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19. August 1923: Das faschistische Italien verbietet den Namen Tirol!

Roland_Lang_Wahl_2008.jpgVor genau 85 Jahren, am 19. August 1923 trat das vom Präfekten der „Venezia Tridentina" verordnete Dekret 12637 in Kraft, das als Bezeichnung für das Territorium vom Brenner bis Salurn offiziell nur den faschistischem Namen „Alto Adige" erlaubte. Weiters wurde mit diesem einfachen Dekret festgelegt, dass für das heutige Südtirol -in deutscher Form- nur die analoge Übersetzung „Oberetsch" zulässig war, womit die Bezeichnungen Südtirol, Deutsch-Südtirol, Tirol, Tiroler, sowie alle damit zusammenhängenden substantivischen und adverbialen Ableitungen verboten waren.

Zugleich wurde auch verordnet, dass die Übertretung im Sinne des Artikels 434 des Strafgesetzbuches geahndet wird, wobei als Strafe bis zu einem Monat Haft oder eine Geldbuße von 20 bis 300 Lire verhängt werden konnte. Ab dem Jahre 1931 wurden diese Strafen auf 2.000 Lire (etwa 3 Monatsgehälter) – und auf 3 Monate Haft angehoben.

Diese Verordnung zufolge konnten auch Drucksachen aller Art, -Plakate, Zeitungen, Anschriften, Kundmachungen, Ansichtskarten, Fremdenverkehrsprospekte-, usw. auf denen sich die nunmehr verbotenen Bezeichnungen befanden, von Beamten der Gerichtspolizei beschlagnahmt werden!

Der Totengräber Südtirols, Ettore Tolomei, stellte Jahre später, von sich und seiner Namensidee (!) bereits felsenfest überzeugt, zufrieden fest: „…. der Name Alto Adige" war ein Banner; … die ganze Welt würde begreifen, dass ein Gebiet dieses Namens, das oberste Becken des großen italienischen Flusses, Italien gehörte".

Eigentlich war der Name „Alto Adige" nicht einmal italienischen Ursprungs, sondern Französischem und bezeichnete unter Napoleon das heutige Trentino!

Das Verbot des Namens Tirol bildete auch den Ausgangspunkt für große wirtschaftliche Schäden, stellt Hauptausschussmitglied Roland Lang der SÜD-TIROLER FREIHEIT  fest:

Der Name Tirol war nicht nur die Bezeichnung eines Landes und Volkes, sondern auch zu einer Art Gütesiegel für verschiedene Lebensmittel und sonstige Produkte geworden. Südtiroler Obst und Wein beispielsweise ließen sich in der Welt viel besser verkaufen als Obst und Wein aus dem Oberetsch.

Am 18. August 1923, dem Tag, an dem der Name Tirol das letzte Mal öffentlich ausgesprochen werden durfte, schrieb Joseph Georg Oberkofler im Leitartikel des Tirolers (dem Vorläufer der heutigen Dolomiten) „Ade, mein Land Tirol, …Wir wissen, was man mit uns vorhat. Wir wissen es und sind gefasst … Aber vor der Regierung, vor dem italienischen Volk vor der ganzen Welt erheben wir und werden unablässig die Frage erheben: Warum haben wir das verdient?"

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT verspricht zur Wiederkehr des 85. Jahrestages des Verbotes des Namens Tirol, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Namenserfindung „Alto Adige" für Südtirol zu beanstanden und auf die korrekte Übersetzung „Sudtirolo" zu bestehen!

Roland Lang
Hauptausschussmitglied der SÜD- TIROLER FREIHEIT

dekret_verbot_namen_tirol.jpg

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6 Kommentar(e)

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Lieber ff, die Italiener sagen nur deswegen Sudamerica, weil Amerigo Vespucci ein Italiener war.

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Da ihr..
ja sowieso zu Austria wollt, spielts den noch eine Rolle wie ihr für Italien heisst. Ich meine Italien bleibt bei Südtirol((:-
ff überleg deinen Kommentar gut....

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Faschistisches "Alto Adige"
Wenn die Italiener Sudamerica sagen können, so können sie auch Sudtirolo sagen. Oder nicht?

Die Landregierung sollte dieses faschistische Relikt Alto Adige abschaffen, im Sinne der Bevölkerung und im Sinne das ganzen Landes.

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@Fabivs
Welschtirol wurde ja auch früher Welsch-Südtirol genannt, also Tirolo meridionale italiano.

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Die Bezeichnung Sudtirolo ist schon siemlich verbreitet. Es ist aber eine blosse Uebersetztung, die nicht genug die eigenschaften der italienischen Sprache beachtet, und genau desshalb noch ein bisschen exotisch klingt...
"Tirolo meridionale" waere wegen mir die schoenste italienische Uebersetzung, wobei die anderen Landesteilen sich "Tirolo settentrionale" und "Tirolo italiano" heissen duerften. Altro che Tolomei... des sein Ibrsetzungen, gel?? 😉

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Tiroler Einheit
Zitat: "So sicher wie auf Regen Sonneschein folgt, so sicher wird auf die Einsargung Tirols dessen Wiederauferstehung folgen, wenn sich die Tiroler nicht selbst aufgeben". Das waren die berühmt gewordenen Worte des Kanonikus Michael Gamper unmittelbar nach der Teilung des Landes Tirol durch Italien nach 1918 und Verbot des Landesnamen in seinem südlichen Teil zwischen Salurn und Brenner. Diese Worte haben bis zum heutigen Tag nichts an ihrer Gültigkeit verloren, und zawar für die Tiroler südlich des Brenners, im Bundesland Tirol und für alle Patrioten des Vaterlandes in ganz Österreich. Sie bleiben aktueller denn je für all die Menschen überall in Tirol und Österreich, die sich jeder an seiner Stelle für die Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil ohne Unterlaß einsetzen wollen! Eines Tages wird ein wiedervereintes Land Tirol zwischen Salurn und Kuftein euch allen diese Mühen lohnen, das bleibt weiterhin so sicher, wie auf den Regen der Sonnenschein kommt.