute leben wir alle in Europa in Demokratie und Freiheit und Italien ist dazu verpflichtet, genauso wie alle anderen sich an die europäischen Spielregeln zu halten. Die Frage der Tiroler Einheit war und ist daher offen, da sie noch nicht restlos von der Bevölkerung beantwortet werden konnte und sie wird weiterhin in Europa gestellt. Eine weitere Frage, ob die Welschtiroler auch ein Teil davon sind, das können nur sie selbst beantworten oder auch nicht. Diese Frage nach der Einheit der Tiroler, sollte es ihnen daran etwas liegen, können nur sie selbst stellen und für ihren Teil beantworten und in diesem Sinne auch werben oder politisch handeln. Zur Zeit ist das in Trentino eine Frage, die vieleicht gerade noch eine Minderheit der Menschen bewegt, was nicht heisst, dass sich das vieleicht einmal nicht ändern würde. Eine Tiroler Einheit zwischen Süd-, Nor- und Osttirol, wie auch immer sie aussehen könnte, würde daher wahrscheinlich auch Bewegung in die Tiroler Identität der Trentiner mit der Zeit bringen. Heute ist diese Einheit noch sehr schwach unter den Voraussetzungen der europäischen Einheit bereits vorhanden, aber sie ist schon da und alle Tiroler in allen Teilen dieses Landes würden sich wohl sehr über mehr an Einigungsschritten zwischen Süd, Nord und Osttirol freuen. Aus heutiger Sicht in Kenntnis der "Volksmeinung" gilt das aber genauso wie ununterbrochen seit dem Zeitpunkt der Teilung Tirols nur für die Landeseinheit der deutschsprachigen Tiroler, die ohne wenn und aber diese Einheit auch wollen und unterstützen. Die Stimme der Welschtiroler ist dabei aber auch wichtig und man sollte sie vor allem in der Landespolitik in Bozen natürlich auch hören wollen.
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