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Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

Begnadigung der Freiheitskämpfer

Der Südtiroler Heimatbund (SHB) zeigt sich erfreut darüber, dass der Südtiroler Landtag heute mit großer Mehrheit den Begehrensantrag zur Begnadigung der Südtiroler Freiheitskämpfer genehmigt hat. Es ist dies nicht nur eine klare Aufforderung an den neuen italienischen Staatspräsidenten, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Südtiroler Freiheitskämpfer und ihre Familien.

Der SHB  wurde als Interessenvertretung der Freiheitskämpfer und ihrer Familien gegründet und setzt sich seither auch für die Begnadigung der im Exil lebenden Freiheitskämpfer ein.

Es sei aber klargestellt, dass der Südtiroler Heimatbund eine Begnadigung keinesfalls als Eingeständnis einer Schuld ansieht. Gerade das letzthin vom österreichischen Militärhistoriker Dr. Hubert Speckner veröffentlichte Buch über den Vorfall auf der Porzescharte am 25. Juni 1967 zeigt, dass es auch vorgetäuschte Anschläge gab.  Anhand Dokumenten aus dem österreichischen Staatsarchiv weist der Historiker nach, dass dieser Vorfall nicht von Freiheitskämpfern begangen wurde.

Ohne den Einsatz der Südtiroler Freiheitskämpfer, die für Land und Leute ihr gesamtes Leben geopfert haben, und diese Last bis heute tragen, hätte Italien sein Italienisierungsprogramm vollendet und Südtirol würde es in der heutigen Form gar nicht mehr geben. Erst durch die demonstrativen Anschläge wurde das Südtirol-Problem internationalisiert und Italien in der Folge zu Autonomieverhandlungen bewogen, von deren Ergebnissen heute alle Sprachgruppen profitieren, so Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes, und Sepp Mitterhofer, Ehrenobmann des SHB und selbst Freiheitskämpfer der sechziger Jahre.

Mehr als 50 Jahre nach der Feuernacht ist es aber höchste Zeit, endlich einen Schlussstrich unter dieses leidvolle Kapitel zu ziehen und den Freiheitskämpfern die Rückkehr in ihre Heimat und zu ihren Familien zu ermöglichen.

Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes
Sepp Mitterhofer, Ehrenobmann  des SHB und Freiheitskämpfer der sechziger Jahre

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Fast unglaublich, dass bis jetzt in einem EU Land noch Südtiroler Freiheitskämpfer eingesperrt sind. Die SVP hätte doch schon längst dafür sorgen sollen, dass ihre Wegbereiter nicht hinter den Knastmauern schmorren müssen. Ohne Autonomie gebe es keine Südtiroler Landesregierung und ohne den Heimatkämpfern gebe es keine Autonomie in Südtirol. Südtirol wurde damals auch nicht durch den Stellungskrieg gewonnen, sondern als Pfand von den Siegermächten, Frankreich England und der USA an Italien verschachert. Dieses Unrecht sollte endlich die EU auch friedlich wieder gutmachen. Das Südtiroler Selbstbestimmungsrecht hat einen anderen Hintergrund als der von Schottland oder Katalanien, weil damals der Pariser Vertrag von Italien auch nicht eingehalten wurde. Darum sollte es auch keine inhaftierte Heimatkämpfer mehr geben.