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Dr. Eva Klotz

Spiluck, Spelonca, Spilucca

Rainer Seberich (Leserbrief vom 11. März) behauptet, dass der amtliche, so genannte „italienische“ Name für Spiluck nicht „Spelonca“, sondern „Spilucca“ lautet. Herr Seberich beruft sich dabei auf das Ortsnamenbuch von Egon Kühebacher, den ich persönlich gut kenne und sehr schätze.

Mit seinem Leserbrief will Herr Seberich meine Aussage widerlegen, die ich in der mittäglichen Anrufsendung von Rai Südtirol vom 8. März – es ging um Toponomastik – gemacht habe. Indem er mich als „Hobbygelehrte“ bezeichnet, will mir Herr Seberich sinngemäß wissenschaftliche Ungenauigkeit vorwerfen, und gleichzeitig verteidigt er den so genannten italienischen Namen „Spelonca“.

Zu den Fakten: 1. „Spelonca“ wurde mit faschistischem Dekret von 1940 festgeschrieben, was ja auch Kühebacher schreibt. „Spilucca“ ist erst später aufgekommen. Amtlich ist daher, entgegen der Angabe bei Kühebacher, nur „Spelonca“ (so steht es übrigens auch auf den Ortstafeln). 2. Dass Spiluck auf lateinisch „spelunca“ (Grotte, Höhle) zurückgeht, ist laut Sprachwissenschaftler Cristian Kollmann ein Irrtum, denn „spelunca“ hätte im Deutschen „Spelunk(e)“ oder „Spilunk(e)“ ergeben. Der Name müsse vielmehr vorrömisch sein und das vorrömische Suffix (die Nachsilbe) -ukk- beinhalten (wie z. B. Gallugg bei Landeck, Tanugg in Strengen oder der Bündner Personenname Marugg, woraus der Tiroler Familienname Moriggl). Quelle: Karl Finsterwalder (1956): Die Orts- und Flurnamen des Oberinn- und Stanzertals. 3. Selbst wenn dem Namen Spiluck etymologisch „Spelunca“ zu Grunde läge: Auch dann wäre „Spelonca“ eine Fälschung!

Einen italienischen Namen für Spiluck hat es nämlich nie gegeben, und die Siedlungsgeschichte des Ortes weist keine romanische Kontinuität auf!

Dr. Eva Klotz

Neue Südtiroler Tageszeitung vom 11. März 2017, Seite 5.

Zum darauffolgenden Leserbrief.

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