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2009 – Ein ganz besonderes Jahr!

michael_frei_algund_200.jpgHeute gehen wir einem neuen Jahr entgegen, für Tirol ist es ein ganz besonderes Jahr. Vor 200 Jahren hat ein idealistisches Tiroler Volksaufgebot unter Andreas Hofer in der Bergiselschlacht die überlegenen, gut ausgebildeten Truppen von Bayern und Franzosen in einem tapferen Kampf besiegt, damit hat er den imperialistischen Vorstoß Napoleons für eine Zeit lang brechen können. Später musste er für seinen heldenhaften Einsatz mit dem Leben bezahlen, von einem ehemaligen Mitstreiter verraten wurde Hofer in Mantua erschossen.

Doch der berühmte Spruch "auf Mander’s isch Zeit" ist in der heutigen
Zeit wieder aktuell geworden, in Zeiten der Finanzkrise, des
wiederaufkeimenden Faschismus, der stagnierenden Wirtschaft und des
drohenden Staatsbankrotts unseres erzwungenen Vaterlandes müssen wir,
wie schon Hofer einst, den Mut haben für unsere Freiheit einzustehen.
Diesmal aber nicht mit Gwehr und Sabl sondern mit den Waffen der
Demokratie, der nicht verhandelbaren Forderung nach Selbstbestimmung! 
Es liegt jetzt an uns Südtirolern uns zusammenzuraufen und
überparteilich unser Recht zu fordern selbst über unsere Zukunft
entscheiden zu können und damit die Ursache vieler Probleme unseres
Landes zu lösen, die ungewollte Zugehörigkeit zur Republik Italien.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Gedenkjahr 2009 – Auf das 2009
als das Jahr in dem der Grundstein für die Selbstbestimmung gelegt
wurde in die Geschichte eingehen mag!

Michael Frei, Algund

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2 Kommentar(e)

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"Für Gott, Kaiser und Vaterland"
Wenn ich konstruktive Kritik üben darf, zu feiern gibt es eigentlich nichts: Der Lebensstandard ist zwar höher als vor 200 Jahren, aber Tirol ist geteilt, der Süden hängt unfreiwillig an Italien und ist mit Faschismus übersäht und mit einer Schein-Autonomie über Wasser gehalten.

Ich bin gespannt was die SVP und Durnwalder dazu sagen werden, welche Bekenntnisse, Kommentare, Beteuerungen und Ausreden sie haben werden.

Wir leben heute eigentlich in einer ausreichend demokratischen Zeit, sodass eine Selbstbestimmung möglich wäre.
Das größte Hindernis ist heute nur mehr, dass man es wollen muss und über die geistige Weitsicht bzw. Vision verfügt.

2

Das Jahr 2009
In diesem Jahr kann sehr viel oder wenig für die Selbstbestimmung Süd-Tirols passieren, das wissen wir noch nicht, da das neue Jahr 2009 erst jetzt angefangen hat. Dennoch, es ist ein Ausnahme- und ein Jubiläumsjahr, das einmal in hundert Jahren kommt. Heuer werden wir den 200. Jahrestag der patriotischen Tiroler Gesamterhebung gegen die Fremdbestimmung und Fremdherrschaft in ganz Tirol in der Napoleonischen Zeit um 1809 feiern. Der Kampf der Tiroler unter Andreas Hofer damals unter der Parole "Für Gott, Kaiser und Vaterland" wurde aus einer ziemlich aussichtlosen Position aufgenommen, und wenn auch nach einigen bedeutenden Erfolgen zum Schluß war er doch verloren. Dennoch hat die Geschichte Andreas Hofer und seinen Mitstreitern in allen Punkten recht gegeben. Nicht anders, als es dies auch in unserer Zeit der Fall ist, wenn es um eine gesamt geschichtliche Beurteilung des patriotischen süd-tiroler Widerstandes gegen die Maßlosigkeit der italienischen Politik in Südtirol in den 50er oder 60er Jahren geht. Heute sind sich ziemlich alle Kommentatoren einig. Ohne diesen Widerstand würde man heute in Süd-Tirol immer noch auf die 1946 im Pariser Vertrag versprochene Autonomie warten müssen. Man kann nur daraus lernen, dass jede noch so kleine Bemühung um die Selbstbestimmung des Landes langsam Früchte tragen kann und auch tragen wird. In unserer Zeit um das Jahr 2009 ist endlich auch eine demokratische Klärung der Frage der Selbstbestimmung der AP Bozen zum ersten mal in der Geschichte im gesamteuropäischen Kontext der EU langsam politisch wage möglich geworden. Vorausgesetzt natürlich die Landesregierung und die im Bozner Landtag vertretenen Parteien nehmen sich dieses Themas irgendwann in Zukunft nachhaltig und intensiv als gemeinsames Ziel der Zukunft für alle Süd-Tiroler an. Dann wird früher oder später die Klärung dieser Frage aller Fragen in Süd-Tirol auf einem demokratischen Wege nach ausreichender Zeit für die Vorbereitung auch möglich sein. Man darf nur hoffen, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht bereits zu spät dafür sein wird, und dass die Befürworterseite der Selbstbestimmung des Landes die Bürger dafür mobilisieren und begeistern auch kann. Diese Selbstbestimmung ist aber unter Berücksichtigung aller Faktoren der lokalen, nationalen und internationalen Politik, nur mit dem Ziel der Wiederherstellung der alten 1918/19 von Italien zerbrochenen Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil machbar. Dazu gehört ebenfalls eine aktive Rolle des BL Tirol mit aktiver Unterstützung der Schutzmacht der Süd-Tiroler Österreich. Wenn das ausbleibt, wird es die Selbstbestimmung für süd-tirol nicht so bald geben. Man darf nur dann auf einen geschichtlichen Zufall irgendwann in der Zukunft hoffen, der Süd-Türol diese Selbstbestimmung, wie so oft in der Geschichte anderen Ländern bereitet hat, diese ganz einfach irgendwann schenken wird, wenn überhaupt. Die sicherste Methode die Möglichkeit der Selbstbestimmung einmal zu erreichen ist und bleibt der patriotische Einsatz der Menschen selbst, jeder an seiner Stelle wo er im Leben steht. Die Selbstbestimmung ist auch für Süd-Tirol früher oder später möglich, wenn man an sie glaubt, und wenn man dafür mit friedlichen und demokratisch legitimierten politischen Mitteln in einer Demokratie, in einem Europa der EU der freien und der selbstbestimmten Völker, auch kämpfen will.