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Bildungsreform: Flexibilisierung und Modernisierung ja, aber Grundlagen nicht vernachlässigen!

Eva_Klotz_200.jpgDie Landtagsabgeordnete der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Eva Klotz, Vizepräsidentin derm 1. Gesetzgebungskommission hat am Freitag in Ihrer Stimmabgabeerklärung zum Bildungs- Reform- Gesetz angekündigt, dass sie einige ihrer Anträge, die in der Kommission nicht angenommen worden sind, bei der Behandlung im Plenum wieder vorlegen wird.

Im Besonderen geht es ihr darum, dass der Hinweis auf das Kulturerbe Tirols in die allgemeinen Grundsätze aufgenommen wird. Eines der Ziele der Bildungspolitik soll gemäß Antrag von Eva Klotz die Vermittlung der lokalen Geschichte sein, mit dem Zweck, allen die Teilhabe am Kulturerbe Tirols zu ermöglichen und dessen Erhaltung zu sichern.

Klotz beruft sich auf die Bildungspolitik Kataloniens, wo die Sicherung und Verbreitung des katalanischen Kulturerbes gesetzlich im Autonomiestatut als vordergründiges Ziel festgeschrieben ist. 

Landesrat Dr. Saurer hatte Eva Klotz noch einmal zugesagt, bis zur Behandlung des Gesetzentwurfes im Landtagsplenum mit den Gewerkschaftsvertretern des Kindergarten- und Schulpersonals sowie mit den Kindergarten- Direktorinnen Gespräche zu führen, um das Mitspracherecht bei der Erlassung der weiteren Rahmenrichtlinien und bei den Personalentscheidungen zu regeln. 

Großen Wert legt Eva Klotz auch auf die Ausgestaltung der Lehrpläne der Grund- und Mittelschule. Sie erwartet sich, dass in den neuen Lehrplänen das muttersprachliche Prinzip fest verankert wird und dass die Kernfächer, vor allem das Fach Deutsche Sprache, nicht weiter beschnitten werde. Sie sprach auch von der Sorge vieler Lehrer, mit der Erfüllung des Programms in den Kernfächern große Schwierigkeiten zu haben. 

Ein weiterer Aufruf von Eva Klotz betrifft die Reduzierung der Bürokratisierung. Die Lehrerinnen und Lehrer sollten voll und ganz ihren pädagogischen Auftrag erfüllen können und von Bürokratie entlastet werden. 

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
29. 2. 08

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Georgos Egger

Deutsch
Die Verantwortlichen für den Lehrplan mögen bedenken, daß es sich beim Deutschunterricht nicht um ein nationalkontroverses Thema, sondern um ein philologisches Anliegen handelt. Was für Deutschland recht wäre, nämlich eine Vertiefung des Deutschunterrichtes, sollte für alle Deutsch sprechenden Tiroler — ob in Nord oder Süd — billig sein; denn die Fähigkeit, die deutsche Sprache authentisch zu gebrauchen, verfällt im gesamten deutschsprachigen Raum zusehends. Jede Sprache aber hat ihre Einmaligkeit in Ausdrucksmöglichkeiten und Wiedergabe von Erlebniswerten. Daher ist jeder Sprachverfall ein Kulturverlust, nicht nur für eine begrenzte Bewohnerschaft, sondern für die Gesamtheit der Sprachgemeinschaften schlechthin. Auch die Mundarten sollten gebührend gepflegt werden — es ist offenbar, daß in Mundarten manches auf eine Weise vermittelt werden kann, wie es anders nicht möglich ist. Verlust von Teilen sprachlicher Fähigkeit ist Verlust von Teilen des Mensch–Seins.