Start / Junge SÜD-TIROLER FREIHEIT / 61 Jahre Pariser Vertrag – Kein Grund zum Feiern

61 Jahre Pariser Vertrag – Kein Grund zum Feiern

vertragsunterzeichnung_paris.jpgDie Unterzeichnung des Pariser Vertrages zwischen Gruber und Degasperi, am heutigen 5. September vor genau 61 Jahren, stellt zweifelsohne ein historisch bedeutendes Ereignis in der Süd-Tiroler Geschichte dar, ist jedoch definitiv kein Grund zum Feiern, so Sven Knoll, Landesjugendsprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT.

Mit der Unterzeichnung des Gruber- Degasperi Abkommens wurde der unfreiwillige und unrechtmäßige Verbleib Süd-Tirols bei Italien besiegelt und bescherte Süd-Tirol somit weitere leidvolle Jahre der Unterdrückung und Italienisierung, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind.

Der Pariser Vertrag war weniger das Modell eines weitsichtigen Minderheitenschutzes, als vielmehr ein Blankoscheck für Italien, die Freiheit eines Volkes zu unterbinden und das Italienisierungsprogramm der Faschisten fortzuführen. Beweis dafür ist nicht zuletzt die Ortsnamengebung, deren historisch gerechte Lösung bis heute an der Auslegung des Pariser Vertrages scheiterte. 

Der Jahrestag des Pariser Vertrages ist daher bestimmt kein Feiertag, sondern sollte vielmehr dazu anregen, über die Zukunft Süd-Tirols nachzudenken.

Letztlich kann nämlich nicht die Autonomie, sondern nur die Freiheit des Landes die Bewahrung unserer kulturellen Identität gewährleisten. 

Sven Knoll
Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
und Gemeinderat in Schenna

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

9 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

Pariser Vertrag 1946
@ Matteo G. C. Meines Wissens hat die Republik Österreich 1992 im Zuge der Beitrittsverhandlungen zur EU im Jahre 1995 eine Streitbeilegungerklärung vor der UNO in Südtirolfrage gegenüber der 1961 beklagten Partei, der Republik Italien abgegeben, da Rom damals mit seinem Vetorecht Österreich bei der geplanten EU-Mitgliedschaft gedroht hat. Wie man sieht, das hat sich trotzdem bei dieser Frage sehr gelohnt. Seit 1995 wächst das Land Tirol immer mehr zusammen und die Grenze quer durch Tirol am Brenner hat ihren Schrecken weitgehend bereits verloren. Meines Wissens hat man auch direkt nach dem Abschluss des Pariser Vertrages 1946 im Aussenministerium in Wien eine Note an die Völkergemeinschaft verfasst, die bis jetzt von Wien nicht widerrufen worden ist, in der es klipp und klar steht, dass die Republik Österreich in allen Zeiten in der Südtirolfrage die Grundsätze der Selbstbestimmung für die Autonome Provinz Bozen und die der angestrebten Einheit des geteilten Bundeslandes Tirol verfolgen wird. Diese einmalige Note zu Südtirol aus Österreich ist leider wenig bekannt, aber es gibt sie noch in unserer Zeit und sie ist weiterhin bindend für das Vaterland. In dieser Klage vor der UNO ist es in den Jahren zwischen 1961 - 1992 darum gegangen, dass man den Südtirolern im Pariser Autonomie-Vertrag von 1946 versprochene bedingte Selbstbestimmung endlich gestattet wird und auch Dank diesem Vertrag ist der internationale und völkerrechtliche Status der AP Bozen keine inner-italienische Angelegenheit mehr, wie vor 1943 oder 1946, da in diesem Vertrag die Rechte der Schutzmacht Österreich und die der Schiedsinstanz der UNO ausdrücklich erwähnt wurden. Die gewaltsamen Ereignisse der 50er und der 60er Jahre gegen die Fortsetzung der Italianisierungspolitik in Südtirol führten letztenendes dazu, dass Rom über die mit der Schutzmacht der Südtiroler Österreich vereinbarte Autonomie für Südtirol und über die praktische Umsetzumg der in diesem Vertrag vereinbarten praktischen Rechte mit sich endlich reden liess und diese hier ab dem Jahre 1972 Zug um Zug eingeführt worden ist. Die Erfolge lassen sich ganz sicher sehen, aber würde es nur nach Rom in dieser Frage gehen, würden die Südtiroler Heute immer noch auf diese versprochene
Autonomie warten, man könnte vieleicht meinen, auch Italiener haben bei dieser Frage dazugelernt und klug gehandelt. Der letzte Punkt dieser Autonomievereinbarung, nämlich der Gebrauch der deutschen Sprache bei der Polizei und anderen Behörden ist immer noch nicht nur in Ansätzen zufriedenstellend für die Allgemeinheit, wie im Autonomievertrag von Paris 1946 versprochen, durchgesetzt worden, was mit dem schon immer in Italien vorhandenen grundsätzlichen Misstrauen der italienischen Behörden pauschal gegen alle Südtiroler nicht italienischer Muttersprache zu tun hat. Das ist für mich der springende Punkt, wenn der Staat hier kein Vertrauen in die Bürger hat und vice versa, dann frage ich micht wozu braucht man hier diesen Staat noch überhaupt, oder ist das vieleicht der Staat, den sich die Menschen in Südtirol, d.h.75% der Südtiroler deutscher Muttersprache für sich wünschen würden? Bald darf Cortina d. A. über einen Provinzwechsel von Belluno zu Trentino-Südtirol abstimmen. Sollten sie sich dafür entscheiden und dieses Resultat nach einer freien und demokratischen Wahl auch umsetzen, dann wird niemand in Italien deswegen in der Nacht Albträume haben, bzw. in Depressionen verfallen. Wir nähern uns alle in Europa diesem Punkt, wo die nationalen Staaten immer mehr überwunden werden und an ihre Stelle die historischen, ethnischen, kulturellen und gewachsenen europäischen Regionen treten. So eine Region ist das Land Tirol, sprich Bundesland Nord-und Osttirol in Österreich und das Land Südtirol mit Welschtirol-Trentino in Italien. Das gilt aber nur für die Welschtiroler, die diese kulturelle und historische Gemeinsamkeit mit anderen Menschen in Tirol pflegen, oder pflegen wollen. Das ist in Welschtirol leider Heute noch sicherlich eine Minderheitenposition, ganz im Gegenteil zu Südtirol, wo diese sprachliche, kulturelle und ethnische Verbundenheit zu Tirolern nördlich des Brenners nie abgebrochen ist und das wird noch sehr sehr lange Zeit so bleiben. Für mich liegen die Vorteile der Selbstbestimmung auf der Hand. Politik bedeutet meistens nur den sinnvollen Ausgleich der Interessen, wenn das friedlich und vor allem demokratisch passiert. Wir haben Heute in Südtirol die paradoxe Situation, wo zwar dieses Land innerhalb der italienischen Staatsgrenzen liegt, aber mental diese Staatsmacht als eine fremde kulturelle und sprachliche Übermacht von den Nichtitalienern so empfunden wird und diese Kluft wird eher mit der Zeit grösser als kleiner. Die vielen Vorteile, die auch aus der Begengnung mit der italienischen Zivilisation ganz sicher zum Vorteil Südtirols resultieren, die sind nur ein Nebenprodukt der Anwesenheit Italiens als Staat südlich des Brenners, wo sich die Südtiroler selbst nur das aussuchen, was zu diesem Land gut passen könnte. Ich nehme stark an, dass in unserer Zeit niemand mit Gewicht und Verstand in Italien die Autonomie hier beschneiden möchte oder würde, ganz im Gegenteil, sie wird meher und mehr ausgebaut, sodass sich Heute viele Italiener bereits politisch in Südtirol an die Wand gedrängt fühlen würden. Die Regeln der Demokratie sind aber nun mal so, dass die 3/4 Bevölkerungsmehrheit in einer autonomen Provinz in Italien mehr Gewicht hat, als der Rest. Ich bin sicherlich kein Anwalt der italienischen Interessen, da ich kein Italiener bin, aber eines fällt mir schon ganz stark auf, europäisch gesehen ist das keine zufriedenstellende Situation, wo sich beide Sprachgruppen voneinander abschotten. Die italienischen Parteien in Südtirol verstehen es meisterhaft jede Gelegenheit das gegenseitige Gesprächklima zu verbessern immer zu verpassen. Die Lösung aller Probleme für alle Bürger hier liegt zu über 90% nur in Bozen und nicht in Rom, auch wenn die meisten italienischen Politiker in Südtirol glauben, dass dies anders wäre. Das bedeutet in der Praxis viele gegenseitige Kompromisse im politischen Diskurs mit der politischen Mehrheit des Landes, die heir nicht italienisch ist. Nach fast 90 Jahren der Anwesenheit der Italiener in diesem Land sind sie ein Bestandteil der Gesamtheit, die Frage ist nur ob von Südrirol, oder von Alto Adige und das sind für mich zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Altoatessini verwechseln darüber hinaus die Italianitá mit der Staatsmacht Italien. Man kann diese immer und überall leben, wenn es jemand danach ist, egal ob in Südtirol, in Wien, München, oder in Ticino in der Schweiz. Die Südtiroler sind nun mal eine, wenn auch nicht im eigenen Land, aber doch eine Minderheit in ganz Italien und sie müssen dementsprechend politisch auch handeln. In den alten Zeiten hat gerade das Vaterland Österreich einen ungeheuer grossen Nutzen über Jahrhunderte aus der permanenten Begegnung und Austausch zwischen der deutschen und der italienischen Kultur gezogen. Die Österreicher, auch in Südtirol als eine Mischung aus Teutonen, Romanen, Slawen und Kelten konnten daher eine eigene Zivilisation und Lebensart entwickeln, die sie vom Rest der Völker in Europa merkbar unterscheidet. Nach dem Zerfall der Monarchie 1918 sind diese zivilisatorisch gegenseitig befruchtenden Kontakte weitgehends versiegt. Das Land Südtirol erinnert mit seiner oft tragischen Geschichte an diese gute alte Zeit, wo die Österreicher zusammen mit den Italienern in einem Land lebten und das mit gegenseitigen Respekt und Zufriedenheit, von kleineren Problemen abgesehen. Auch wenn dieses Land Heute zu Italien gehört, begegnen sich diese zwei Länder und Völker doch unwillkürlich hier jeden Tag. Die Südtiroler sind ja Alt-Österreicher und Österreich ist auch die völkerrechtliche Schutzmacht der Interessen seiner Minderheit in Italien. Wenn wir alle schon so viel über Europa immer lesen und hören, dann sollte man auch das im politischen Alltag beider Länder leben und beide Länder würden nur davon in allen Bereichen der Gesellschaft profitieren. Die Südtiroler werden hier wegen ihrer Sprache als die Deutschen bezeichnet, Tirol und Austria sind aber ganz bestimmt nicht Germania und legen auf die entsprechende Differenzierung einen grossen Wert. Die Südtiroler Selbstbestimmung betrifft daher in erster Linie die weitere Zukunft des geteilten Landes Tirol, das sich Heute ethnisch, kulturell wie auch sprachlich von Salurn bis Kufstein erstreckt und immer mehr wieder selbst so neu definiert. Die Italiener mögen sich vorzustellen, eine ihnen fremde Macht würde Piemonte in drei, vier verschiedene Teile aufteilen und an status quo über Jahrzehnte festhalten. Auch sie würden sich eine Provinzeinheit für ihre Landsleute dann wünschen. Das trifft 10x stärker auf dieses in seiner Tiroler Bergheimat tief verwurzelte Land und Volk der Tiroler zu. Das Vaterland Östereich zusammen mit Italien sollten und müssten endlich etwas substantielles dazu beitragen, dass gerade in Südtirol alle Menschen unabhängigig ihrer Einteilung in Sprachgruppen sich so begegnen, wie sie das verdienen würden und ich bin mir ganz sicher, alle würden davon profitieren. Die Frage der Staatsgrenze wäre nicht einmal so wichtig, wenn man den Tirolern von beiden Staaten eine administrative Einheit ermöglichen würde, d.h. ein Land Tirol in zwei EU-Staaten, d.h. auch ein Tiroler Landtag mit legislativen Befugnissen. Diese Entwicklung geschieht ohnehin von unten auf der Ebene der Landespolitik, aber auch von oben wäre das auch einmal möglich, würde ich meinen. Ist das Demokratie im westeuropäischen Sinne, wenn man allen noch unerledigten Minderheitenfragen in Europa ausweicht? Jede Minderheit, bzw. im eigenen Land ethnische Mehrheit, wie die Südtiroler, Schotten, Basken, Katalanen streben langfristig eine adequate und zufriedenstellende Lösung dieser Frage der eigenen Selbstbestimmung an. Für die Schotten, Katalanen und Basken würde das vieleicht die Unabhängigkeit, aber doch unter dem-er alten König-in bedeuten, für die Südtiroler hingegen vieleicht die Landeseinheit in zwei verschiedenen EU-Staaten. Ich glaube Österreich würde dem wahrscheinlich leicht zustimmen können, im Gegenteil zu Italien. Eines ist für mich sicher, wenn man Vertrauen für die eigene Seite haben will, muss man auch den Mut haben anderen Mächten in dieser Welt zu vertrauen. Ich bin nicht der Meinung, dass man mit der Zeit aus Südtiroler langfristig italienische Tiroler machen sollte, bzw machen würde. Das wird auch nicht einmal in den nächsten 100 Jahren geschehen. Stattdessen könnte man an den Machthebeln in Italien und in Österreich darüber nachdenken, wie man diese ewige Selbstbestimmungdebatte in Südtirol beendet, indem man einmal die Menschen in Südtirol als Orientierungshilfe für weitere politische Entscheidungen hier zu dieser Frage aller Fragen abstimmen lässt. Ein Ergebniss ist aber immer offen, daher keine Lösung der Selbstbestimmungsfrage ist fix oder vorgegeben. Danach würden beide Seiten wissen, woran sie sind und auch danach zum Wohle des Landes auch handeln. Heute ist eine Selbstbestimmung Südtirols ohne die Zustimmung aus Italien nicht möglich, das bedeutet aber ganz sicher nicht, dass sich das einmal nicht ändern würde. Die Zukunft ist ein unbeschriebenes Blatt und manche Verwalter von Imperien haben sich regelmäßig dabei kräftig verspekuliert, auch in unserer Zeit. Eine abschliessende Bemerkung, die kurze Zeit, die wir hier in dieser Welt verbringen - wie lang ist schon ein Menschenleben im Vergleich der Geschichte eines Landes - sollten wir nicht damit vergeuden, um uns gegenseitig das Leben schwer zu machen, sondern wir sollten alle einander zuhören und danach auch handeln und in dieser Frage sehe ich in erster Linie den stärkeren und grösseren Partner in der Pflicht dies zu tun, sprich Italen als Staatsmacht und in Südtirol die deutschsprachigen Menschen im Dialog mit der italienischen Minderheit hier. Vieleich dann werden alle Sprachgruppen endlich den ethnischen Schützengraben verlassen und nicht nebeneinander, sondern Seite an Seite in diesem Land leben und einen endgültigen Sprach-Frieden finden. Für mich persönlich auch in einem wiedervereinten Land Tirol, auch u.U. in zwei verschiedenen EU-Staaten, Italien und Österreich. Es würde sich vieleicht lohnen darüber nachzudenken, welche Vorteile beide Länder und Völker aus dieser möglichen Kooperation in diesem kleinen Bergland Tirol im europäischen Geiste ziehen könnten, d.h. nicht entweder oder Österreich und Italien, sondern sowohl als auch in ganz Tirol zwischen Salurn und Kufstein und noch weit darüber hinaus. Beide Länder haben schon längst einen Anfang mit dem regelmässig tagenden Dreier-Landtag Tirol-Südtirol-Trentino mit Beobachterstatus für das Land Vorarlberg in Österreich gemacht. Das ist noch den Befürwortern der Selbstbestimmung natürlich noch viel zu wenig, auf weitere Schritte des Zusammenwachsens und der Kooperation in allen Bereichen des Lebens in Westösterreich und in Südtirol und in Italien müssen wir noch alle Italiener und Österreicher, leider selbstverschuldet immer noch warten. Ich hoffe daher, dass einmal ein Wunder geschieht und aus dem Gezerre, wer in Südtirol das Sagen hat, die Südtiroler, oder die Italiener, eine neue grenzüberschreitende Tiroler Realität wird und der Sprachenstreit mit der Zeit vergessen wird. Als ein unverbesserlicher Optimist würde ich mir das für alle Menschen in Südtirol wünschen und nicht nur für die Tiroler südlich der Grenze am Brenner. Auch in der Politik gilt der Grundsatz, nicht mit politischen Investitionen und Neuerungen mit neuen Rechten geizen, zuerst klug in Vertrauen und neue Formen und Befugnisse des politischen Zusammenlebens in ganz Tirol zwischen Salurn und Kufstein investieren, damit man mit der Zeit die guten Früchte dieser Arbeit für alle in diesem Teil Europas ernten kann.

2
Matteo Gesualdo Corvaja

De Gasperi-Gruber
@Markus A.
Danke für die ausführliche Antwort und entschuldige bitte, wenn ich erst jetzt Dir antworte.
Deine Ausführungen sind historisch exakt, dennoch frage ich mich: Ist noch tatsächlich eine Selbstbestimmung für Südtirol möglich, nachdem der Österreichischer Staat auf dieses Land verzichtet hat und die SVP mit der Paketannahme auf die Selbstbestimmung verzichtete?
Es ist euer gutes Recht für Selbstbestimmung einzutreten und diese zu fordern, aber wie hoch stehen die Chancen, daß es eines Tages soweit kommen kann?

3

Deutsch lernen,

dann fordern! Mit solchen naiven und auch kompromisslosen Forderungen kommst du nicht weit! Übrigens etwas Niveau wäre auch gefragt!

Niemand soll ausziehen. Wieso sollten wir nicht alle etwas toleranter werden (natürlich auch Italiener) und gemeinsam einen Weg finden?!

4

Süd Tirol heisst eigentlich ALTO ADIGE
Wenn euch nicht passt ... ihr könnt auch mal ENDLICH eure koffer packen und auswandern.

Denn ALTO ADIGE ist ITALIA ! wenn euch das passt oder nicht !!!!

5

Pariser Vertrag 1946
@ Matteo G. C., 1. Ich glaube nicht, dass ich in meinem Beitrag dem italienischen Aussenminister de Gasperi direkt eine faschistische Gesinnung unterstellt hätte.Das gilt vielmehr für die Menschen in Italien im Staatdienst, die über die Nacht das Parteibuch damals ausgetauscht haben. Das war damals vieleicht so, wie beim Umbruch in Osteuropa nach 1989 als plötzlich aus Kommunisten, die durch die Wende viel zu verlieren befürchtet haben, bekennende Demokraten geworden sind. Seine Biographie ist mir in groben Zügen bekannt, daher weiss ich, dass er kein "schwarzes Hemd" der italienischen Faschisten getragen hat. Er war auch ein Alt-Österreicher aus Welsch-Tirol, Heute Trentino, daher hätte er wissen müssen Augrund seiner Biographie, welche Rechte die Italiener in k.u.k. Österreich bis 1918 gebabt haben, verglichen mit den Rechten der Südtiroler in Italien nach 1918 bis 1943 und danach. Als Aussenminister der Republik, die er in den Verhandlungen mit Gruber zu Südtirol-Autonomie in Paris 1946 vertreten hat, musste er klarerweise seinen privaten Standpunkt bei diesen Fragen zurückstellen. Immerhin hat man ihn später in Italien beschuldigt, dass er de Gasperi die Südtirolfrage durch seine ungeschickten Formulierungen im Pariser Vertrag selbst internationalisiert hatte, da es in diesem Autonomievertrag ausdrücklich so festgehalten worden ist, das die UNO in aller Zukunft in allen Streitfragen zwischen Italien und Österreich bezüglich der endgültigen staatlichen Staatszugehörigkeit von Südtirol und in anderen Streitfragen als Schiedsinstanz zwischen diesen beiden Staaten vorgesehen ist. Daher ist Südtirol nach 1946, d.h. auch Heute und in der Zukunft keine reine innerpolitische Angelegenheit Italiens mehr, wie zwischen 1918 und 1943 ( später bis 1946 von den Deutschen und von den Amis besetzes Land), sondern ein Subjekt des Völkerrechts und zwar mit der Republik Österreich an der Seite als Schutzmacht der völkerrechtlichen Interessen Südtirols. Das gilt nich nur Heute, sondern auch in der Zukunft. 2. Was die Nazi-Vergangenheit Österreichs betrifft, so unterscheidet sich diese nicht wesentlich von der in Südtirol zwischen 1943 und früher bis Mai 1945. Die Menschen, die damals in Österreich gelebt haben, haben mir das so erklärt: beim Einmarsch der Deutschen in Östereich 1938 war ein Drittel der Menschen dafür, ein Drittel dagegen und der Rest hat das hingenohmen, was gerade geschehen ist. Nach 1938 merkten die meisten Österreicher, wie sehr sie sich von den Deutschen aus dem "Altreich" mental und sprachlich unterscheiden, vor allem deswegen, weil die Reichsdeutschen sich in der "Ostmark", wie in einem eroberten Land als Kolonialherren benahmen und nach der Niederlage der Deutschen bei Stalingrad ist dann diese Stimmung gegen Deutschland endgültig gekippt. In Österreich hat es während des Krieges einen nennenswerten Widerstand und Partisanenkrieg gegen die Herrschaft der Nazis in Kärnten, in der Steiermark und im Salzkammergut gegeben.Gegen Ende des Krieges ist das Inntal in Tirol vom österr.Widerstand von den Nazis zur Gänze befreit und den Amerikanern übergeben worden. Bei damals über 7 Millionen Bevölkerung in Österreich sind ca 50 Tasend nicht jüdische Österreicher wegen ihrer politischen Gesinnung, Sozialdemokraten, Kommunisten, Chrisdemokraten, Monarchisten etc. in die Kz-s verschickt oder ermordet worden. Die meisten Juden konnten sich noch vor und nach 1938 ins Ausland in Sicherheit bringen, da die Nazis um dieses Jahr herum noch nicht die Endlösung der Judenfrage betrieben haben, was aber später an der Vernichtung von einem Drittel der noch verbliebenen Juden in Österreich nichts geändert hat. Die Republik Österreich kann man dafür niemals verantwortlich machen, da diese 1938 international im Stich gelassen wurde und vom Nazismus ausgelöscht worden ist. Die Erste Österr. Republik ist lange Zeit gegen Berlin von Italien damals unterstüzt worden. Die Österreicher haben das hingenommen, wie sich der ertrinkende an jeden Strohhalm hält. Schliesslich hat Mussolini Österreich mit dem Bundeskanzler Schuschnigg fallen lassen, als Gegenleistung hat er das Land Südtirol vom Führer des Dt. Reiches "geschenkt" bekommen, ein Land das ihm nie gehört hat. Die österreichischen Patrioten sind nach dem Anschluss von den deutschen Besatzern genauso grausam behandelt worden, wie die südtiroler Patrioten von den italienischen Faschisten. Sogar der Name Österreich wurde verboten und so wurde aus Nieder- und Oberösterreich Ober- und Niederdonau und aus Südtirol in Italien Alto Adige, also Ober-Etsch. Die Österreicher im Vaterland und in Südtirol haben diese Zeit mit vielen Wunden überstanden und ihre Lehren daraus gezogen. Die Entnazifizierung hat in Österreich bis cirka 1949 gedauert und den davon betroffenen Menschen ist in Österreich damals ohne Übertreibung sehr schlecht gegangen. Der Kalte Krieg, spätestens ab 1949 machte vieles an der Verfolgung dieser Politik unmöglich, da man im Westen Europas, auch die ehemaligen Nazis für den Kampf gegen die kommunistische Bedrohung gebraucht hat. 3. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung vor allem an der Küste in Istrien und Dalmatien war vor 1945 italienischer Herkunft. Bei der Ziehung der neuen Grenzen aus der Konkursmasse der Österr.-Ung. Monarchie nach 1918 hat man trotzdem eine Vorgangsweise gewählt, die das Selbstbestimmungsrecht der Slawen in diesen Gebieten, genauso wie das der Südtiroler vergewaltigt hat. Das beste Beispiel dafür war die Stadt Fiume/Rijeka mit Umland, wo die absolute Mehrheit nicht italienisch war. Hätte sich das Königreich Italien damals 1919 bei der Grenzziehung zu Kgr. Jugoslawien nur auf die rein italienischen Gebiete beschränkt, würde Heute die Provinz Triest wohl bis Rovigno und Pola reichen, auch wenn solche Denkweise in der Deutung der Geschichte in Konjunktiv unzulässig ist. Die vertriebenen oder geflohenen Kroaten oder Slowenen konnte man ersetzen, die vertriebenen Italiener nicht, da man sie fast alle pauschal ohne Ansehen der Person der Heimat gewaltsam beraubt hat. Wer Heute entlang der Küste in Istrien reist, findet überall alte italienische Städte und Dörfer und Landschaften ohne Italiener vor. In ihren Häusern leben jetzt andere zugewanderte Menschen, die eine andere Sprache sprechen. Die Zeit heilt vieleicht viele Wunden, es ist totzdem ein unwiederbringbarer Verlust nicht nur für die italienische Kultur, sondern auch für uns alle in Europa. Man darf die Menschen aus welchem Grund auch immer, nicht wie ein Vieh aus der angestammten Heimat vertreiben und alles das zerstören, was sie über Tausende von Jahren in unzähligen Generationen aufgebaut haben, oder zur freiwilligen Absiedlung in der sog. "Option", wie im Falle von Südtirol bis 1943 freigeben. Dadurch hat das Land über 70 Tausend Menschen für immer verloren, die Südtiroler Heimat ist aber Gott sei Dank uns allen erhalten geblieben, auch für die neuen Zuwanderer mit der Zeit zu ihrer Heimat geworden, sei es Italiener oder andere Menschen, die hoffentlich das Recht auf Selbstbestimmung in Südtirol in Zukunft respektieren werden. Soviel zu Geschichtsdeutungen in meinen Beiträgen und ev. vorgekommenen Unklarkeiten, die ich nun ausführlich geklärt wissen möchte .

6
Matteo Gesualdo Corvaja

De Gasperi-Gruber Abkommen
@markus
Größtenteils stimme ich Dir zu, nur:
1. De Gasperi als Faschist darzustellen ist schlicht und ergreifend falsch, da er selber im Widerstand tätig war und selber Opfer des Faschismus.

2. Österreich als "Opferland" zu bezeichnen ist wohl ein extrem schlechter Witz, da die meisten Österreicher den Einmarsch der Nazis mit Blumen statt mit aktiven Widerstand begrüßt haben, ich muss jetzt nicht die unzähligen Österreicher erwähnen, die eine aktive Rolle in der Vernichtung der Juden gespielt haben, die Namen sind weitgehend bekannt.
Wie Italien, so hat sich auch Österreich nach dem Krieg aus der Verantwortung geschlichen, nirgendwo anders wie in diesen beiden Ländern konnten sich Nazis und Faschisten nach dem Kriege so frei bewegen.

Aus Istrien und Dalmatien wurden nicht nur hunderttausende Italiener vertrieben, sondern es mußten auch zehntausende Kroaten und Slowenen fliehen, die nicht unter einer kommunistischen Diktatur leben wollten.

Ansonsten, gebe ich Dir vollkommen recht.

7

Pariser Vertrag 1946
Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Petition der Südtiroler aus dem Jahre 1946 in Innsbruck erinnern, fast von allen Südtirolern unterschrieben, und zwar an den damaligen österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl, in der die Selbstbestimmung für Südtirol und die Tiroler Einheit gefordert wurden. Der damalige BK Österreichs wurde ein Jahr zuvor aus einem KZ der Nazis befreit, wo er aufgrund seiner Österreich-patriotischen Gesinnung eingesperrt worden war. Sein Aussenminister Gruber, auch damals den Allierten bekannt als führende Person des antifaschistischen Widerstandes in Tirol, musste daher buchstäblich mit den über Nacht von Faschisten zu Demokraten gewordenen Italienern über die Südtirol-Frage in Paris verhandeln. Es ist weitgehends bekannt, dass die Engländer und die Franzosen damals die Selbstbestimmung für Südtirol befürworteten, die Amerikaner hingegen nicht und gerade sie hielten dieses Land Tirol südlich des Brenners damals besetzt und konnten sich daher mit ihrem Standpunkt durchsetzten. Nord- und Osttirol gehörten der französischen Zone an. Bei der Landung auf Sizilien haben die Amerikaner schon einen fertigen Plan für Italien in der Tasche gehabt und in diesem Plan war wenig Platz für die Selbstbestimmung Südtirols, da man "Gemeinsame Sache im Zeichen der Verschwiegenheit" zur Befriedung der Lage in Italia mit besonderen diplomatischen Mitteln betrieben hat. Sie handelten damals wie Heute nach der Devise, wir Amerikaner wissen mit wem wir hier in Italien zu tun haben, übersetzt aus dem Englischen, "Es sind Schurken, aber es sind unsere Schurken, die wir in der Tasche haben und nur wir lassen die Puppen tanzen, wann und wie auch immer wie es wollen und wie es gerade uns gerade in den Kram passt und dies unseren Interessen nützlich ist." Aus dieser Lage heraus musste damals das Opferland des II. Weltkrieges Österreich mit dem Verursacher des Krieges Italien über die Rechte der Südtiroler verhandeln.Österreich war damals vierfach besetzt und nur begrenzt souverän und aussenpolitisch wirklich handlungsfähig, erst nach dem Staatsvertrag 1955 gewann Wien an aussenpolitischen Gewicht in der Aussenpolitik in der Welt. In Istrien und Dalmatien hingegen haben 1945 die Jugo-Partisanen das Gesetz des Handelns gewählt und innerhalb kürzester Zeit diese Gebiete mit vorwiegend slawischer Bevölkerung in Istrien und Dalmatien vom italienisch- faschistischen Spuk befreit und kurzfristig sogar die Stadt Triest besetzt. Diese Gebiete waren damals genauso wie Heute Südtirol die italienische Kriegsbeute nach dem I. Weltkrieg, manche meinen der Judaslohn für Verrat und Betrug an den damaligen Bündnispartnern. Nach dem II. Weltkrieg hat man bei den Allierten beschlossen, um das Tito-Regime nicht zu verärgern eine gerechtere ethnische Grenze zu ziehen und schweigend hingenommen, dass Hunderttausende Italiener aus Dalmatien und Istrien nach Italien vertrieben worden sind. Die Umstände dieser Enteignung und Vertreibung waren äusserst grausam und unmenschlich mit Abertausenden von Todesopfern, aber man darf dabei nicht vergessen, dass am Beginn dieser Gewaltspirale in diesem teil Europas der Duce-Faschismus gestanden ist. Letztenendes waren es aber nicht in erster Linie die Faschisten, sonder einfache Menschen, die die Rechnung für diese Wahnpolitik des Duce Mussolini bezahlen mussten. Nicht anders als die Südtiroler, denen Italien damals bei den Allierten die Option für das Dt. Reich 1939-43 vorgeworfen hat und gemeint hat, nach dem italienischen Staatsbürgerschaftsgesetz gäbe es in Südtirol nicht 95% deutschsprachige Südtiroler, sondern nur etwa 15%. Die Opfer der beispiellosen italienischen faschistischen Unterdrückung bis 1943 sind daher ein weiteres Mal zum Ofer der üblen diplomatischen Machenschaften Roms und um ihr Recht auf Selbstbestimmung gebracht worden, diesmals in der Zeit einer scheinbar demokratischen Regierung. Diese Geschichte ging nach 1946 weiter und zwar im Zeichen der munteren Fortsetzung der Italianisierung Südtirols, als ob der italienische Faschismus nie aufgehört hätte zu existieren, wo bekanntlich diese Politik von den alten und neuen italienischen Faschisten in allen italienischen Ämtern mit einem neuen Parteibuch betrieben worden ist. Ein Wendepunkt der Geschichte Südtirol sehe ich bei der Massenversammlung der Südtiroler auf der Burg Sigmundskron 1957, als sich dieses Land damals nur knapp vor einer ernsthaften Krise befunden hat und nur mit grosser Mühe eine Eskalation von der Landespolitik verhindert worden ist. Aus diesen Ereignissen der 50-er Jahre hat man wie immer in Bolzano und in Roma nichts gelernt. Die weitere Geschichte des Südtiroler Widerstandes gegen Italianisierung und Unterdrückung des Selbstbestimmungswillens eines ganzen Volkes in den 60er Jahren ist weitgehend bekannt. Auf die jahrzentelange Nichteinhaltung des Autonomieversprechens Italiens im Pariser -Autonomie Vertrag von 1946 antworteten manche Südtiroler mit Sachbeschädigungen, da es sich bei der Feuernacht 1961 zuerst einmal nur um Gewalt gegen Symbole gehandelt hat. Darauf antwortete Italien mit militärischer Pazifizierung des ganzen Landes, wie wir das aus den 90-er Jahren aus dem Land Kosovo im Konflikt zwischen Serben und Albanern kennen. Dank diesem Widerstand wurde letztenendes die Autonomie in heutiger Form hier eingeführt. Daher es klingt für mich paradox, die wenigen mutigen "Puschtra Buibm" haben vieleicht das erreicht, was ein Strom an Diplomatenschweiss in Jahrzehnten nicht geschafft hat. Die Heute vorhandenen und auch gelebten und genutzten, oder noch nicht ganz durchgesetzten Autonomierechte der 3/4 Südtiroler Mehrheit im eigenen Land verdankt man daher in erster Linie dem Leid und Blutopfer dieser mutigen Männer und Frauen von damals, die bereit waren für die eigene Heimat die höchsten Opfer zu bringen. Genauso wie auch im Jahre 1809 in Tirol beim Freiheitskampf der Tiroler unter Andreas Hofer gegen die Fremdherrschaft der Bayern, Franzosen und Italiener dies auch der Fall war. Den 200. Jahrestag dieser Tiroler Volkserhebung für Freiheit und Selbstbestimmung werden wir in 1,5 Jahren zu feiern beginnen. Ich persönlich würde mir wünschen, dass bei dieser Gelegenheit von den Menschen in Südtirol wiederholt und unmissvererständlich der Wunsch nach Selbstbestimmung des Landes bei vielen Anlässen geäussert und auch sichtbar für die Aussenwelt gezeigt wird. Das Recht auf die eigene Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht und verjährt nicht, solange die vom Unrecht der Fremdbestimmung betroffenen Menschen einer Volksgruppe in ihrer absoluten Mehrheit dies auch so sehen. Der Autonomievertrag von Paris 1946 war daher nur der Anfang dieses langen Weges zur Erlangung der vollen Handlungsfreiheit in der Selbstbestimmungsfrage Südtirols.

8
Matteo Gesualdo Corvaja

De Gasperi-Gruber
Der De Gasperi-Gruber Abkommen ist eigentlich der beste Beweis, für die Schwäche der österreichischen Diplomatie nach dem Zweiten Weltkrieg.

Bemerkenswert die Tatsache, daß einige Jahre später, gerade De Gasperi, bezüglich des Streites um Triest, ganz groß von Selbstbestimmung sprach, diese aber immer den Südtirolern verweigerte.
Sowie seine Nachgiebigkeit gegenüber Jugoslawien bezüglich Istrien und Julisch Venetien.
Tja, mit einem starken, kommunistisches Jogoslawien (auf dessen Seite auch die italienischen Kommunisten standen) ließ sich schlechter Spielereien machen, als mit dem schwachen, neutralen Österreich.
Im De Gasperi-Gruber Abkommen werden die Ladiner noch nichtmal erwähnt!
Eine Verwirklichung der Autonomie gab es schon, im Gebilde der Region Trnetino-Alto Adige.
Schließlich wollte ja De Gasperi die Autonomie für seine Trentiner, und das wäre nur gegangen, indem man das Trentino mit Südtirol zusammenschloß

9

Schulen verschweigen die Wahrheit!
Eine Schweinerei wie man den Süd-Tiroler Schülern klarmachen will dass es sich beim Pariser Vertrag um die Grundlage zur Autonomie und heutigem Wohlstand handelt. Dies sollte umgehend geändert werden! Süd-Tirols Schulen dürfen nicht weiter zu einem Spielzeug der Italianisierung werden!