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Aktion: Wir lassen uns unsere Muttersprache nicht nehmen! – Radiospots online!

pressekonferenz_muttersprache_30_05_2008.jpgMit dem Gesetzesdekret Nr. 574, vom 15.7.1988, wurde festgelegt, dass die deutsche Sprache in Süd-Tirol in allen Breichen des öffentlichen Lebens der italienischen Sprache gleichgestellt ist. Obgleich das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache somit seit nunmehr fast 20 Jahren gesetzlich bindend ist, sieht die Realität in Süd-Tirol vollkommen anders aus: Das Autonomiestatut wird in diesem wichtigen Bereich täglich außer Kraft gesetzt.
Die Bevölkerung in Süd-Tirol wird täglich mit Situationen konfrontiert, in denen dieses Recht einfach völlig ignoriert und man zum Verzicht auf die eigene Muttersprache genötigt wird. Mehr noch, wer auf die Ausübung seines Rechtes besteht, muss sich nicht selten Beschimpfungen und Beleidigungen gefallen lassen.

In den letzten Wochen und Monaten ist es gelungen, einige besonders schwerwiegende Fälle zu dokumentieren, die jedoch nur die Spitze des Eisberges darstellen. Die Tatsache, dass wohl jeder Süd-Tiroler schon einmal in eine Situation geraten ist, in der man italienisch sprechen musste, weil man mit der deutschen Sprache nicht weitergekommen wäre, lässt erahnen, wie eklatant die Verletzungen dieses Rechtes sind.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die skandalösen Vorfälle bei einer Polizeikontrolle in Vintl, bei der zwei Jugendliche von der Polizei gröblichst beschimpft und aufgefordert wurden, nach Österreich auszuwandern, wenn sie deutsch sprechen wollen; an den Beamten im Bozner Rathaus, der nach über 30jähriger Diensttätigkeit noch immer kein deutsches Wort spricht und seine Mitarbeiter beschimpfte, weil diese deutsch sprachen; sowie an den jüngsten Fall bei der italienischen Post, wo der Wunsch nach einem deutschsprachigen Telegramm mit der Begründung abgewiesen wurde, „dass dies nicht in Frage komme, da man in Italien sei“.

Situationen wie diese haben dazu geführt, dass viele Süd-Tiroler im Umgang mit italienischen Beamten und Institutionen lieber gleich italienisch sprechen, nur um nicht unangenehm aufzufallen oder gar in Schwierigkeiten zu geraten.

Dies ist jedoch eine äußerst gefährliche Entwicklung, da damit das Gesetz auf Gebrauch der Muttersprache ausgehöhlt wird, denn ein Recht, das man nicht mehr in Anspruch nimmt, stirbt.

Muttersprache_ist_deutsch_Fallblat.jpg
Die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT stellte heute bei einer Pressekonferenz in Bozen die Aktion „Wir lassen uns unsere Muttersprache nicht nehmen“ vor. Mit der Aktion soll die Bevölkerung ermutigt werden, sich die Missachtung des Rechtes auf Gebrauch der Muttersprache nicht länger gefallen zu lassen und darauf zu bestehen, dass Deutsch gesprochen wird.

Mit einem Plakat, sowie landesweit ausgestrahlten Radiospots soll der Bevölkerung vor Augen geführt werden, wie respektlos und erniedrigend die Missachtung der Muttersprache ist und wie notwendig es daher ist, dies nicht einfach hinzunehmen, sondern sich dagegen zu wehren.

In 4 verschiedenen Radiospots (bei einer Polizeikontrolle/ bei einer Zugfahrt/ auf der Post/ bei einem Anruf bei der Telecom) werden typische Situationen nachgespielt, in denen der Gebrauch der Muttersprache immer wieder verwehrt wird.

Es handelt sich dabei um Ereignisse, die sich auch in Wirklichkeit so zugetragen haben und die damit unterstreichen, wie selbstverständlich geltendes Recht immer wieder gebrochen, und nationalistisches Gehabe an den Tag gelegt wird.

Der Gebrauch der deutschen Muttersprache ist keine Zumutung oder Provokation, sondern ein gesetzlich verankertes Recht.

Mit dieser Aktion soll erreicht werden, dass dieses Bewusstsein wieder gestärkt wird und Missachtungen desselben nicht länger hingenommen werden.

Die Aktion „Gelbe Karte“ hat sich bereits bewährt und wird fortgesetzt. Die „Gelben Karten“ können über das Fraktionsbüro der Bewegung SÜD- TIROLER FREIHEIT weiterhin angefordert werden.

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz

 

Radiospot 1 – Fahrkartenschalter

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Radiospot 2 – Verkehrskontrolle

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Radiospot 3 – Postdienststelle

{audio}http://www.suedtiroler-freiheit.com/dmdocuments/spot_03.mp3{/audio}

Radiospot 4 – Telefongesellschaft

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12 Kommentar(e)

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1

@ cowboy
M-Preis ist ein Nordtiroler Familienunternehmen. Obi ist ein deutsches Unternehmen.

Bei M-Preis wunderts mich. In Nordtirol steht auf den Produkten, die man bei Mpreis kaufen kann, meistens neben der deutschen Bezeichnung auch eine italienische - offenbar damit zu erklären, dass Mpreis jetzt auch in Südtirol Filialen hat und daher auch italienische Bezeichnungen anführen muss.

Und da ist es bei Mpreis auch in Nordtirol vorgekommen, dass bei einem bayrischen Senf ein "italienischer Kleber" über die deutschsprachige Erklärung geklebt wurde. Ich denke, dass das beim Hersteller passiert sein muss. Schön ist das sicher nicht.

Umso wichtiger ist die Aufklärungsarbeit der Süd-Tiroler Freiheit auch in Nord- und Osttirol. Es sollte nicht sein, dass österreichische Unternehmer mit der derzeitigen Zugehörigkeit Südtirols zu Italien Kapital schlagen: Stichwort: Outletcenter am Brenner.

2

Italienisch
In allen Mpreis Märkten ist das so, die Kleber sind so positioniert dass man die Deutsche Beschriftung nicht mehr erkennen kann. Leider ist das aber in vielen Südtiroler Betrieben so und deswegen kaufe ich auch lieber gleich in Nordtirol ein als mich darüber zu ärgern! Probiert z.B. mal eine Homepage von unseren Südtiroler BMW Händlern aufzurufen, das ist ja eine Urdeutsche Automarke!

3

Ja es stimmt. Auch im Alltag ist mir vieles aufgefallen, zB. Mpreis in Algund hat die deutschen Originaltexte auf fast allen Waren mit italienischen Aufklebern überdeckt. Bei Obi Bozen hat erst der 6. Verkäufer deutsch verstanden. Das sind doch österreichische Ketten, oder?

4

Muttersprache nehmen???
Wir Südtiroler lassen uns unsere Muttersprache nicht nehmen, doch kaum ist irgendwo ein Italiener sprechen wir sofort italienisch. Sei es bei der Arbeit, in der Freizeit oder bei Beamten. Damit verschenken wir täglich unsere Rechte und unsere Identiät!

5

Das so manche Süd-Tiroler lieber Italienisch sprechen, noch vor Hochdeutsch,obwohl sie Letzteres
auch können, ist im Grunde nicht auf Anhieb verständlich und würde eine tiefgehende Analyse sinnvoll machen.

6

Weiter so!
Tolle Aktion!

Mögen Euch die Ideen nicht ausgehen!

7

Weiter so!
Weiter So, das ist eine richtig gute und hoffentlich effektive Aktion.

PS. Glückwunsch zum sieg bei der EUROPEADA.

8
Giorgio Milanta

Ottima iniziativa!
Ho ascoltato i vostri spot su Radio Holiday Südtirol (via internet).
Vi porgo la mia solidarietà.
Viel Glück!
Giorgio Milanta aus Piemont.

9

Wieviel bekommen Leute wie der angesprochene Bozner Beamte nach 30jähriger Dienstzeit an Zweisprachigkeitszulage?

10

Super Aktion, es ist höchste Zeit uns Südtiroler aufzuwecken, weiter so!!! Aber ehrlich gesagt würd ich mich noch mehr über eine baldige Trennung von den italienischen Behörden und Anbindung an die Nordtiroler Einrichtungen freuen! Sozusagen als Zwischenlösung bis zur endgültigen Loslösung vom itlaienischen Staat.

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Recht auf Geb. der Muttersprache
So funktionieren Potemkinsche Konstrukte einer Fremdbestimmung, Posten, die vom Staat kontrolliert werden, werden so gut wie an nicht Einheimische vergeben, und dadurch zwingt man sie in einer fremden Sprache auf den Ämtern dieses Staates der Fremdbestimmung, wie Post, Eisenbahn, Telekom usw. zu sprechen. ...Und das sollte jetzt als Vorbild für Tibet und für die Länder der 3.Welt laut neuesten frommen Wünschen aus der Brennerstraße dienen, nah dann viel Spaß mit dem Modell der Autonomie des Alto Adige. In Finnland z.B. gibt es eine im Schnitt 10% schwedische Minderheit. Dort wo sie Zu hause ist, wird überall auf Schwedisch kommuniziert, dazu ist Schwedisch in Finnland die zweite Amtssprache. Habe das selbst dort oft erlebt, andere Beispiele aus Europa in dieser Hinsicht gibt es aus Katalonien, Baskenland, Korsika, Flandern usw. Diese Vorbildautonomie in Süd-Tirol stammt aus den 70er Jahren und wurde 1946 konzipiert, daher ist sie heute schon restlos veraltet. Das scheint aber niemand in der besten Autonomie der Welt zu stören. Die Macht der Fremdbestimmung befindet sich aber mental was diese Frage betrifft nicht im Jahre 2008, sondern irgendwann sehr tief in der Vergangenheit. Das ist keine Demokratie, wie man sie in den hoch entwickelten Ländern der EU heute versteht, sondern eher eine rückwärts gewandte Klitterung eines überkommenen Potemkinschen Konstrukts der Italianità des Alto Adige der Fremdbestimmung. Dazu kommt der Neid auf den Erfolg Süd-Tirols, den die Menschen nur dem eigenen Fleiß zuzuschreiben können, und auch da gibt es wieder Versuche diese Autonomie im Sinne der Italianità zu kappen.

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Tolle Aktion!