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8. August 1923: Das faschistische Italien verbietet den Namen Tirol!

Roland_Lang_500_2_002.jpgVor genau 85 Jahren, am 8. August 1923 legte der Präfekt der „Venezia Tridentina" durch das Dekret 12637 als Bezeichnung für das Territorium vom Brenner bis Salurn offiziell den faschistischem Namen „Alto Adige" fest. Weiters wurde mit diesem einfachen Dekret festgelegt, dass für das heutige Südtirol -in deutscher Form- die analoge Übersetzung „Oberetsch" zulässig war, womit die Bezeichnungen Südtirol, Deutsch-Südtirol, Tirol, Tiroler, sowie alle damit zusammenhängenden substantivischen und adverbialen Ableitungen verboten waren.

Zugleich wurde auch verordnet, dass die Übertretung im Sinne des Artikels 434 des Strafgesetzbuches geahndet wird, wobei als Strafe bis zu einem Monat Haft oder eine Geldbuße von 20 bis 300 Lire verhängt werden konnte. Ab dem Jahre 1931 wurden diese Strafen auf 2.000 Lire (etwa 3 Monatsgehälter) – und auf 3 Monate Haft angehoben.

Diese Verordnung zufolge konnten auch Drucksachen aller Art, -Plakate, Zeitungen, Anschriften, Kundmachungen, Ansichtskarten, Fremdenverkehrsprospekte-, usw. auf denen sich die nunmehr verbotenen Bezeichnungen befanden, von Beamten der Gerichtspolizei beschlagnahmt werden!

Der Totengräber Südtirols, Ettore Tolomei, stellte Jahre später, von sich und seiner Namensidee (!) bereits felsenfest überzeugt, zufrieden fest: „…. der Name Alto Adige" war ein Banner; … die ganze Welt würde begreifen, dass ein Gebiet dieses Namens, das oberste Becken des großen italienischen Flusses, Italien gehörte".

Eigentlich war der Name „Alto Adige" nicht einmal italienischen Ursprungs, sondern Französischem und bezeichnete unter Napoleon das heutige Trentino!

Das Verbot des Namens Tirol bildete auch den Ausgangspunkt für große wirtschaftliche Schäden, stellt Hauptausschussmitglied Roland Lang der SÜD-TIROLER FREIHEIT  fest:

Der Name Tirol war nicht nur die Bezeichnung eines Landes und Volkes, sondern auch zu einer Art Gütesiegel für verschiedene Lebensmittel und sonstige Produkte geworden. Südtiroler Obst und Wein beispielsweise ließen sich in der Welt viel besser verkaufen als Obst und Wein aus dem Oberetsch.

Am 18. August 1923, dem Tag, an dem der Name Tirol das letzte Mal öffentlich ausgesprochen werden durfte, schrieb Joseph Georg Oberkofler im Leitartikel des Tirolers (dem Vorläufer der heutigen Dolomiten) „Ade, mein Land Tirol, …Wir wissen, was man mit uns vorhat. Wir wissen es und sind gefasst … Aber vor der Regierung, vor dem italienischen Volk vor der ganzen Welt erheben wir und werden unablässig die Frage erheben: Warum haben wir das verdient?"

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT verspricht zur Wiederkehr des 85. Jahrestages des Verbotes des Namens Tirol, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Namenserfindung „Alto Adige" für Südtirol zu beanstanden und auf die korrekte Übersetzung „Sudtirolo" zu bestehen!

Roland Lang
Hauptausschussmitglied der SÜD- TIROLER FREIHEIT

 

(Aufs Bild klicken, um es größer zu betrachten)

dekret_verbot_namen_tirol.jpg

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1 Kommentar

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Faschistisches Alto Adige
Heute verteidigt kein minderer als Landeshauptmann Durnwalder und andere Personen genau diese faschistischen Gesetze. Ein Skandal, der das ganze Land wach rütteln sollte.
Wo wollen die Süd-Tiroler hin? Wollen die Süd-Tiroler eine Gesellschaft sein, die selbst an faschistischen Gesetzen festhält, eine Gesellschaft, die nicht den Mut zur Wahrheit hat.
Wollen sie ihren Landesnamen und ihre Ortsnamen gedankenlos und bereitwillig dem Faschismus und faschistisch gesinnten Leuten im Land opfern.
Wie lange wollen die Süd-Tiroler noch ihre Herkunft und ihre Geschichte leugnen, sich selber belügen und sich um ihre Kultur und Identität bringen?